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Windeln Vergleich

Autor: Marcel Strobel
Letzte Aktualisierung: 17. Januar 2019

Windeln Kaufberatung: Das gilt es zu beachten

Frischgebackene Eltern wissen: Ist das Baby erst einmal da, gibt es eine ganze Menge zu lernen! Das gilt natürlich auch und vielleicht sogar insbesondere für das Thema Windeln. Denn obwohl jeder einzelne von uns eine gewisse Zeit lang in Windeln verbracht hat, wissen viele nicht, worauf sie beim Kauf, beim Wechseln und beim Entsorgen von Windeln achten müssen. Dieser Ratgeber möchte das ändern und gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Stoffwindeln oder Einmalwindeln?

Die erste Entscheidung muss man bereits dann treffen, wenn es um die Frage Stoff- oder Einmalwindeln geht. Dies ist hauptsächlich eine Geschmacks-, aber auch eine Preis- und Umweltfrage.

Einmalwindeln oder auch Wegwerfwindeln haben den großen Vorteil, dass sie sehr, sehr praktisch sind. Denn sie lassen sich ganz simpel anlegen und nach Gebrauch werden sie einfach entsorgt. Das macht sie zum idealen Begleiter vor allem unterwegs und auf Reisen. Einmalwindeln bestehen aus Polyethylen und Zellstoff und halten das Kind zuverlässig trocken. Der Nachteil: Sie sind auf Dauer sehr teuer und außerdem belasten sie die Umwelt, da viel Abfall anfällt.

Stoffwindeln oder auch Mullwindeln erfordern etwas mehr Arbeit, denn anstatt sie wegzuwerfen, werden sie nach Gebrauch gewaschen. Sie bestehen aus Baumwolle und teilen sich in drei Komponenten auf: Überhose, Saugkern und Windelvlies. Nur das Windelvlies – der Teil, der die Ausscheidungen deines Babys absorbiert – wird entsorgt. Stoffwindeln anzulegen will gelernt sein; allerdings ist diese Alternative weitaus preisgünstiger und umweltschonender als der Griff zu Wegwerfwindeln. Wer auf Stoffwindeln setzt, kann in der gesamten Wickelphase des Kindes einige Hundert Euro sparen – schon allein deshalb, weil eine Stoffwindel für die gesamte Dauer der Wickelphase genutzt werden kann. Und noch einen Vorteil haben Stoffwindeln: Wundwerden und Hautausschläge kommen bei ihnen seltener vor als bei den Einmalwindeln aus Plastik.

Eine Möglichkeit ist es, sowohl Stoff- als auch Wegwerfwindeln zu nutzen. Die Einmalwindeln kommen dann zum Einsatz, wenn es schnell gehen muss, also zum Beispiel unterwegs. Die Stoffwindeln werden dagegen angelegt, wenn Mama und Papa über etwas mehr Zeit verfügen, wenn das Kind also beispielsweise zu Hause bleibt.

Die anfallende Windelmenge ist gerade bei Neugeborenen enorm. Das sollten vor allem Eltern bedenken, die sich für Stoffwindeln entscheiden, die gewaschen werden müssen. Bei Neugeborenen rechnet man mit 8-12 Windeln pro Tag, etwa ab dem 5. Monat reduziert sich diese Zahl auf 4-6 Windeln pro Tag.

Welche Windelgröße für welches Alter?

Wegwerfwindeln sind in unterschiedlichen Größen erhältlich, die sich am Gewicht des Babys orientieren:

● Größe 0: 1–2,5 kg (Frühchen)

● Größe 1: 2–5 kg (Neugeborene)

● Größe 2: 3–6 kg

● Größe 3: 4–9 kg

● Größe 3+: 5–10 kg

● Größe 4: 7–18 kg

● Größe 4+: 9–20 kg

● Größe 5: 11–25 kg

● Größe 5+: 13–27 kg

● Größe 6: 16–30 kg

● Größe 6+: 17–32 kg

Die Gewichtsangaben können sich von Marke zu Marke unterscheiden. Bitte orientiere dich immer an den Herstellerangaben.

Einige Hersteller beschränken sich auf die Größen 1-7, spezielle Windeln zum Beispiel für Frühchen müssen deshalb ggf. im Spezialshop bestellt werden. Ebenfalls erhältlich sind Schwimmwindeln: Es gibt sie, genau wie normale Windeln, in der Stoff- sowie Wegwerf-Variante und in unterschiedlichen Größen (meist S, M, L). Der Unterschied zu normalen Windeln: Sie saugen sich nicht voll.

Woran merke ich, dass mein Kind eine größere Windelgröße benötigt?

Sobald eines der folgenden Anzeichen auftritt, könnte ein Umstieg auf die nächstgrößere Windelgröße notwendig sein:

● Die Windel läuft aus – dann kann sie sowohl zu groß als auch zu klein sein.

● Das Baby scheint sich in der Windel sehr unwohl zu fühlen.

● Es treten Rötungen an Bauch und Oberschenkel auf? oder du kannst nicht mehr mit zwei Fingern in das Bündchen greifen? Dann ist die Windel zu eng geworden.

Checkliste: Daran erkennt man die richtige Windelgröße

❏ Das Bündchen sitzt direkt unterhalb des Bauchnabels.

❏ Genau zwei Finger passen zwischen Babybauch und Bündchen.

❏ Die Windel liegt an den Beinen an, schneidet aber nicht ein.

❏ Es treten keine Rötungen an Bauch und Oberschenkel auf, das Baby fühlt sich wohl.

Wann muss das Kind gewickelt werden?

Mach dir keine Sorgen, dass du es nicht mitbekommst, wenn das Baby gewickelt werden musst – das wird es dir schon lautstark mitteilen! Trotzdem hier einige Richtwerte, wie oft die Windel eines Kindes am Tag ungefähr gewechselt werden sollte, wobei dies natürlich immer vom individuellen Kind abhängt:

● Neugeborene: ca. 6-10 x

● Säuglinge: ca. 6-8 x

● ab dem 1. Lebensjahr: ca. 3-6 x

 

Nachts wickeln – ja oder nein?

Nachts sollte das Kind nur dann frisch gewickelt werden, wenn die Windel sehr voll ist, wenn es bereits wach ist oder wunde Haut hat. So wird der Schlaf nicht unnötig unterbrochen.

Wie entsorge ich Einwegwindeln?

Windeln gehören in den Restmüll. In manchen Städten sind aber auch spezielle Windelmüllsäcke verfügbar, wenn die Restmülltonne sonst zu schnell voll ist. Um die Geruchsbildung zu minimieren ist es ratsam, den Windelinhalt – wenn möglich – erst über die Toilette zu entsorgen und anschließend die Windel samt Feuchttüchern, Windelvlies etc. in den Restmüll zu werfen.

Wie wasche ich Stoffwindeln?

Wie bereits erwähnt erfordern Stoffwindeln deutlich mehr Arbeit, denn sie müssen gewaschen werden. Hier gibt es einige Dinge zu beachten:

● Den Stuhl vor dem Waschen über die Toilette entsorgen, Reste ggf. abschaben. Milchstuhl kann in der Waschmaschine mitgewaschen werden.

● Windelvlies, an das nur Urin gelangt ist, muss nicht weggeworfen werden, sondern kann auch gewaschen werden, am besten bei 60°C. Verkotetes Windelvlies einfach über den Restmüll entsorgen.

● Vor dem Waschgang in der Waschmaschine können Stoffwindeln eingeweicht werden. Das hilft, den verfestigten Schmutz zu lösen.

● Überhosen können bei 40°C bzw. 60°C gewaschen werden. Niedrigere Temperaturen reichen, da Überhosen meist nicht allzu viel Schmutz abbekommen.

● Die Waschmaschine sollte nicht komplett voll sein, sodass sich die Windeln noch gut bewegen und ordentlich sauber werden können.

● Im Zweifelsfall: Herstellerangaben beachten!

Es empfiehlt sich, Stoffwindeln alle paar Tage zu waschen, da sie sonst erfahrungsgemäß recht streng zu riechen beginnen. Im Sommer lassen sich Stoffwindeln wunderbar in der Sonne trocknen, ansonsten sind sie in den allermeisten Fällen auch für den Trockner geeignet.

Flecken in der Stoffwindel – was nun?

Flecken lassen sich mithilfe von Zitronensäure oder Gallseife aus einer Stoffwindel entfernen. Was auch hilft: In die Sonne legen! Nasse Windeln in praller Sonne bleichen schnell aus und entfernen so auch dunklere Flecken.