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Dienstag, 25. September 2018
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Re: Lehrerin oder Unikarriere?

Hallo Kathrin,
dein Posting erinnert mich sehr an eines, welches ich selbst hier vor etwa 1 Jahr geschrieben habe (http://kind.qualimedic.de/Q-7230280.html). *g*
Ich habe tatsächlich im Februar mit dem Referendariat begonnen und ich habe es bislang nicht eine Minute bereut. Obwohl ich an einer bestimmt nicht ganz einfachen Schule gelandet bin (http://kind.qualimedic.de/Q-8261265.html), macht mir das Unterrichten sehr viel Spaß. Ich denke jedoch, dass man den Lehrer-Job nicht als Notlösung machen sollte. Dazu ist er viel zu anstrengend.
Andererseits ist das Forscherleben an der Uni für uns Naturwissenschaftler auch kein Zuckerschlecken. Nachfolgend schreibe ich einfach mal ein paar Gedanken auf, die mir zu der Thematik in den Sinn kommen.
- Wie sieht deine Perspektive bei Annahme des Stipendiums aus? Würde dies für dich der Weg zur klassischen Habil bedeuten oder gar eine Juniorprofessur? Falls du nicht vorhast, zu habilitieren, was schwebt dir für eine Stelle nach Ablauf des Stipendiums vor? So weit ich weiß gibt es für Chemiker derzeit ungefähr so viele unbefristete Stellen im Mittelbau (also nicht Prof) wie für uns Biologen...
- Anders als bei den Geisteswissenschaftlern bringt bei uns Naturwissenschaftlern eine Post Doc-Stelle ja doch eine starke Unipräsenz (Labor) mit sich. Als Post Doc muss man auch die Verantwortung für Mitarbeiter im Labor übernehmen. Ich denke, es ist eine Illusion, dass man viel von zu Hause aus arbeiten kann.
- Welche Perspektiven hat dein Mann? Mein Mann ist ebenfalls promoviert (Physiker) und es ist einfach sehr unwahrscheinlich, dass wir beide einmal als promovierte Naturwissenschaftler in derselben Stadt im universitären Bereich tätig sein könnten. Mein Mann ist zwar mittlerweile in die Industrie gewechselt, aber dennoch wäre es unrealistisch zu hoffen, dass ich einmal in derselben Stadt oder zumindest in einer annehmbaren Entfernung eine gute Uni-Stelle bekomme. Eine Wochenendehe käme für uns nicht in Frage, auch deshalb habe ich mich gegen die Unikarriere entschieden.
- Wie sehen die derzeitigen Vorgaben des Kultusministeriums in Baden-Württemberg für Seiteneinsteiger aus? In NRW war beispielsweise 2003 ein Seiteneinstieg für Dipl.-Chemiker möglich, 2005 aber schon nicht mehr. Vielleicht besteht aber die Möglichkeit, dass du dir jetzt deine Qualifikation als erstes Staatsexamen anerkennen lassen kannst, ohne sofort mit dem Referendariat zu beginnen. Bei den Chemikern, die dies in NRW 2003 getan haben, besitzt die Anerkennung - so weit ich weiß - 5 Jahre lang Gültigkeit.
- Was macht dir an deinem Job die meiste Freude? Selber zu forschen, die Lehre oder der Papierkram (Paper, Statusberichte und Anträge schreiben etc.)? Wie wird sich dein Job in den nächsten Jahren entwickeln? Schon 2 Jahre nach der Promotion habe ich die meiste Zeit am Schreibtisch verbracht. Die Lehre hat mir auch viel Spaß gemacht und natürlich waren die Themen (fachlich) anspruchsvoller als in der Schule. Dafür muss ich mich jetzt pädagogischen Herausforderungen stellen, die nicht minder schwierig zu lösen sind. Und wenn man zum vierten Mal hintereinander dieselbe Vorlesung macht, ist das ehrlich gesagt auch nur noch halb so aufregend...
So viel zu später Stunde zu diesem Thema. Ich bin gespannt, wie du dich entscheiden wirst.
LG, Viola
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