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Leben verloren, aber Leben geschenkt: Baby Teddy ist jüngster Organspender aller Zeiten

Autor: Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 23. April 2015

Ein nur weniger als zwei Stunden nach der Geburt verstorbener Junge ist Großbritanniens jüngster Organspender.

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Baby Teddy wird in Großbritannien als Held gefeiert
Foto: Twitter

Drei Minuten nach seinem Tod am 22. April 2014 entnahmen Ärzte in Cardiff, Großbritannien, dem kleinen Teddy seine Nieren und die Herzklappen. Sie wurden erfolgreich einem Erwachsenen transplantiert. Seine Eltern möchten, dass die Menschen davon erfahren und ihn sehen, denn sie seien sehr stolz auf ihn. In einem Interview mit der englischen Zeitung Daily Mirror sagten sie, er lebte und sei als Held gestorben. Seine Eltern sind jetzt, an seinem 1. Geburtstag, mit der Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen. Unter dem Hashtag #teddysstory finden sich auf Twitter zahlreiche Diskussionen und Aufrufe zur Organspende in England.

Seinen Mutter, Jess Evans, war mit Zwillingen schwanger, als sie in der 12. Schwangerschaftswoche erfuhr, dass einer der Zwillinge todkrank sei. Bei Teddy wurde eine Anenzephalie festgestellt. Dabei handelt es sich um eine seltene, tödlich verlaufende Fehlbildung, bei der wichtige Gehirn- und Schädelteile nicht gebildet werden. Babys mit dieser Fehlbildung sterben häufig bereits im Mutterleib oder kurz nach der Geburt. Dem Paar wurde die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs erläutert. Die Mutter entschied jedoch, die Schwangerschaft fortzusetzen, da sie fand, dass jeder Moment, den sie zusammenhaben würden, sei es nur ein Moment oder ein paar Minuten, es ihr Wert sein werde.

Im Laufe der Schwangerschaft entschied sich das Paar, die Organe von Teddy zu spenden. Seiner Mutter liegt das Thema Organspende schon lange am Herzen und sie möchte Menschen dafür sensibilisieren, indem sie ihnen Teddys Geschichte erzählt. Die Ärzte lehnten eine Transplantation zunächst ab, da dies nie zuvor an einem so jungen Menschen durchgeführt worden war. Aber dann gelang die Sensation. Seinen Eltern hilft das Wissen, dass ihr Sohn etwas Gutes tat, zu trauern.

Die Ärzte berichteten, dass die Operation eine Herausforderung war, vor allem, da sie nicht wussten, ob Teddy lebend geboren werden würde. Im Operationssaal herrschte Traurigkeit, da den Eltern klar war, dass sie ihr Baby verlieren würden, aber sie waren auch überglücklich, dass er lebend geboren wurde und dass sie 100 Minuten "pures Glück" mit ihm haben durften.

Teddys Zwillingsbruder Noah geht es gut. Aber Teddy ist ein wichtiger Teil der Familie und wird es auch bleiben. Die Familie hofft, mit ihrem Beispiel andere Eltern in ähnlichen Situationen ermutigen zu können.

Autor: Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 23. April 2015
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