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Nur gut dosiert einsetzen

Schnuller: Der richtige Nuckel für Ihr Baby

Autor: Ruth Sharp, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 11. September 2018

Schnuller oder nicht? Vor dieser Gretchenfrage stehen die meisten frischgebackenen Eltern. Tatsächlich hat der Schnuller seine Vorteile, aber auch seine Risiken. Vom Schnuller als Dauernuckel raten Experten deshalb ab. Welche Vor- und Nachteile es gibt und was Sie beim Kauf beachten sollten.

Schnuller: Der richtige Nuckel für Ihr Baby
Ein Schnuller kann Babys beruhigen, dauerhaft sollte aber nicht genuckelt werden.
(c) iStockphoto/Tom Merton

Nuckeln ist für Säuglinge ganz natürlich: Sie kommen mit einem angeborenen Saugreflex zur Welt und nehmen sogar schon im Mutterleib den Daumen in den Mund. Doch das Saugen ist für Babys nicht nur eine überlebenswichtige Aktion zur Nahrungsaufnahme, es hat auch eine beruhigende Wirkung und hilft ihnen beim Entspannen. Der Schnuller ist deshalb für viele Kinder ein wichtiger Begleiter, ein Trostspender und für Eltern ein nützliches Hilfsmittel – vor allem als Einschlafhilfe. Ob Sie Ihrem Kind den Schnuller geben möchten, müssen Sie selbst entscheiden.

Artikelinhalte auf einen Blick:

Schnuller Pro und Contra

Schnuller – ja oder nein? Dieser Frage geht unter anderem der "Konsens-Ratgeber Stillen und Schnuller" der Initiative Kiefergesundheit nach. Der Ratgeber, an dem vom Kieferorthopäden und Kinderzahnarzt über Hebamme und Kinderarzt verschiedene Fachdisziplinen mitgewirkt haben, stellt den therapeutischen und präventiven Nutzen heraus, den der Schnuller haben kann.

Denn wenn Sie Ihrem Kind den Schnuller geben, helfen Sie ihm dabei, ein Urbedürfnis zu befriedigen. Das kann viele positive Effekte haben: Es beruhigt in Stress- oder Trennungssituationen, kann bei Frühchen mit unreifer Mundfunktion die Nahrungsaufnahme erleichtern und die Dauer des stationären Aufenthalts verkürzen. Außerdem hat das regelmäßige Schnullern zum Einschlafen – so lauten die Vermutungen der Experten – möglicherweise eine vorbeugende Wirkung, um das Risiko des Plötzlichen Kindstods zu reduzieren.

Im Vergleich zum Daumenlutschen kann das Nuckeln am Schnuller den Kindern übrigens leichter wieder abgewöhnt werden.

Allerdings nennen die Experten auch Aspekte, die gegen den Einsatz eines Schnullers sprechen. Das sind allen voran Veränderungen der Zahn- und Kieferstellung, die bei "Schnuller-Kindern" bereits ab dem 15. Lebensmonat beobachtet werden – aber auch bei Kindern, die statt des Schnullers am Daumen lutschen.

Kieferorthopäden sind sich einig: Nichts gehört dauerhaft zwischen die Zähne. Denn alles, auf dem dauerhaft herumgebissen oder -gesaugt wird – sei es Daumen, Kauring oder Schnuller –, gefährdet eine gesunde Zahn- und Kieferentwicklung, weil beim Dauernuckeln große Zugkräfte auf die Kiefer wirken. Lutscht das Kind ständig, kann es zu einem sogenannten "Lutschbiss" kommen, bei dem die oberen Zähne deutlich hervorstehen, während sich die unteren nach hinten verschieben. Entsteht dabei ein richtiges Loch, wird dies als "Schnullertor" bezeichnet.

Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) weisen außerdem darauf hin, dass Hungerzeichen des Kindes leichter übersehen werden könnten und warnen zudem davor, dass der Schnuller niemals als Ersatz für beruhigenden, engen Körperkontakt dienen kann.

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Empfehlung: Schnuller nur zur Beruhigung nutzen

Der Rat der Experten: Setzen Sie den Schnuller ein, wenn Ihr Kind das möchte, aber wohl dosiert, nicht als Dauernuckel und nicht bis ins Kleinkindalter hinein. Ihr Baby sollte den Schnuller nur bei wirklichem Bedarf nach Beruhigung bekommen. Auch beim Einschlafen kann der Nuckel helfen, aber danach können Sie ihn Ihrem Kind vorsichtig aus dem Mund nehmen. Fällt der Schnuller dem schlafenden Kind heraus, sollten Sie ihn nicht erneut einsetzen.

Schnuller für Stillkinder

Erst wenn das Stillen problemlos klappt und die Milchproduktion angeregt ist, geben Experten bei gestillten Kindern grünes Licht für den Schnuller. Dies ist etwa vier bis sechs Wochen nach der Geburt der Fall. Da sich das Saugen an der mütterlichen Brust und von dem am Schnuller unterscheidet, könnte es sonst zu einer sogenannten "Saugverwirrung" kommen und dadurch Stillprobleme auftreten.

Welcher ist der richtige Schnuller?

Um den "richtigen" Schnuller zu finden, sollten Sie Faktoren wie Größe, Form und Material beachten.

Die Größe: Der Schnuller sollte von der Größe her zum Alter passen. Das Schnullerschild sollte nicht so klein sein, dass die Lippen darüber rutschen, aber auch nicht zu groß, um die Saugbewegungen oder gar das Atmen nicht zu behindern. Die Größenangaben der Schnuller bezeichnen die Lebensmonate der Babys: "Größe 1" bedeutet also, dass dieser Schnuller für den ersten Monat empfohlen wird. Für frühgeborene Kinder können spezielle Schnuller erworben werden, die für das geringere Gewicht geeignet sind.

Die Form: Schnuller sind in verschiedenen Formen erhältlich, die sich unterschiedlich gut oder schlecht auf die Kiefer auswirken können. Folgende Schnullerformen gibt es:

  • kirschförmig
  • symmetrisch geformt
  • kiefergerecht geformt
  • abgewinkelter Schaft

Bei der Form des Saugers sind flache Modelle der runden Form vorzuziehen, da die runden Sauger den Gaumen stärker verformen. Achten Sie also unbedingt darauf, dass der Steg dünn und flach ist, damit sich Ober- und Unterkiefer nicht zu weit öffnen müssen. Kirschförmige Modelle drängen die Zunge zum Beispiel sehr weit nach unten.

Das Material: Schnuller gibt es aus Latex oder Silikon. Beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile. Silikonsauger sind strapazierfähig, aber nicht so elastisch wie die aus Latex. Außerdem ist Silikon nicht so beißfest, häufiges Auskochen hält das Material im Vergleich zu Latex hingegen wesentlich besser aus.

Generell sollten Sie darauf achten, dass das Material frei von Bisphenol A ist – ein Schadstoff, der sich in Mundplatten aus Polycarbonat befindet. Er steht in Zusammenhang mit der möglichen Entstehung von späteren Erkrankungen.

Schnuller im Test

In einem aktuellen Test wurden von ÖKO-TEST 13 Silikonschnuller unter die Lupe genommen – mit einem überwiegend positiven Ergebnis. Alle Schnuller bestanden den Praxistest, zwölf erhielten in der Gesamtwertung die Noten "sehr gut". Nur ein Schnuller konnte die Bestnote nicht erreichen, weil Gebrauchs- und Warnhinweise fehlten. Während in früheren Tests einige Produkte aufgrund zu hoher Werte der krebsverdächtigen PAK-Verbindungen schlechter bewertet wurden, überschritt im 2018er-Test kein Schnuller mehr die strenge Abmessungsgrenze.

Schnuller abgewöhnen

Schnullerfee, Schnullerbaum & Co. – um dem Nachwuchs den Schnuller wieder abzugewöhnen, lassen sich Eltern einiges einfallen. Denn vielen Kindern fällt der Abschied von ihrem treuen Begleiter schwer. Je älter die Kinder sind, desto schwieriger wird es! Wie die Entwöhnung am besten klappt und in welchem Alter es Zeit wird, sich endgültig vom Schnuller zu trennen? Hier finden Sie alle Tipps und Tricks.

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Autor: Ruth Sharp, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 11. September 2018
Quellen
Beiträge im Forum "Geburtstermin November/Dezember 2017"
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