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Brustpflege

Autor: Marcel Strobel
Letzte Aktualisierung: 09. Januar 2019

Stillzeit: Richtige Brustpflege reduziert Entzündungsrisiko

Die Schwangerschaft verändert den weiblichen Körper – insbesondere die Brust: Die Brustwarzen werden regelmäßig größer, aber eben auch empfindlicher Die ungewohnte Beanspruchung beim Stillen stellt eine echte Herausforderung dar, denn die Kleinen melden sich anfangs relativ häufig. Umso wichtiger ist die passende Brustpflege – hier die wichtigsten Tipps.

Der Körper einer Frau leistet Enormes während Schwangerschaft und Stillzeit, er stellt sich immer wieder auf die neuen Herausforderungen ein. Natürlich können Brustwarzen auf die ungewohnte Beanspruchung reagieren und etwas wund werden, wenn dein Kleines gerade zu Beginn oft angelegt werden will und sich Zeit lässt bei den Mahlzeiten. Saugkraft, Druck und der Speichel machen deine Brust empfindlich – und eine gezielte Brustpflege und den Einsatz einiger Brustpflege Produkte umso wichtiger. Damit lässt sich vermeiden, dass Brustwarzen stark schmerzen, rissig werden oder bluten. In diesen Fällen sollte die Hebamme, eine Stillberaterin oder ein Arzt konsultiert werden. Es wird in der Regel jedoch nicht lange dauern, bis ihr euch bei der richtigen Brustpflege eingespielt habt und das Stillen eine ganz selbstverständliche und doch wunderbare Angelegenheit wird.

Schmerzfreies Stillen – hier einige Tipps

Richtig anlegen: Baby sollte Brustwarze richtig erfassen

Schon das Anlegen sorgt dafür, dass das Stillen keine Schmerzen bereitet: Wenn du dein Baby anlegst, sollte die Brustwarze in Richtung des oberen Gaumens deines Kindes zeigen. So kann es die Brustwarze zusammen mit einem Teil des Warzenhofes leichter erfassen, um sich das Trinken zu erleichtern. Hilfestellungen geben Hebamme, Stillberater oder Arzt, die bei Bedarf die Sitzposition korrigieren oder bei der Überwindung von Problemen helfen.

Probleme beim Saugen: Zungenbändchen kontrollieren

Ein zu kurzes Zungenbändchen ist bei Neugeborenen gar nicht so selten, zwischen vier und elf Prozent sind davon betroffen: Die Verbindung zwischen Zunge und Mund fällt dann zu kurz aus, sodass das Baby den Mund eventuell nicht so weit öffnen kann, um richtig an der Brust trinken zu können. Dazu sollte es die Brust in den Mund nehmen können, wobei die Zunge die untere Kauleiste bedeckt. Sollte dies nicht funktionieren, werden die Brustwarzen stark strapaziert und das Baby frustriert reagieren. Eine weitere Möglichkeit kann ein zu kurzes Lippenbändchen sein. Diese Verbindung von Oberlippe mit Zahnfleisch kommt zwar etwas seltener vor, kann das Baby aber ebenso beim Trinken an der Brust beeinträchtigen.

Sollten Zungen- oder Lipppenbändchen zu kurz sein, lässt sich das schnell korrigieren. Ansprechpartner sind in erster Linie Hebamme und Stillberater, die die geeigneten Fachkräfte kennen und dir weitere Tipps geben können. Meist ist nicht einmal eine Narkose erforderlich, um schnell für Abhilfe zu sorgen.

Brustpflege in der Stillzeit – Die besten Tipps

Grundsätzlich kann sich dein Körper selbst helfen, die Brustpflege ist gar nicht aufwendig:

Brüste nur mit Wasser waschen, baden oder duschen: Die sogenannten Montgomery-Drüsen auf dem Warzenhof sondern ein Öl ab, versorgen die Brustwarzen mit Feuchtigkeit und bieten somit ausreichend Schutz. Irritation und Austrocknen drohen nur, wenn Duschgels oder Seife diesen Film entfernen.

Brustwarzen an der Luft trocknen lassen: Es reicht, die Brust vorsichtig mit einem weichen Handtuch abzutupfen oder ganz auf Lufttrocknung zu vertrauen. Das einst angeratene kräftige Abrubbeln ist längst überholt.

Vor dem Stillen Brust nicht waschen: Brust oder Warzen müssen vor dem Stillen nicht extra gewaschen werden, im Gegenteil: Die auf der Brust befindlichen Bakterien unterstützen die Ausbildung des Mikrobioms im Darm des Babys. Voraussetzung ist jedoch, dass die richtigen Brustpflege Produkte zum Einsatz kommen.

Muttermilch als perfektes Heilmittel: Sind die Brustwarzen wund, kann etwas frische Muttermilch Wunder wirken: Einfach vor und nach dem Anlegen einige Tropfen einmassieren.

Stillmahlzeiten nicht künstlich herauszögern: Um das Baby bedarfsgerecht zu nähren, sollte es insbesondere zu Beginn häufig angelegt werden. So erhält es alles, was es für seine Gesundheit und ein gutes Wachstum benötigt. Auch wenn die Brustwarzen wund werden sollten, regt das Anlegen doch die Milchproduktion an – ein größerer Abstand zwischen den Mahlzeiten zur Schonung ist nicht sinnvoll.

Stilleinlagen häufig wechseln: Werden Stilleinlagen feucht, steigt das Risiko einer Pilz- oder bakteriellen Infektion. Umso wichtiger ist der häufige Wechsel.

Weniger ist mehr

Zur täglichen Brustpflege in der Stillzeit reicht klares Wasser aus, auch für die Hände. Desinfektionsmittel oder alkoholischen Lösungen sind vollkommen ungeeignet, da der Babyspeichel und die Muttermilch einen optimalen natürlichen Schutz vor Keimen bieten. Etwas Muttermilch einzumassieren und die Brust generell trocken zu halten, kann helfen. Bei den Stilleinlagen haben sich die aus Seide oder naturbelassener Wolle bewährt.

Es gibt außerdem durchaus einige Brustpflege Produkte, die die Stillzeit leichter machen:

Brustwarzencreme aus Lanolin

Ultra-reines Lanolin wird aus Schafswolle gewonnen, es handelt sich also um ein natürliches Erzeugnis, das Feuchtigkeit spendet und die Heilung wunder Brustwarzen fördert. Vor allem aber ist es für das Baby vollkommen harmlos und muss nicht extra abgewaschen werden.

Hydrogel-Pads zur Schmerzlinderung

Ob gekühlt oder nicht, Hydrogel-Pads lassen sich direkt auf die Brustwarze auflegen, lindern eventuelle Schmerzen und sorgen so für eine optimale Heilung.

Atmungsaktive Still-BHs

Die Auswahl der geeigneten Still-BHs, die aus Baumwolle oder einem grundsätzlich schnell trocknenden Gewebe hergestellt sein sollten, sorgt für die Ableitung von Feuchtigkeit und fördert die Heilung.

Passender Brustwarzenschutz

Er passt in den BH und schützt die Brustwarzen vor unnötiger Reibung durch die Kleidung – der Brustwarzenschutz sollte luftdurchlässig sein, um die Heilung wunder Brustwarzen nicht zu beeinträchtigen.

Bei Bedarf Brusthütchen

Diese kleinen Schützer aus Silikon lassen sich auf die Brustwarze aufsetzen. Die kleinen Löcher in der Spitze ermöglichen das Stillen, ohne dass die Haut direkt strapaziert würde. Haben Babys Schwierigkeiten beim Erfassen der Brust, können die Stillhütchen eine Alternative sein. Grundsätzlich empfehlen sie sich jedoch nur zum vorübergehenden Einsatz.

 

Natürliche Brustpflege Produkte bei wunden Brustwarzen

 

  • Für die Heilung wunder Brustwarzen empfiehlt sich Rotlichtbestrahlung – jede Seite für fünf Minuten. Darüber hinaus können Rotöl aus Johanniskraut, Traubenzuckerlösung, Honig, Ringelblumensalbe oder Schwarzteebeutel aufgetragen oder aufgelegt werden. Wichtig: Unbedingt weiter stillen – die Brust sollte vorher jedoch gereinigt werden.

  • Entzündet sich die Brust und treten Symptome wie bei einer Grippe auf, helfen kühle Umschläge mit essigsaurer Tonerde oder Quark, häufiges Anlegen – und Bettruhe.

  • Verhärtet sich das Gewebe schmerzhaft, können kühle Umschläge mit Quark helfen.

  • Zeichnet sich ein Milchstau ab, kann ein Wärmekissen oder ein heißer Waschlappen vor dem Anlegen für Abhilfe sorgen.

 

 

Wichtig: Sollten die Beschwerden anhalten, ist die Konsultation eines Arztes angeraten.

Umsichtig Brustpflege Produkte verwenden und beschwerdefrei Stillen

Haben sich die Brustwarzen an die Belastung gewöhnt, spielt sich das Stillen schnell ein – vollkommen ohne Schmerzen. Wichtig ist das richtige Anlegen, aber auch die Brustpflege sollte nicht unterschätzt werden: In diesem Fall ist weniger mehr. Für entzündete Brustwarzen stehen Brustpflege Produkte zur Auswahl, die nicht nur Schmerzen direkt lindern, sondern auch die Heilung fördern. Werden natürliche Brustpflege Produkte wie Lanolin verwendet, ist nicht einmal ein Abwaschen vor dem Anlegen notwendig, da die Mittel vollkommen unbedenklich sind. Halten eventuelle Probleme jedoch an oder treten außergewöhnliche Symptome auf, sollte unbedingt die Hebamme, eine Stillberaterin oder ein Arzt konsultiert werden.