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Dienstag, 11. Dezember 2018
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Babyflaschen

Autor: Marcel Strobel
Letzte Aktualisierung: 13. November 2018

Die richtigen Babyflaschen kaufen: Ein Ratgeber

Wenn sich Nachwuchs ankündigt, gehören Babyflaschen zur unverzichtbaren Grundausstattung. Viele werdende Eltern fühlen sich allerdings durch die große Auswahl überfordert. Dutzende Hersteller bieten zahllose Modelle, die sich nach Form, Material, Größe und Saugerart unterscheiden. Wir helfen dir dabei, dieses Angebotsdickicht zu durchschauen und die passenden Babyflaschen für dein Kind zu finden.

Eine Vorbemerkung: Mehrere Babyflaschen sind grundsätzlich unverzichtbar

Einige werdende Eltern fragen sich möglicherweise, ob sie überhaupt Babyflaschen benötigen. Schließlich möchtest du dein Kind stillen. Dennoch ist es ratsam, wenigstens zwei Trinkfläschchen anzuschaffen. Erstens kannst du auf diese Weise Muttermilch abpumpen und einfrieren. Du bist so vorbereitet, sollte es zu Stillproblemen kommen. Zweitens können auch Väter die in die Fläschchen abgepumpte Milch geben – Mütter erhalten so zwischendurch eine wohlverdiente Pause.

Mehr als eine Flasche ist ratsam, damit du wenigstens eine zur Hand hast, wenn die andere gereinigt werden muss oder eingefroren wurde. Wir sprechen deshalb in der Folge stets im Plural von Babyflaschen.

Das Material der Babyflaschen

Babyfläschchen bestehen entweder aus Glas oder aus Kunststoff. Letzteres Material kommt inzwischen ganz überwiegend zum Einsatz und gilt insbesondere für Neugeborene als überlegen. Tatsächlich haben aber beide Varianten spezifische Vor- und Nachteile, bei denen du selbst abwägen musst, was besser ist.

Glas

Vorteile:

  • Hitzebeständig. Die Flasche kann beispielsweise auch in der Mikrowelle erwärmt werden.

  • Dauerhaft haltbar. Glasflaschen werden oft noch an Geschwisterchen weitergegeben.

  • Halten Babynahrung länger warm. Das Fläschchen kann leichter vorbereitet werden.

  • Glas ist insgesamt sehr hygienisch. Die Flaschen lassen sich beispielsweise beliebig oft auskochen.

Nachteile:

  • Glas kann zerbrechen.

  • Das Material ist schwerer als Kunststoff. Insbesondere Neugeborene können die Babyflaschen noch nicht selbst halten.

Kunststoff

Vorteile:

  • Leicht und handlich. Babys können die Fläschchen früh halten.

  • Bruchsicher.

Nachteile:

  • Die Fläschchen können anfangs chemisch riechen.

  • Das Material vergilbt mit der Zeit und nutzt sich insgesamt deutlich schneller ab als Glas.

Für Neugeborene überwiegend die Vorteile von Kunststoffflaschen. Mit zunehmendem Alter des Kindes sind Glasflaschen für den Heimgebrauch besser. Für unterwegs solltest du zu Modellen aus Kunststoff greifen, weil beispielsweise auf Reisen Fläschchen schnell zerbrechen können.

 

Früher bestanden Kunststoffflaschen teilweise aus der chemischen Verbindung Bisphenal A (BPA). Es handelt sich um einen Stoff mit hormonähnlicher Wirkung, der ein Gesundheitsrisiko darstellt. Seit 2011 dürfen deshalb in der EU keine Babyflaschen mit BPA mehr verkauft werden. Dies gilt aber beispielsweise nicht für die Schweiz oder die USA. Achte darauf, wenn du unterwegs neue Fläschchen kaufen möchten.

 

Reinigung der Babyflaschen

Babyflaschen sollten für Neugeborene stets von Hand gewaschen werden. Hierfür kommt Spülmittel zum Einsatz, das mit klarem Wasser abgewaschen wird. Ab sechs Monaten können Glasflaschen in die Spülmaschine gegeben werden. Bei Säuglingen sollten die Flaschen zudem jeden Tag sterilisiert werden. Hierfür bietet sich beispielsweise ein Vaporisator an. Alternativ können die Fläschchen im Topf ausgekocht wird, was allerdings weniger zuverlässig ist.

Der Sauger

Die Sauger der Fläschchen bestehen gängig entweder aus Silikon oder aus Latex. Sie sind zudem entweder als Kirsche oder orthodontisch geformt. Zu beachten ist zudem die Größe der Sauger sowie die zugehörige Lochgröße.

Das Material der Sauger: Latex vs. Silikon

Latex ist elastisch und widerstandsfähig. Es eignet sich deshalb gut für Kinder, die bereits zahnen. Allerdings ist Silikon hitzebeständig und zudem besonders weich. Überdies ist es geschmacksneutral und geruchslos.

Gewöhnlich musst du nicht selbst die Entscheidung treffen, welches Material der Sauger der Fläschchen haben sollten. Die meisten Kinder nehmen ein Material deutlich besser an als das andere. Teste es einfach.

Die Form des Saugers: Orthodontisch oder Kirsche?

Orthodontische Sauger sind kiefergerecht. Beim Saugen entsteht so weniger Druck. Diese Sauger helfen zudem gegen Blähungen, da beim Trinken durch die Form weniger Luft geschluckt wird.

Sauger in Kirschform sind hingegen der weiblichen Brustwarze nachempfunden. Die Gefahr der Saugverwirrung beim Wechsel zwischen der Brust und der Flasche sowie beim Abstillen sinkt. Das Trinken erfordert zudem nur einen geringen Kraftaufwand.

Ähnlich wie beim Material gilt auch bei der Form, dass die meisten Babys eine Variante deutlich bevorzugen.

Die Größe des Saugers

Die Größe des Saugers der Babyflaschen wird in der Regel nach dem Alter des Kindes bestimmt. Bitte beachte dazu die Herstellerangaben. Grundsätzlich gilt folgende Einteilung:

1/ S = 0 bis 6 Monate

2/ M = 6 bis 18 Monate

3/ L = 18 Monate und mehr

Die Lochgröße

Bei der Lochgröße wird nach der Flussgeschwindigkeit der Nahrung unterschieden. Hier gilt prinzipiell folgende Unterscheidung:

Feines Loch/ 1 Loch = langsam (Wasser, Tee, Muttermilch)

Mittleres Loch/ 2-3 Loch = mittel (Anfangs- und Folgemilch)

Großes Loch/ 4 Löcher/ Kreuzschlitz = schnell (Brei)

Alternativ dazu gibt es noch die sogenannten Universalsauger. Diese bieten einen variablen Trinkfluss. Sie sind in der Regel jedoch kostspieliger und haben eine geringere Lebensdauer.

Die Reinigung der Sauger

Sauger müssen nach jeder Benutzung gereinigt werden. Dabei sind sie stets von Hand abzuwaschen. Ratsam ist der Einsatz eines speziellen Reinigungssalzes. Die Sauger müssen zudem einmal täglich desinfiziert werden. Auch hierfür kannst du einen Vaporisator einsetzen.

 

Tipp: Die Sauger sind für Beschädigungen und Verformungen anfällig. Untersuche sie deshalb regelmäßig. Wenigstens alle zwei Monate solltest du die Sauger zudem tauschen.

 

Füllmenge

Die Füllmenge der gängigen Babyflaschen reicht von 150 ml bis zu 340 ml. Gängig sind 250 ml. Für unterwegs reichen kleinere Füllmengen, um auf "Notfall-Hunger" vorbereitet zu sein. Ansonsten gilt: Auch für Neugeborene sind 250 ml geeignet, da du dann nicht mit zunehmendem Alter das Fläschchen tauschen musst. Größere Füllmengen sind nur für ältere Kinder ratsam. Schließlich steigt auch das Gewicht der Flasche. Das Haltegefühl wird so unangenehm.

Ergonomie

Babyflaschen sollten prinzipiell ergonomisch geformt sein. Dies bedeutet, dass sie so gewölbt sind, dass die Fläschchen besonders gut in der Hand des Kindes liegen. Glücklicherweise ist dies bei den meisten modernen Modellen ohnehin der Fall. Allerdings gibt es bei der Ergonomie noch einen weiteren Punkt zu berücksichtigen.

Du hast die Wahl zwischen sogenannten Standard- und Weithalsflaschen. Erstere sind platzsparender und handlicher. Weithalsflaschen lassen sich hingegen einfacher reinigen. Ihr breiter Boden bietet einen sicheren Stand. Ihre Form ist zudem der weiblichen Brust nachempfunden. Sie bieten sich deshalb besonders gut dafür an, wenn zeitgleich die Flasche gegeben und gestillt werden soll.

Anti-Koliken-Schutz

Viele Baby kämpfen in den ersten drei Monaten ihres Lebens mit starken Bauchschmerzen, die von Blähungen herrühren. Diese entstehen durch eine zu große Luftaufnahme beim Trinken. Viele Flaschen bieten dagegen spezielle Schutzvorrichtungen. Beispielsweise sind sie mit speziellen Ventilen ausgestattet, die das Ziehen von Luft beim Trinken verhindern sollen. Als besonders effektiv gelten dabei insgesamt Weithalsflaschen.

Auslaufschutz

Deine Babyflaschen sollten auslaufsicher sein. Ältere Kinder können dann schon eigenständig trinken. Fast alle Hersteller werben mit entsprechenden Modellen. In der Realität unterscheiden sich die Lösungen allerdings erheblich. Teilweise hält nur die Schutzkappe der Fläschchen dicht. Manchmal verhindert der Sauger das Auslaufen der Nahrung. Und in einigen Fällen muss sogar ein Plättchen zwischen Flaschenhals und Sauger eingeschraubt werden. Dies sichert beim Transport. Allerdings muss es für die Nahrungsaufnahme wieder ausgeschraubt werden, was natürlich nicht besonders praktisch ist. Lasse dich deshalb nicht nur von der Beschreibung "auslaufsicher" überzeugen. Schaue dir an, welche Lösung konkret angeboten wird.

Empfehlenswertes Zubehör für die Babyflaschen

Im Laufe der Zeit wirst du feststellen, dass du nicht nur Babyflaschen, sondern auch Zubehör benötigst. Der Vaporisator wurde beispielsweise bereits einige Male genannt. Aber dieser ist längst nicht alles. Empfehlenswert sind auch:

  • Flaschenbürste

  • Flaschenständer

  • Geschirrspülereinsatz

  • Isolierbehälter

  • Milchpulverportionierer

  • Babykostwärmer

  • Cool-Twister

  • Milchpumpe

 

Autor: Marcel Strobel
Letzte Aktualisierung: 13. November 2018

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