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Geschirr für Kinder: Vergleich und Ratgeber

Autor: Marcel Strobel
Letzte Aktualisierung: 09. Januar 2019

Großer Spaß für kleine Münder: So findet man das perfekte Geschirr für Kinder

Am Anfang landet zwar noch mehr Brei im Gesicht, auf der Kleidung oder unter dem Tisch – von den Wänden mal ganz abgesehen –, doch auch Essen will gelernt sein. Zwischen dem zwölften und dem achtzehnten Monat fangen die meisten Kinder an, selbst zum Löffel zu greifen. Und von diesem Zeitpunkt an empfiehlt sich auch spezielles Geschirr für Kinder: Denn die meisten Kinder wollen schon früh genauso behandelt werden wie ihre großen Vorbilder Mama und Papa – und dazu gehört eben auch ein schön angerichtetes Essen auf dem Lieblingsteller.

Wieso ist Kindergeschirr sinnvoll?

Mit dem Kauf von speziell auf die Bedürfnisse der Kleinen abgestimmtem Kindergeschirr unterstützt man nicht nur die ersten selbstständigen Essversuche des Kindes, sondern nimmt auch ihren Wunsch nach Eigenständigkeit ernst und lehrt sie dabei wichtige Verantwortung: Wer an seinem Geschirr Freude haben will, muss auch ein bisschen darauf Acht geben. Für die meisten Kinder wird das persönliche Geschirr ein wertvoller Schatz, den sie hüten wie ihren Augapfel. Ob als Alltagsfreude oder besonderes Geschenk zur Taufe oder zum ersten Geburtstag, das Kindergeschirr ist eine Investition fürs Leben.

Was macht Geschirr für Kinder so besonders?

In erster Linie sollte Kindergeschirr die Kleinen beim selbstständigen Essen unterstützen: Die Teller sind deshalb kleiner und mit einem besonders hohen Rand ausgestattet, der das Auslöffeln erleichtert. Manche Geschirrstücke haben außerdem einen rutschfesten Rand oder sind mit Gummiringen oder Saugnäpfen ausgestattet, damit der Teller auch sicher auf dem Tisch haften bleibt; gerade am Anfang empfehlen sich Trinkbecher mit zwei Griffen, die fest in der Hand liegen. Spezielles Besteck kann entweder separat oder als Komplettset mit dem Geschirr gekauft werden: Dieses ist ergonomisch geformt und erleichtert den Kleinen die Essensaufnahme.

Da jeder weiß, in welchen Schweinestall sich so ein Esszimmer nach dem Mittagessen mit Kleinkindern verwandeln kann, sollte das Geschirr für Kinder vor allem pflegeleicht sein: Materialien, die in der Spülmaschine gereinigt werden können, haben hier die Nase vorn. Robust sollten die Stücke ebenfalls sein, schließlich kann gerade am Anfang noch so mancher Teller zu Bruch gehen. Das Geschirr sollte außerdem keine scharfen Kanten haben, an denen sich Kinderhände verletzen können.

  • Unterstützung der Kleinen beim Essen: handliche Größe, hohe Ränder, ergonomische Form, leichtes Gewicht, rutschfest

  • Unterstützung der Eltern beim Pflegen: bruchfest, spülmaschinenfest, mirkowellengeeignet

  • Freude für beide: fröhliches Design, frei von Schadstoffen

 

Aus welchen Materialien kann man Geschirr für Kinder auswählen?

Nun ist klar, welche Bedingungen das Geschirr für Kinder erfüllen sollte. Doch welche Materialien eignen sich dafür am besten?

Plastik: Das Material, das eigentlich alle Punkte auf der Checkliste abhaken kann, ist Plastik: Es ist leicht, robust, funktionell, lebensmittelecht, günstig und wird in vielen farbenfrohen Designs angeboten, die Kindern Spaß machen. Plastik ist außerdem ein überaus pflegeleichtes Material, dem auch die Spülmaschine nichts anhaben kann. Plastik, perfekt also? Fast.

Denn immer mehr Stimmen werden laut, die auf versteckte Chemikalien im Plastik hinweisen – vor allem sogenannte Weichmacher, die den Kunststoff so biegsam machen, gelten als gesundheitsschädigend, wenn sie über längere Zeit hinweg aufgenommen werden.

Keramik: Ein besonderes Geschenk fürs Baby ist Keramikgeschirr aus gebranntem Ton. Das ist sehr edel und hochwertig und wird mit einer persönlichen Gravur zum ganz besonderen Erinnerungsstück. Mit dem natürlichen Material, das garantiert frei von Schadstoffen ist und sich auch für heiße Speisen eignet, tut man seinem Kind etwas Gutes. Der große Nachteil von Keramik ist allerdings, dass es sehr zerbrechlich und für kapriziöse Essanfänger denkbar ungeeignet ist – wer dennoch Wert auf Qualität legt, nimmt ein paar Scherben in Kauf oder hebt das Geschirr auf, bis das Kind die ersten Experimente hinter sich hat. 

Melamin: Geschirrsets für Kinder aus Melamin sind ideal für diejenigen, die Keramik schätzen, aber auf Nummer sicher gehen wollen: Denn dieses Material ist Keramik optisch sehr ähnlich, dabei aber bruchsicher und sehr leicht.

Doch Melamin, das durch die Verbindung mit der Chemikalie Formaldehyd zu Kunstharz verarbeitet wird, hat ein Problem: Wird es Temperaturen von über 70° C ausgesetzt, können sich die Stoffe Melamin und Formaldehyd lösen und aufgenommen werden, was der Gesundheit des Menschen sehr schaden kann. Oft kann man die Gefahr schon an der Optik erkennen: Vor allem saure Speisen und Flüssigkeiten greifen die Oberfläche an. Wenn das Geschirr also viel Glanz verloren hat und matt aussieht, lieber weg damit! Es wird deshalb davon abgeraten, Melamingeschirr zum Kochen oder auch zum Aufwärmen von Speisen in der Mikrowelle zu verwenden; unter 70° C gilt das Material als absolut unbedenklich – besorgte Eltern bringen nun zu Recht den Einwand vor, ob sie denn nur noch kalte Nahrung servieren sollten, um ihr Kind nicht zu vergiften.

Bambus: Eine Alternative zu Kunststoff oder Keramik ist oft als „Ökogeschirr“ geführtes Kindergeschirr aus Bambus und Mais, das sich durch die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen mit einem guten ökologischen Gewissen rühmt. Es ist bruch- und spülmaschinenfest und recht robust. Doch der Name leitet schnell in die Irre: Die meisten Produkte sind nicht aus reinem Bambus gefertigt, sondern aus Kunststoffen wie Melamin, während Bambusfasern und Maisstärke nur als Füllmaterial dienen – und damit besteht auch hier die Gefahr, dass bei Hitze gesundheitsschädigende Stoffe freigesetzt und an die Lebensmittel weitergegeben werden. Das Bambus-Geschirr ist damit nicht für die Mikrowelle geeignet und kann außerdem schnell verblassen.

Silikon: Silikonprodukte sind derzeit in der Küche auf dem Vormarsch. Auch Kindergeschirr aus dem extraflexiblen Kunststoff punktet durch Widerständigkeit, eine Temperaturbeständigkeit bis 200° C und infolgedessen eine hohe Langlebigkeit. Es ist spülmaschinenfest und mikrowellengeeignet, schmutzabweisend und verblasst nicht. Doch ein Vorzug von Silikon ist gleichzeitig auch sein Nachteil: Die charakteristische Weichheit macht das Material zwar sehr flexibel, allerdings gibt es sehr leicht nach, was die Benutzbarkeit einschränkt. Auch hier darauf achten, ob das Geschirr wirklich zu 100% aus Silikon besteht!

Fazit: Das perfekte Geschirr für Kinder gibt es wohl (noch) nicht. Wer für gute Qualität auch ein paar Scherben in Kauf nimmt, gönnt sich und seinem Kind ein hochwertiges Geschirrset aus Keramik oder Porzellan, für den Alltag ist das Geschirr aus Plastik oder Silikon in Verbindung mit einem prüfenden Blick auf die Inhaltsstoffe die richtige Wahl. Und wer viel Kaltes serviert oder gekochte Speisen vor dem Servieren im Topf abkühlen lässt, kann sich auch dem robusten und widerstandsfähigem Kindergeschirr aus Melamin oder Bambus anvertrauen – andernfalls sei davon eher abgeraten.