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Donnerstag, 20. September 2018
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Re: Lehrerin oder Unikarriere?

Hallo Kathrin,
mal einfach ein paar Gedanken: mit der Arbeit verbringt man vor der Pensionierung als erwachsener Mensch den Großteil seiner Zeit, meist mehr als mit der Familie. Deswegen finde ich, man sollte nicht bloß einen sicheren Job zum Geldverdienen haben, sondern etwas, das einem Spaß macht. Nur dann ist man auch gut und das ist wiederum die Voraussetzung, um den Job zu behalten.
Ich habe promoviert, als mein Sohn noch nicht mal geplant war. Danach wäre ich gerne an der Uni geblieben, um zu habilitieren, habe aber leider keine Stelle bekommen (mein Prof. hatte keine und an andere kommt man nicht ran). Stipendium war mir zu unsicher, hätte auch viel Vorlaufzeit bedeutet. Deshalb habe ich in die öffentliche Verwaltung gewechselt, als Referentin. Inzwischen habe ich meine erste Führungsfunktion. Es macht Spaß, ich kann problemlos Führungskraft sein und trotzdem Teilzeit mit teilweise Telearbeit arbeiten, aber ich liebäugele immer noch mal wieder mit dem Hochschulbereich und könnte mir gut vorstellen, in ein paar Jahren auf eine Fachhochschulprofessur zu wechseln. Lehrerin wäre für mich als Beruf nie in Frage gekommen. Fühlst Du Dich wirklich berufen, Dich mit frechen, uninteressierten Rotznasen herumzuärgern, ständig deren Eltern auf dem Hals zu haben und heute schon zu wissen, was Du in 20 Jahren beruflich machen wirst? Das Unterrichtsniveau an Schulen ist mit dem Niveau auf Forschungsebene an Unis nicht zu vergleichen. Studenten, die nicht an der Vorlesung interessiert sind, kannst Du rausschmeißen, weil keine Anwesenheitspflicht besteht, außerdem musst Du Dich bei schlechten Noten o.ä. nicht auch noch mit den Eltern der Studis auseinander setzen. Erst recht nicht musst Du die Studis erziehen, während bei Kindern an der Schule wahrscheinlich manchmal mehr Pädagogik als Fachwissen nötig ist, um überhaupt unterrichten zu können. Du merkst schon, Lehrer ist für mich einer der abschreckendsten Berufe, die es gibt ... ;-)
Nein, im Ernst, wenn Du Dich berufen fühlst und Spaß daran hast, Kinder zu unterrichten, würde ich das Referendariat machen, aber wenn Du den Lehrerberuf vor allem als sicheren Job mit Teilzeitmöglichkeit und viel Ferien siehst, dann würde ich an der Uni bleiben. Gibt es keine weiteren Alternativen, z.B. Tätigkeiten in der Wirtschaft, an Forschungsinstituten auf einer festen Stelle, in anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes o.ä.? Kannst Du an der Schule nicht erst einmal z.B. ein einmonatiges Praktikum machen, ehe Du Dich endgültig entscheidest?
Viele Grüße
Stefanie
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