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Sonntag, 21. April 2019
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Schutzgitter Vergleich

Autor: Marcel Strobel
Letzte Aktualisierung: 17. Januar 2019

Schutzgitter für Kinder und Babys – die wichtigsten Infos

Was sind Schutzgitter?

Als Schutzgitter bezeichnet man vergitterte Vorrichtungen, die vor allem im Innenbereich des Hauses eingesetzt werden. Mit einem solchen Gitter lassen sich mögliche Gefahrenzonen für Babys und kleine Kinder versperren oder abgegrenzte Bereiche zum Spielen und Krabbeln schaffen. Meist sind diese Vorrichtungen gitterartig gebaut, daher die Bezeichnung Schutzgitter. Es gibt aber auch ausrollbare Alternativen, die als Schutzrollo angeboten werden. Unter den Modellen mit Gitter nutzen Eltern häufig diese Varianten:

  • Treppenschutzgitter

  • Türschutzgitter

  • Kaminschutzgitter

  • Herdschutzgitter

  • Laufstall

Schutzgitter für Kinder und Babys: Vorteile und Nachteile

Der wichtigste Vorteil von Schutzgittern liegt auf der Hand. Viele Unfälle kleiner Kinder in Haus und Wohnung lassen sich mit den Gittern zuverlässig und relativ kostengünstig verhüten. Die Gitter sind auch geeignet, um Schutz vor den Kindern selbst zu gewährleisten. Fische in offene Aquarien, Vogelkäfige, die tunlichst verschlossen bleiben sollen und zerbrechliche Gegenstände werden oft Opfer von kindlichem Erkundungsdrang.

Die Montage oder der freistehende Aufbau der Gitter sind im Allgemeinen einfach und erfordern kein großes handwerkliches Geschick. Als einziger möglicher Nachteil steht diesen Vorteilen die leichte Behinderung durch die Gitter im Alltag gegenüber, die du eventuell selbst in Kauf nehmen musst.

Vor dem Kauf

Bevor du wahllos ein Schutzgitter online bestellst, solltest du im Kopf die folgende Checkliste der zehn wichtigsten Fragen zum Kauf durchgehen. So lässt sich unnötiger Frust vermeiden, weil ein unpassendes Modell geliefert wird.

1. Welche Durchgänge oder Bereiche möchte ich sichern?

2. Welche Breite soll das Schutzgitter haben?

3. Welche Höhe soll das Schutzgitter haben?

4. Feste Montage mit Bohrung oder flexibler Aufbau: Was ist mir lieber?

5. Soll es ein Gitter aus Holz, Metall oder Kunststoff sein?

6. Welche Tests oder Zertifikate gibt es für die Schutzgitter?

7. Wie groß soll der Sprossenabstand sein?

8. Welcher Schließmechanismus ist passend?

 

Die folgenden Hinweise sollen helfen, diese Fragen sinnvoll zu beantworten, damit du die richtige Kaufentscheidung treffen kannst.

 

1. Art des Schutzgitters

Der Verwendungszweck des Schutzgitters ist bei fast allen Angeboten genannt und häufig bereits Bestandteil der Produktbegriffe wie Türschutzgitter, Treppenschutzgitter, Kaminschutzgitter etc. Eine Verwechslung ist also leicht zu vermeiden.

2. Breite des Schutzgitters

Das Schutzgitter muss immer mindestens so breit sein wie der abzusichernde Durchgang, wenn das Gitter an der Tür oder Treppe angebracht werden soll. Dabei ist die maximale Breite laut Herstellerangaben relevant. Viele Gitter lassen sich flexibel in der Breite anpassen. Möchtest du einen Bereich im Bogen absichern, wie es bei Kaminschutzgittern üblich ist, musst du entsprechend die Länge des vorgesehenen Bogens abmessen.

3. Höhe des Schutzgitters

Wie bei der Breite ist bei verstellbaren Modellen nur die maximal mögliche Höhe wichtig. Als Untergrenze für ein Schutzgitter kannst du dich an der Körpergröße des Kindes orientieren und diese mit 1,2 multiplizieren. Für ein durchschnittliches zweijähriges Mädchen mit einer Körpergröße von 87,5 cm ergibt sich daraus zum Beispiel eine Höhe von 105 cm. Die so errechnete Mindesthöhe ist höher als eigentlich notwendig und stellt das Wachstum des Kindes in Rechnung.

Gerade in den ersten Lebensjahren wachsen Kinder bekanntlich schnell. Ein Gitter, das heute noch ausreicht, kann in einigen Monaten schon zu niedrig sein. Die folgende Übersicht kannst du für eine realistische Einschätzung des wahrscheinlichen Wachstums nutzen. Wichtig sind hier nicht die absoluten Zahlen, sondern die Veränderungen über die Zeit:

1 Monat: Junge 54,7 cm; Mädchen 53,8 cm

6 Monate: Junge 68,0 cm; Mädchen 66,4 cm

1 Jahr: Junge 76,6 cm; Mädchen 75,1 cm

1,5 Jahre: Junge 83,2 cm; Mädchen 82,1 cm

2 Jahre: Junge 88,9 cm; Mädchen 87,5 cm

3. Jahre: Junge 98,1 cm: Mädchen 96,7 cm

4 Jahre: Junge 105,8 cm; Mädchen 104,5 cm

4. Montage des Schutzgitters

Es gibt zwei grundsätzliche Arten der Montage: die feste Verankerung des Schutzgitters mit Schrauben und die flexible Montage mittels Klemmvorrichtungen oder Spannschrauben. Die feste Montage hinterlässt zwangsläufig Spuren in Form von Bohrlöchern. Soll das Schutzgitter dauerhaft an einem Ort verbleiben, ist diese Variante eine gute Wahl. Ist ein häufiger Wechsel des Einsatzortes geplant, eignet sich die flexible Montage besser. Daneben gibt es auch komplett freistehende Modelle, die eher genutzt werden, um Areale abzugrenzen als Durchgänge zu versperren. Laufställe und Kaminschutzgitter gehören in diese Kategorie.

5. Material für das Schutzgitter

Schutzgitter bestehen aus Holz, Metall, Kunststoff oder einer Kombination aus diesen Werkstoffen. Holzgitter überzeugen vor allem durch ihr wohnliches Aussehen. Modelle aus Metall und Kunststoff können einen technisch-funktionalen Eindruck vermitteln, sind dafür aber sehr leicht zu reinigen und oft günstiger als Modelle aus Holz. Für die Stabilität ist weniger das Material selbst als die Verarbeitungsqualität entscheidend. Hochwertige Modelle sind naturgemäß preislich höher angesiedelt als Schnäppchen, die in der Qualität zu wünschen übrig lassen.

6. Euronorm, Tests und Zertifikate für Schutzgitter

Ein guter Startpunkt, um die Qualität eines Schutzgitters zu beurteilen, ist der Verweis auf die Einhaltung der Europäische Norm (EN) 1930 in den Angaben des Herstellers und Anbieters. EN 1930 ist der gültige Standard in der EU für Kinderschutzgitter. Die Norm legt Qualitätskriterien für folgende Teilbereiche fest:

  • Sicherheit

  • Werkstoffeigenschaften

  • Montageanleitung

  • Schließmechanismen

  • zugehörige Prüfverfahren

Ein Test von Kinderschutzgittern der Stiftung Warentest liegt bisher noch nicht vor. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat im Jahr 2015 24 Kindersicherungen, darunter Schutzgitter getestet. Ein weiterer Qualitätshinweis, den du berücksichtigen kannst, ist das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit.

7. Abstand der Sprossen des Schutzgitters

Damit ein Schutzgitter für Kinder seine Funktion sinnvoll erfüllen kann, muss der Sprossabstand klein genug sein. Der entscheidende Vergleichswert ist der Kopfdurchmesser des Kindes. Auf jeden Fall muss der Sprossabstand deutlich schmaler sein als der Kinderkopf.

8. Öffnen und Schließen der Schutzgitter

Bei den meisten Modellen, die sich öffnen lassen, handelt es sich um Schwenkgitter. Solche Schutzgitter funktionieren wie Pforten. Einige Modelle ermöglichen wahlweise die Öffnung auf der rechten oder linken Seite (Zwei-Wege-Öffnung). Der Schließmechanismus sollte über eine Kindersicherung verfügen, am besten in Form eines automatischen Verschlusses (Auto Close), damit die eigene Unachtsamkeit nicht zur potentiellen Gefahrenquelle für das Kind wird. Soll ein Durchgang dauerhaft versperrt werden, kannst du auch ein Modell wählen, das sich nicht öffnen lässt.

Autor: Marcel Strobel
Letzte Aktualisierung: 17. Januar 2019

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