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Samstag, 22. September 2018
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Re: @ Vollzeit Mamas, die nur zu Hause sind(sehr l

Hallo Yvonne,
also erstmal zu deinen Fragen: Bei uns ist es umgekehrt, mein Freund ruft mich jeden Tag von der Arbeit an und fragt, wie es uns geht und sagt mir, wann er heimkommt (ist jeden Tag verschieden wegen Gleitzeit). Ich rufe ihn nur selten an (eigentlich nie "einfach so", sondern nur, wenn ich ihn etwas fragen oder ihm etwas Spezielles erzählen will), rufe aber grundsätzlich ungern Leute während der Arbeitszeit an, weil ich sie nicht stören will, das ist aber natürlich bei jedem verschieden, wie angenehm bzw. unangenehm private Telefonate während der Arbeit sind. Ich habe mal in einer Firma gearbeitet, wo private Telefonate sehr sehr ungern gesehen wurden, vielleicht bin ich daher etwas "geschädigt".
Dass ich währed ich anrufe, vergesse, was ich sagen will? Hm, das passiert mit eigentlich selten, aber oft passiert es mir, dass ich denke, wenn ich das nächstemal mit XY teleniere, muss ich ihm das oder jenes sagen. Wenn ich dann 3 Tage später tatsächlich mit demjenigen telefoniere, vergesse ich das dann sehr oft.
Aber jetzt zu deinem grundsätzlichem Problem: Ich bin ja auch schon seit fast 3 Jahren zu Hause und kann sehr gut nachvollziehen, wie du dich fühlst. Du bist einfach im täglichen Alltagstrott gefangen, bist mit Haushalt und Kindern zwar zeitmäßig ausgelastet, aber nicht psychisch bzw. intellektuell und du fühlst dich - zu Recht - von allen im Stich gelassen. Aber du bist nicht egoistisch, auch wenn dein Mann das vielleicht so sieht. Da prallen im Moment eben zwei komplett verschiedene Lebensweisen aufeinander, da ist es nicht immer einfach, sich in die Situation des anderen zu versetzen und den Alltag einmal mit dessen Augen zu sehen. Wenn man den ganzen Tag außer Haus ist, bekommt man ja nicht live mit, was sich daheim abspielt, wie anstrengend zwei Kinder sein können, wieviel Arbeit die Dinge sind, die man am Abend gar nicht sieht (weil sie ja schon getan sind).
Ich denke, das Wichtigste ist, dass ihr einmal vernünftig miteinander redet. Nicht irgendwann schnell und nebenbei, wenn eh gerade jeder genervt ist, sondern zu einem günstigen Zeitpunkt, vielleicht am Wochenende, wenn die Kinder noch/schon schlafen, gemütlich einen Kaffee oder ein Glas Wein miteinander trinken und jeder erklärt dem anderen seine Situation, seine Gefühle und Probleme und seine Wünsche. Wenn dein Mann ein bisschen mehr Verständnis und Anerkennung für dich aufbringen kann, ist dir sicher schon viel geholfen. Vielleicht lässt sich ja das eine oder andere ändern, auch Kleinigkeiten helfen schon sehr viel. Vielleicht könnt ihr ab und zu abends für zwei oder drei Stunden einen Babysitter engagieren, damit ihr einen Abend für euch habt, in Ruhe essen gehen, spazieren gehen, was auch immer könnt. Muss ja nichts Teures sein, aber einfach mal aus dem Alltag ausbrechen und wieder was als Paar und nicht als Eltern unternehmen, gibt einem schon wieder Kraft und Energie für einige Zeit, zumindest mir geht es so.
Du schreibst, dass bei dir zuerst die Kindern, dann der Haushalt, dann der Mann kommen und für dich bleibt keine Zeit. Es ist ganz klar, dass dich das total frustriert, eben weil du nur für die anderen und nie für dich selbst da bist. Ich habe einmal an einem tollen Seminar teilgenommen, da wurde uns ganz zu Beginn der Satz gesagt: "Der wichtigste Mensch in meinem Leben bin ich selbst." Klingt jetzt vielleicht auf den ersten Blick egoistisch (dachte ich damals auch), aber wenn man näher drüber nachdenkt, ist es ganz einleuchtend. Nur wenn man sich selbst wichtig nimmt und sich selbst wohlfühlt, kann man auch den anderen, egal ob Familie, Freunden oder sonst wem, zufrieden, gelassen, verständnisvoll und geduldig gegenübertreten. Klar ist man mit zwei kleinen Kindern den Großteil des Tages beschäftigt, den Partner will man nicht vernachlässigen und im Haushalt fällt auch jede Menge Arbeit an. Trotzdem solltest du darauf achten, regelmäßig auch etwas nur für dich zu tun. Qualität geht vor Quantität, es reicht ja oft schon eine halbe Stunde oder Stunde zwischendurch, die du dir freischaufelst und für irgendetwas nützt, was dir Spaß macht und nichts mit Kindern, Familie oder Haushalt zu tun hat.
Hast du irgendein Hobby, vielleicht irgendwas, was dir früher Spaß gemacht hat und was du wieder aufleben lassen kannst? Ich habe eigentlich alle meine Hobbys von früher beibehalten, zeitmäßig und auch aus finanziellen Gründen teilweise zwar sehr stark eingeschränkt, aber ich würde nichts ganz aufgeben wollen, ist für mich einfach wichtig. Mir hilft es auch sehr viel, lange Spaziergänge in der Natur mit beiden Kindern zu machen oder - wenn mal zufällig beide Kinder gleichzeitig Mittagsschlaf halten - mich mit einer Tasse Kaffee auf den Balkon zu setzen und eine Zeitschrift oder ein Buch zu lesen, das gibt mir wieder Kraft, den Rest des Tages gut hinter mich zu bringen.
LG
Sabine
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