Re: Lehrerin oder Unikarriere?

Hallo Kathrin,
vor einigen Jahren hätte ich dir das Lehramt empfohlen. Aber seit mein Mann das Referendariat hinter sich hat und sich die Lehrer auch auf härtere Zeiten einstellen (wenig Stellenangebote, kaum noch Urlaubs- und Weihnachtsgeld, mehr Stunden, mehr Ansprüche, Verbeamtung unklar etc.), eher nicht mehr.
Wir haben die Situation gehabt: mit drei kleinen Kindern habe ich halbtags gearbeitet und mein Mann das Referendariat gemacht. Es war grauenhaft. Er war viel unterwegs, musste viel Zeit investieren (> 40h/Woche) und war ständig frustiert von der Ausbildung, insbesondere den Seminaren und ihren Leitern. Wir hatten in der Zeit kein Geld, keine Zeit und viel Frust! Rücksicht auf unsere Familiensituation hat niemand genommen. Kinderbetreuung hatten wir schon mal gar nicht. Die Aussichten nach der Ausbildung waren dann - fachbedingt - auch noch sehr schlecht, da das Land zwar Lehrer brauchte, aber nicht einstellte.
Meine Empfehlung für dich: mach kein Referendariat, solange du keine Vollzeitbetreuung für deine Kinder hast und solange dein Mann euch nicht ernähren kann. Erst wenn du den Rücken frei hast, kannst du dich guten Gewissens für das Referendariat entscheiden.
LG
Antonia
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