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Freitag, 22. Juni 2018
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Tragehilfen kaufen - was sollten Eltern beachten?

Mit einer Tragehilfe wie dem Tragetuch oder Tragesack können Babys ab der Geburt am Körper der Eltern getragen werden. Bei dem Kauf einer Tragehilfe ist es wichtig, auf bestimmte Kriterien zu achten. Denn die Qualität der im Handel erhältlichen Tragehilfen ist unterschiedlich und nicht alle sind auf die natürliche Körperhaltung des Kindes abgestimmt.

Tragehilfen kaufen - was sollten Eltern beachten?
Tragehilfen können praktischer als Kinderwagen sein
(c) iStockphoto/halfpoint

Tragehilfen bieten gegenüber dem Kinderwagen einige Vorteile: Treppenstufen stellen kein Hindernis dar, Eltern können ihr Baby stets ohne viel Aufwand bei sich haben und die Körpernähe beruhigt das Baby. Jedoch bietet eine Tragehilfe dem Baby kaum Bewegungsfreiheit. Daher empfiehlt sich für Babys mit einem starken Bewegungsdrang ein Kinderwagen. Auch, wenn das Tragen für die Eltern unangenehm ist, ist es ratsam, einen Kinderwagen zu nutzen.

Vor dem Kauf einer Tragehilfe empfiehlt es sich, zum Ausprobieren zunächst einen Tragesack oder Tragebeutel von Bekannten auszuleihen. Häufig bietet der Fachhandel auch den Service, dass ein Exemplar von jedem Modell verliehen wird. So kann man ausprobieren, ob man mit dem gewählten Modell zurecht kommt. Den Umgang mit einem Tragetuch kann man sich häufig von der Hebamme zeigen und erklären lassen.

Was muss beim Kauf einer Tragehilfe beachtet werden?

Im Handel werden zahlreiche verschiedene Tragehilfen angeboten. Um eine natürliche Körperhaltung des Babys in der Tragehilfe zu garantieren, muss die Tragehilfe bestimmte Kriterien erfüllen.

Das Material einer Tragehilfe

Es ist wichtig, dass eine Tragehilfe aus einem festen Material hergestellt ist, damit Kopf und Rücken des Babys ausreichend gestützt werden. Andernfalls sackt das Baby beim Schlafen zusammen, eine unnatürliche Körperhaltung ist die Folge. Zudem muss die Tragehilfe flexibel sein, um sich an den individuellen Körperbau des Babys anzupassen.

Sitzposition des Babys in der Tragehilfe

Je nach Tragehilfe können Eltern ihr Baby auf dem Rücken, auf der Seite oder vor dem Bauch tragen. Im Säuglingsalter werden Babys in der Regel vor dem Bauch getragen und schauen in Richtung des Tragenden. Später bietet es sich an, das Baby auf dem Rücken zu tragen, da es so mehr von der Umgebung wahrnehmen kann. Die flexibelsten Tragemöglichkeiten bietet das Tragetuch durch verschiedene Bindeweisen.

Wird das Baby vor dem Bauch getragen, muss es in die Richtung der tragenden Person schauen. Es sollten alle Tragehilfen vermieden werden, bei der das Baby vor dem Bauch getragen wird und nach vorne schaut. Denn schaut das Baby in einer Tragehilfe nach vorne, liegt das ganze Körpergewicht beim Jungen auf den Hoden, bei Mädchen auf dem Schambein. Zudem entwickeln die Babys ein Hohlkreuz und können somit langfristige Haltungsschäden bekommen, da ihre Wirbelsäule noch formbar ist und sich die Krümmung erst noch ausbildet.

Da die Beine bei dieser Tragetechnik gerade nach unten hängen, ist dies für die Hüftgelenke ungünstig und die Hüftentwicklung kann negativ beeinträchtigt werden. Zudem können besonders kleine Babys die vielen Reize, die in dieser Position auf sie wirken, nicht verarbeiten.

Haltung des Babys in der Tragehilfe

Beim Sitz in einer Tragehilfe müssen die Beine des Babys mindestens um 90 Grad angehockt sein (die so genannte Spreiz-Anhock-Haltung). So sitzt das Baby mit einem leicht gerundeten Rücken in der Tragehilfe und nicht mit einem Hohlkreuz. Babys haben noch eine runde Wirbelsäule, deren Krümmung sich im Laufe der Entwicklung ausbildet. Für die stark angehockte Sitzhaltung ist es wichtig, dass der Steg zwischen den Beinen des Babys ausreichend breit ist. Diese Haltung fördert die Entwicklung des Hüftgelenks, insbesondere bei Kindern mit Hüftdysplasie.

Daneben ist es wichtig, dass Rücken und Kopf des Babys in der Tragehilfe ausreichend gestützt sind, sodass das Baby beim Schlafen nicht zusammensackt.

Haltung der tragenden Eltern

Beim Kauf einer Tragehilfe empfiehlt es sich, auch auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Es ist wichtig, dass die Haltung der tragenden Mutter oder des tragenden Vaters entspannt ist und kein Hohlkreuz beim Tragen des Tragetuchs, Tragesacks oder Tragebeutels entsteht. Die Tragehilfe sollte deshalb in jedem Fall individuell einstellbar für den Tragenden sein. Nur durch Ausprobieren, mit welcher Trage die Eltern zurecht kommen, kann die ideale Tragehilfe gefunden werden.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 14. Juli 2017
Quellen: Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Das Baby. Informationen für Eltern über das erste Lebensjahr (Stand: Februar 2010); Gumberger, M.; Hormann, E.: Stillen (GU Ratgeber Kind). Gräfe und Unzer, München 2008 ; Jahn-Zörens, U.: Entspannt erleben: Babys 1. Jahr. Thieme, Stuttgart 2005; Kienzle-Müller, B.; Wilke-Kaltenbach, G.: Babys in Bewegung. Urban & Fischer, München 2008

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