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Ängste nehmen

Wie erkläre ich meinem Kind das Coronavirus?

Wie sag ich's meinem Kind? Kinder sind durch die vielen Informationen, Gerüchte und Einschränkungen aufgrund des Coronavirus oft sehr verunsichert. So nehmen Sie Ihrem Kind die Ängste und klären es sachlich auf.

Wie erkläre ich meinem Kind das Coronavirus?
Kommunikation zwischen Eltern und Kindern ist besonders in Zeiten des Coronavirus' wichtig, um Kindern die Ängste zu nehmen.
© iStock.com/fizkes

Kinder sind durch das Coronavirus und die Änderungen, welche die Maßnahmen dagegen mit sich bringen, besonders betroffen: Gerüchte verbreiten sich, das Händewaschen wird zur gefühlt wichtigsten Tätigkeit. Schulen und Kindergärten schließen oder werden nur noch als Not-Betreuung angeboten, in vielen Bundesländern sind bereits Spielplätze, Schwimmbäder und andere Orte, an denen viele Menschen zusammenkommen, gesperrt.

Mit der aktuellen Empfehlung, Kinder nicht mehr zu den Großeltern zu lassen und der Bitte, zu Hause zu bleiben, weitet das Coronavirus seinen Einfluss sogar bis ins Familienleben hinein aus.

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Eine noch nie da gewesene Situation, die viele Menschen verunsichert und besorgt. Kinder haben ein besonders feines Gespür für Stimmungen. Auch sie sind täglich wie die Erwachsenen Informationen und Bildern ausgesetzt, die sie beunruhigen, die sie aber noch nicht richtig einordnen können. Jetzt liegt es an den Eltern und am familiären Umfeld, sie dabei zu unterstützen, die "Coronakrise" zu verstehen und ihnen Ängste zu nehmen. Mit diesen Tipps kann das gelingen.

Coronakrise: Offen und ehrlich sein

Eltern sollten nicht versuchen, die Ereignisse rund um das Coronavirus herunterzuspielen. Die meisten Kinder werden ohnehin schon von den Ereignissen gehört haben.

Kinder bekommen zudem wesentlich mehr mit, als Erwachsene denken, belauschen auch Gespräche. Schnell verbreiten sich teilweise völlig übertriebene Gerüchte unter den Kindern, auch über Kurznachrichten und soziale Medien. Sprechen Sie daher lieber ganz offen mit Ihrem Kind über das Coronavirus. Dadurch helfen Sie ihm dabei, gut informiert zu sein und die überspringende Fantasie im Zaum zu halten.

In einer sicheren Umgebung fällt es Kindern leichter, über ihre Sorgen und Ängste zu sprechen. Die Experten des Kinderhilfswerks UNICEF empfehlen deshalb, ein solches Gespräch idealerweise in einem ruhigen Umfeld bei einer schönen Beschäftigung, zum Beispiel beim Malen oder einer anderen spielerischen Aktivität, zu führen.

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Das "Wie" hängt vom individuellen Kind ab

Wie Sie Ihrem Kind das Coronavirus erklären, hängt von Alter und Entwicklung ab. Eltern sollten einschätzen, wie viele weitere Informationen ein Kind sich darüber wünscht, so Diplom-Psychologe Bernd Kuhnert aus Köln: "Eltern sollten versuchen, ihr Kind abzuholen und einzuschätzen, wie weit es mitgehen möchte.

Sollten Eltern das Thema Coronavirus von sich aus ansprechen?

Erfahrungsgemäß sprechen Kinder Themen, die sie beschäftigen, von sich aus an, so Kuhnert: "Beobachten Sie Ihr Kind deshalb und finden Sie heraus, was es schon über das Coronavirus weiß. Schauen Sie dann, was es noch wissen möchte. Antworten Sie ehrlich und altersgemäß, aber ohne 'Katastrophisierung'."

Kinder sprechen häufig zunächst mit ihren Freunden über aktuelle Themen. Dabei entstehen auch viele Gerüchte und Übertreibungen. Eine Lehrerin aus dem Landkreis Neuss berichtet beispielsweise vom Mobbing eines Kindes mit asiatischem Migrationshintergrund durch Mitschüler. Hintergrund war das Gerücht, alle asiatischen Menschen würden das Coronavirus übertragen. Erst nach Aufklärung durch die Lehrerschaft verstummten die Gerüchte.

Psychologe Kuhnert betont, dass solche Gerüchte früher oder später auch zu Hause zur Sprache kommen: "Kinder fragen dann ihre Eltern: 'Die hat das gesagt, der hat das erzählt'. Daher ist wichtig, sich als Eltern selbst seriös zu informieren, möglichst sachlich zu antworten und Gerüchte zu entkräften."

Natürlich kann man in puncto Corona nicht immer auf dem neuesten Stand sein. Kuhnert empfiehlt Eltern, die eine Frage ihres Kindes gerade nicht beantworten können, ehrlich zu bleiben: "Sagen Sie dann, dass Sie es gerade selbst nicht wissen, sich aber informieren und Ihrem Kind dann antworten werden. Informieren Sie sich lieber bei seriösen Quellen wie dem Robert Koch-Institut oder dem Bundesgesundheitsministerium."

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Coronavirus: Medienberichte und Medienkompetenz

Gerade in dieser aufregenden Zeit erscheinen fast stündlich Updates in den Medien, oft werden auch selbst für Erwachsene irritierende Bildaufnahmen gezeigt. Trotzdem solle Medienkonsum nicht verboten werden, meint Angelika Stabenow vom Sicher-Stark-Team, da Kinder dann heimlich oder bei Freunden schauten: "Das kann mehr Ängste schaffen."

So wirkt beispielsweise das, was Kinder in den Nachrichten sehen, auf sie sehr real. Sie sehen sich schnell selbst als Betroffene, könnten etwa große Angst davor bekommen, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Erklären Sie Ihrem Kind dann, dass die Infektion (noch) selten ist, bei Kindern sehr mild verläuft und die Maßnahmen zum Schutz von Alten oder kranken Menschen getroffen werden. "Man muss den Kindern erklären, dass das, was sie in den Nachrichten sehen, nur ein Teil des Ganzen ist und unter Umständen auch nicht immer der Wahrheit entspricht", so Pädagogin Stabenow.

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Am wichtigsten: Vorbild sein

Kinder spüren sofort, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Werden die Eltern panisch, überträgt sich das auch auf die Kinder – egal, welchen Alters. Kopflose Panik ist daher kontraproduktiv. Zeige eine Mutter beispielsweise Angst, übertrage sie dieses Verhalten auf das Kind, meint Stabenow: "Wie die Kinder die Situation aufnehmen, hängt vor allem auch davon ab, wie die Eltern selbst damit umgehen. Eltern sind die Coaches und Vorbilder ihrer Kinder."

Ängste zur Pandemie ernst nehmen

Gerade in diesen bewegten Zeiten können große Ängste bei Kindern aufkommen. Entscheidend ist es nun, ihnen diese Ängste zu nehmen und zu erklären, was konkret passiert. Wichtig sei aber auch, die Ängste von Kindern ernstzunehmen und nicht herunterzuspielen, sagt Psychologe Kuhnert: "Kindern müssen ihre Ängste benennen können. Das gilt übrigens auch für Erwachsene: Auch Eltern dürfen zugeben, wenn sie sich Sorgen machen." Dabei gelte es aber, nicht unnötig in Panik zu verfallen.

Angelika Stabenow rät Eltern, in Sachen Ängste ein Vorbild zu sein und diese zu überwinden. Ziel sei es dabei, den Umgang mit Ängsten einzuüben.

Selbstwirksamkeit stärken

Zeigen Sie Ihrem Kind, wie es sich selbst vor einer Infektion schützen kann, das nimmt ihm die Angst: Regelmäßig Händewaschen mit Seife und sich vor allem draußen nicht in das Gesicht zu fassen, sind wichtige Schutzmaßnahmen. Erklären Sie Ihrem Kind die richtige Husten- und Niesetikette (in die Ellenbeuge). Wenn Ihr Kind nach einer Schutzmaske für das Gesicht fragt, sagen Sie, dass diese für die meisten Menschen nicht notwendig sind.

Coronavirus: Medientipps für Kinder

Mittlerweile gibt es zahlreiche Videos, in denen das Coronavirus kindgerecht erklärt wird. Wir haben die besten für Sie gesammelt. Sie haben weitere Tipps für uns? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an redaktion@9monate.de.

Über das Coronavirus

In diesem speziell für Kinder von der Stadt Wien/Österreich konzipierten Video wird das Coronavirus, seine Wirkung und der Schutz davor in leicht verständlicher Sprache erklärt:

Das Coronavirus Kindern einfach erklärt

Auch in dieser kurzen Animation, die für die Provinz Bozen/Südtirol erstellt wurde, wird Kindern erklärt, warum sie in den Wochen der Coronakrise zu Hause bleiben müssen.

Kindern das Coronavirus erklären

Eher für kleinere-/Kindergartenkinder ist das animierte Erklärvideo von "Kinderlieder mit Bobby".

Corona Erklärvideo für Kinder & Erwachsene

Über Viren und Bakterien

Das Video der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) veranschaulicht kindgerecht, wo überall Viren und Bakterien lauern, wie sie sich verbreiten und wie man sich schützen kann.

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