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Tragesack und Tragebeutel

Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin | Theresa Nikley
Letzte Aktualisierung: 15. November 2016

Mit einem Tragesack oder Tragebeutel lassen sich Babys auf dem Rücken oder vor dem Bauch tragen. Im Gegensatz zu einem Tragetuch, bei dem die Bindeweise erlernt werden muss, bedarf es keiner großen Übung, den Tragesack oder Tragebeutel zu benutzen. Er ist einfach anzulegen und kann je nach Körpergröße des Erwachsenen und Alter des Babys verstellt werden.

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Eine Komforttrage erleichtert den Eltern durch einen gepolsterten Hüftgurt das Tragen
© iStock.com/halfpoint

Babys haben unterschiedliche Vorlieben

Für viele Babys ist die Körpernähe sehr angenehm, andere wiederum fühlen sich im Tragesack oder Tragebeutel unwohl und fordern Bewegungsfreiheit. Wird das Baby schon sehr früh in einem Tragesack oder Tragebeutel getragen, gewöhnt es sich meist besser daran. Häufig ist es situationsabhängig, ob dem Baby das Sitzen im Tragesack oder Tragebeutel gefällt – daher ist es ratsam, dass die Eltern beim Tragen auf die individuellen Bedürfnisse ihres Kindes eingehen. Zum Ausprobieren empfiehlt es sich, zunächst einen Tragesack oder Tragebeutel von Bekannten auszuleihen.

Um das Wohlbefinden der Eltern beim Tragen zu steigern, verfügen einige Tragebeutel - die so genannten Komforttragen - über einen gepolsterten Hüftgurt. Das Gewicht des Babys wird durch diesen optimal auf die Hüfte der Eltern abgeleitet. Zudem können Komforttragen auf die Körpergröße des Kindes angepasst werden: Für Säuglinge kann ein Sitzverkleinerer genutzt werden, für größere Babys eine Rückenverlängerung.

Was muss beim Tragesack und Tragebeutel beachtet werden?

Die Qualität der im Handel erhältlichen Tragesäcke und Tragebeutel ist unterschiedlich. Nicht alle sind auf die natürliche Körperhaltung des Kindes abgestimmt. Daher ist es wichtig, auf bestimmte Kriterien beim Kauf von Tragehilfen zu achten:

  • Rücken und Kopf des Babys sind ausreichend gestützt, sodass das Baby beim Schlafen nicht zusammensackt.
  • Die Beine des Babys sind gespreizt und um mindestens 90 Grad angewinkelt (die so genannte Spreiz-Anhock-Haltung). Diese Haltung fördert die Entwicklung des Hüftgelenks, insbesondere bei Kindern mit Hüftdysplasie.
  • Die Haltung der tragenden Mutter oder des tragenden Vaters ist entspannt, es entsteht kein Hohlkreuz beim Tragen des Tragesacks oder Tragebeutels.
  • Das Baby ist zum Erwachsenen gewandt.

Ein Tragesack oder Tragebeutel, in welchem man das Baby vor dem Bauch trägt und es nach vorn schaut, ist nicht zu empfehlen. Denn dann liegt das ganze Körpergewicht beim Jungen auf den Hoden, bei Mädchen auf dem Schambein. Zudem entwickeln die Babys ein Hohlkreuz und können somit langfristige Haltungsschäden bekommen, da ihre Wirbelsäulenkrümmung sich erst noch ausbildet. Da die Beine bei dieser Tragetechnik gerade nach unten hängen, kann die Hüftentwicklung beeinträchtigt werden.

Vorteile des Tragesacks und Tragebeutels

Ob Tragesack, Tragetuch oder Kinderwagen: Eltern und Babys haben unterschiedliche Vorlieben. Der Kinderwagen ist aus dem Alltag vieler Eltern nicht wegzudenken und besonders für Babys, die viel Bewegungsfreiheit fordern, ideal. Mit dem Kinderwagen sind jedoch beispielsweise enge Treppenhäuser und Treppenstufen ein Hindernis – eine Tragehilfe wie der Tragesack oder Tragebeutel ist dann praktischer. Deshalb gehört für viele Paare auch eine Tragehilfe bereits zur Erstausstattung. Die Tragehilfe ermöglicht den Eltern, ihr Baby ohne viel Aufwand stets bei sich zu haben. Das Baby spürt in der Tragehilfe die Nähe zu den Eltern und wird dadurch ruhiger. Zudem schult die Bewegung der Eltern den Gleichgewichtssinn und das Körpergefühl des Babys. Ein Tragesack oder Tragebeutel, der die oben genannten Kriterien erfüllt, ist außerdem förderlich für eine optimale Hüftentwicklung.

Eine Alternative zu Tragesack und Tragebeutel ist das Tragetuch. Dieses bietet dieselben Vorteile, ist häufig aber flexibler und kostengünstiger. Unterschiedliche Bindeweisen des Tragetuchs ermöglichen, das Baby in verschiedenen Positionen zu tragen – das Binden erfordert jedoch etwas Übung und Geduld.

Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin | Theresa Nikley
Letzte Aktualisierung: 15. November 2016
Quellen
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