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Sonntag, 18. Februar 2018
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Formalitäten nach der Geburt

Nach der Geburt möchten Mama und Papa natürlich so viel Zeit wie möglich mit ihrem Neugeborenen verbringen. Ein paar Formalitäten sind allerdings noch zu erledigen.

Formalitäten nach der Geburt
Frisch gebackene Eltern genießen die Zeit mit ihrem Baby - müssen jedoch auch ein paar Formalitäten nach der Geburt erledigen
iStock/Yuri

Mit ein wenig Planung nehmen die Formalitäten nach der Geburt nicht überhand. Einige Anträge können auch schon vor dem errechneten Entbindungstermin gestellt werden. Wenn die Geburtsurkunde ausgestellt ist, können sich die frisch gebackenen Eltern in Ruhe um Finanzen und Versicherungen für ihren Nachwuchs kümmern.

Checkliste zu den Formalitäten nach der Geburt

Alle wichtigen Formalitäten mit Antragszeitpunkt, -ort und den benötigten Unterlagen finden Sie hier im praktischen Überblick - zum Ausdrucken und Abhaken.

Zur Formalitäten-Checkliste im PDF-Format

Anerkennung der Vaterschaft

Sind die Eltern verheiratet, wird der Ehemann automatisch in die Geburtsurkunde als Vater eingetragen. Daher wird zum Beispiel für den Antrag der Geburtsurkunde auch die Heiratsurkunde benötigt. Bei nicht verheirateten Eltern geschieht das nicht automatisch. In diesem Fall muss der Vater zunächst seine Vaterschaft anerkennen. Obwohl "Vaterschaftsanerkennung" etwas gewöhnungsbedürftig klingt, handelt es sich heutzutage lediglich um eine Formalie. Die Anerkennung der Vaterschaft ist auch für das Kind wichtig, denn erst dann hat es auch im rechtlichen Sinn einen Vater. Auch bei Sorgerecht oder Erbschaftsansprüchen ist diese "offizielle" Vaterschaft von Bedeutung.

Die Vaterschaftsanerkennung kann auf dem Standesamt oder dem Jugendamt kostenfrei abgegeben werden und zwar sowohl vor als auch nach der Geburt. Hierfür müssen Vater und Mutter anwesend sein und beide der Anerkennung der Vaterschaft zustimmen.

Außerdem sind folgende Dokumente mitzubringen:

  • Personalausweis oder Reisepass des Vaters
  • Personalausweis oder Reisepass der Mutter
  • vor der Geburt: Nachweis über den voraussichtlichen Entbindungstermin des Kindes (steht zum Beispiel im Mutterpass, der Mutterpass ist auch ein gültiger Nachweis)
  • nach der Geburt: Geburtsurkunde des Kindes

Es wird eine öffentliche Urkunde erstellt, von der die Eltern eine beglaubigte Kopie erhalten. Wird die Vaterschaft schon vor der Geburt anerkannt, sollte diese beglaubigte Kopie schon zur Anmeldung der Geburt auf dem Standesamt mitgebracht werden.

Anmeldung des Kindes/Geburtsanzeige

Innerhalb der ersten Woche nach der Entbindung muss die Geburt des Kindes beim Standesamt angezeigt werden. Vom Standesamt wird daraufhin eine Geburtsurkunde ausgestellt.

Folgende Dokumente werden für die Geburtsanzeige benötigt:

  • Bescheinung der Geburt (durch Hebamme oder Arzt)
  • Kopie von Personalausweis oder Reisepass des Vaters
  • Kopie Personalausweis oder Reisepass der Mutter
  • Geburtsurkunden von Vater und Mutter
  • Beglaubigte Kopie der Eheurkunde bei verheirateten Eltern
  • Beglaubigte Kopie der Vaterschaftsanerkennung bei unverheirateten Eltern

Bei einem im Krankenhaus entbundenen Kind wird die Anmeldung meist automatisch vom Krankenhaus durchgeführt. Die Eltern müssen aber die benötigten eigenen Dokumente mitbringen und die Geburtsanzeige unterschreiben. Bei einer Hausgeburt müssen sich die Eltern selbst um die Geburtsanzeige kümmern. Häufig wird diese dann vom Vater durchgeführt. Dafür benötigt er in jedem Fall eine Vollmacht der Mutter.

In der Regel wird die Geburtsurkunde sofort ausgestellt und kann bei persönlicher Geburtsanzeige direkt mitgenommen werden oder wird an die Eltern nach Hause geschickt. Beglaubigte Abschriften (Kopien) der Geburtsurkunde werden für diverse weitere Formalien und Anträge nach der Geburt benötigt.

Einen Namen für das Kind auswählen

Bei der Geburtsanzeige müssen die Eltern entscheiden, welchen Vor- und Nachnamen das Kind tragen soll. Seinen Namen behält das Kind üblicherweise sein ganzes Leben, daher empfiehlt es sich, ihn mit Bedacht auszuwählen. Kann der Vorname nicht eindeutig einem weiblichen oder männlichen Geschlecht zugeordnet werden, müssen die Eltern einen zweiten geschlechtsspezifischen Vornamen wählen. Steht der Vorname des Kindes bei der Geburtsanzeige noch nicht fest, muss er innerhalb eines Monats nachgereicht werden.

Haben beide Eltern den gleichen Nachnamen (Ehenamen), erhält das Kind automatisch diesen Nachnamen. Tragen die Eltern unterschiedliche Familiennamen, dürfen sie wählen, welchen der Namen das Kind bekommen soll. Das gilt für verheiratete und für nicht verheiratete Eltern. Möglich ist also auch, dass bei unverheirateten Paaren das Kind den Namen des Vaters trägt. Doppelnamen für das Kind sind in Deutschland nicht zulässig. Die Wahl des Familiennamens für das Kind ist unwiderruflich und er gilt auch für alle weiteren gemeinsamen Kinder.

Wird bei einer unverheirateten, ledigen Mutter nichts anderes angegeben, erhält das Kind automatisch den Nachnamen der Mutter.

Krankenversicherung für das Kind

Während die Kosten für die Geburt und eventuelle Nachsorge (so ist etwa bei Kaiserschnitt ein längerer Krankenhausaufenthalt von Mutter und Kind nötig) noch über die Krankenversicherung der Mutter abgedeckt sind, benötigt das Kind sobald wie möglich eine eigene Krankenversicherung. Es empfiehlt sich, unmittelbar nach Aushändigung der Geburtsurkunde mit der Krankenkasse in Kontakt zu treten. Wie das Kind krankenversichert wird, hängt von der Versicherungssituation der Eltern ab.

Beide Eltern sind gesetzlich versichert: Das Kind wird automatisch in die Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkasse aufgenommen und zwar in der Regel beim besserverdienenden Elternteil. Die Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse ist für Kinder kostenfrei.

Ein Elternteil ist privat versichert, das andere gesetzlich: Auch in dieser Konstellation ist entscheidend, welcher Elternteil ein höheres Einkommen hat. Ist der mehr verdienende Elternteil gesetzlich krankenversichert, kommt das Kind automatisch in die kostenlose Familienversicherung. Hat der privat versicherte Elternteil ein höheres Einkommen (was meist der Fall ist), muss für das Kind eine eigene private Krankenversicherung abgeschlossen werden.

Beide Eltern sind privat versichert: Für das Kind muss eine eigene private Krankenversicherung abgeschlossen werden, denn in der privaten Krankenversicherung gibt es keine kostenfreie Familienversicherung. Dafür ist der Kinder-Tarif in der Regel erheblich günstiger als der für Erwachsene.

Haftpflichtversicherung

Bei vielen Haftpflichtversicherungen sind Kinder automatisch mitversichert. Das bedeutet: Verursacht das Kind einen Schaden, wird die Haftpflichtversicherung diesen begleichen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Eltern dies bald nach der Geburt mit ihrer Haftpflichtversicherung klären und das Kind gegebenenfalls zusätzlich mit versichern.

Kindergeld beantragen

In Deutschland erhalten Eltern für jedes Kind Kindergeld. Das Kindergeld ist eine staatliche Leistung, die unabhängig vom Einkommen für jedes Kind ausgezahlt wird. Aktuell erhält man monatlich für das erste und zweite Kind 194 Euro, für das dritte Kind 200 Euro und für jedes weitere Kind 225 Euro.

Das Kindergeld wird bereits für den Monat ausgezahlt, in dem das Kind geboren wurde (auch wenn es zum Beispiel am 30. des Monats geboren wurde). Es kann ab Antrag bis zu sechs Monate rückwirkend ausgezahlt werden.

Der Antrag auf Kindergeld muss bei der Familienkasse der für den Wohnort zuständigen Arbeitsagentur gestellt werden. Auf der Website der Arbeitsagentur steht der Kindergeld-Antrag als PDF-Datei zur Verfügung.

Der ausgefüllte und unterschriebene Antrag muss zusammen mit den erforderlichen Nachweisen bei der zuständigen Familienkasse eingereicht werden. Eine Übersicht über alle Familienkassen in Deutschland finden Sie hier ebenfalls als PDF-Dokument auf der Website der Arbeitsagentur.

Mutterschaftsgeld beantragen

Das Mutterschaftsgeld erhalten Frauen ab sechs Wochen vor bis acht Wochen nach der Geburt. Voraussetzung ist, dass sie während der Schwangerschaft entweder in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis standen oder freiwillig gesetzlich versichert mit Anspruch auf Krankengeld sind.

In der Regel beantragen werdende Mütter das Mutterschaftsgeld schon vor der Geburt. Die Geburtsurkunde muss dann nach der Geburt eingereicht werden. Es ist aber auch möglich, es noch nach der Geburt zu beantragen und rückwirkend zu beziehen. Damit kein finanzielles "Leck" entsteht, empfiehlt es sich aber das Mutterschaftsgeld frühzeitig spätestens zu Beginn des Mutterschutzes zu beantragen.

Elterngeld beantragen

Für frisch gebackene Eltern empfiehlt es sich, sobald wie möglich nach der Geburt das Elterngeld zu beantragen. Denn Elterngeld wird nur bis maximal drei Monate rückwirkend ausgezahlt. Stichtag ist das Datum der Antragstellung.

Eine Übersicht der Elterngeldstellen in den einzelnen Bundesländern finden Sie hier.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 01. Januar 2018
Quellen: Online-Informationen der staatlichen und kommunalen Behörden Baden-Württemberg: www.service-bw.de (Abruf: September 2015); Online-Informationen der Familienkasse: www.familienkasse.de (Stand: Januar 2018); Plagge, S. R.: MAMI to go. Die wichtigsten Checklisten für Schwangerschaft, Geburt, Babyzeit. Gräfe und Unzer, München 2013

Beiträge im Forum "Geburtstermin November/Dezember 2017"
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