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Sonnenbrand beim Baby

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 08. August 2017

Auch Babys können unter zu starker Sonneneinstrahlung einen Sonnenbrand bekommen. Wie bei Erwachsenen ist der Sonnenbrand beim Baby schmerzhaft und äußert sich durch gerötete Haut.

Sonnenbrand beim Baby
Nur gut geschützt nach draußen - so lässt sich dem Sonnenbrand beim Baby vorbeugen
© iStock.com/MilosStankovic

Der wichtigste Schutz vor Sonnenbrand beim Baby ist ein effektiver Sonnenschutz, allen voran bedeckende Kleidung und Kopfbedeckung. Direkte Sonne sollte gemieden oder nur kurz genossen werden, dann aber morgens oder am Nachmittag/gegen Abend.

Sonnenschutz fürs Baby

Doch nicht immer lässt sich die gerötete Haut vermeiden - auch bei Babys nicht.

Wie äußert sich ein Sonnenbrand beim Baby?

Wie beim Erwachsenen wird der Sonnenbrand beim Baby auch erst einige Zeit nach der eigentlichen Verbrennung sichtbar. Die Haut wird rot und Berührungen an den betroffenen Hautstellen schmerzen. In extremen Fällen bilden sich Blasen.

Sonnenbrand beim Baby – was tun?

Bei Sonnenbrand oder Verdacht auf Sonnenbrand sollte das Baby sofort raus aus der Sonne geholt werden, am besten in Innenräume. Denn die Sonneneinstrahlung kommt auch in den Schatten – nur weniger intensiv.

Da es sich beim Sonnenbrand um eine Hautverbrennung handelt, sollte die Haut des Babys zunächst gekühlt werden. Ideal ist ein feuchtes, kaltes Handtuch oder ein Waschlappen, je nach Größe des Sonnenbrandes. Auch kalter Quark oder Joghurt, auf die betroffenen Stellen aufgetragen, wirkt kühlend. Dieser sollte nur verwendet werden, wenn das Baby es verträgt. Die kühle Feuchtigkeit auf der Haut lindert auch Schmerzen.

Wichtig: Äußerst vorsichtig vorgehen, wenn sich Blasen gebildet haben! Blasen können platzen und sich entzünden. Daher lieber ausschließlich kühlen und dann mit dem Baby zum Arzt gehen.

In der Apotheke gibt es spezielle Sonnenbrandgels oder -salben, die teilweise auch bei Babys angewendet werden dürfen. Hat das Baby einen leichten Sonnenbrand, wirkt Aloe-Vera-Gel oder für Babys geeignete After-Sun-Lotion ebenfalls kühlend und beruhigend auf die gereizte Haut. Nicht geeignet sind fetthaltige Cremes oder Salben, weil sie einen Hitzestau verursachen.

Das Baby viel trinken lassen hilft, den Flüssigkeitsverlust durch den Sonnenbrand auszugleichen und die Heilung der Haut zu unterstützen.

Nach der akuten Phase können kühlende und feuchtigkeitsspendende Gels zum Einsatz kommen. Auch hier empfiehlt sich Aloe-Vera-Gel oder auch das frische Gel aus dem Aloe-Vera-Blatt - in manchen Urlaubsregionen wächst Aloe Vera ja auch natürlich. Dafür einfach einen Stängel möglichst weit unten abschneiden und einige Minuten warten, bis sich auf der Schnittstelle eine weiße Substanz gebildet hat. Diese abwischen und dann das frische Aloe-Vera-Geld direkt vom Stengel vorsichtig auf die Haut auftragen. Darauf achten, dass die Schnittkanten Babys empfindliche Haut nicht kratzen.

Natürliche Gels ohne Alkohol und mit Pflanzenauszügen, zum Beispiel mit Kamille oder Eichenrinde, helfen der Haut ebenfalls, sich zu regenerieren.

Sonnenbrand beim Baby: Erste Hilfe

  • Sofort aus der Sonne und in Innenräume mit dem Baby gehen!
  • Das Baby viel trinken lassen!
  • Für Kühlung und Schmerzlinderung sorgen (z.b. durch kalte Kompressen)!
  • Sonnenbrandgel oder eine für Babys geeignete After-Sun-Lotion auftragen.
  • Bei schweren Verbrennungen mit dem Baby sofort zum Arzt gehen!

Sonnenbrand beim Baby – wann zum Arzt?

Zeigen sich tiefdunkelrote Stellen oder bilden sich sogar Blasen auf dem Sonnenbrand, sollte das Baby unmittelbar einem Arzt vorgestellt werden. Gleiches gilt, wenn das Baby trotz erster Kühlungsmaßnahmen weiterhin offensichtlich unter Schmerzen leidet oder ein dauerhaftes Unwohlsein zeigt.

Fieber, Erbrechen oder ein hochroter und heißer Kopf können Hinweise auf einen Sonnenstich sein. Der Kopf des Babys sollte nun höher gelagert und mit feuchten Tüchern gekühlt, anschließend ein Arzt aufgesucht werden. Tritt Bewusstlosigkeit auf, handelt es sich um einen Notfall (Hitzschlag)! In diesem Fall muss ein Notarzt gerufen oder sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Sonnenstich: Was tun?

Sonnenbrand beim Baby vorbeugen

Sonnenschutz ist die wichtigste Maßnahme, dem Sonnenbrand beim Baby vorzubeugen – und den haben die Eltern in der Hand. Babys und Kleinkinder gehören nicht in die pralle Sonne und sollten sich nach Möglichkeit im Schatten aufhalten. Am Strand kann ein Sonnenschirm oder eine Strandmuschel für Schatten sorgen. Die Mittagssonne grundsätzlich meiden und mit dem Baby lieber nach drinnen gehen. In gut gekühlten Innenräumen ist das Baby auch vor zu hoher Hitze geschützt. Auch an bewölkten Tagen dringt noch Sonnenstrahlung durch, daher auch bei Bewölkung für ausreichenden Sonnenschutz sorgen.

Lange Kleidung schützt Babys empfindliche Haut ebenfalls vor Sonnenbrand. Ideal ist spezielle Sonnenschutzkleidung, die sich teilweise auch zum Baden eignet. Im Sommer sollten Babys Hütchen mit breiter Krempe oder Mützen mit Nackenschutz tragen. Freiliegende Hautflächen können mit Sonnencreme speziell für Babys eingecremt werden, besonders Gesicht, Hals, Nacken und Handflächen. Einige Kinderärzte empfehlen den Einsatz von Sonnencreme bei Babys erst ab dem sechsten Lebensmonat, da Sonnencremes Stoffe enthalten können, auf die Babys Haut empfindlich reagiert.

Welche Folgen hat ein Sonnenbrand beim Baby?

Richtig behandelt verheilt der Sonnenbrand beim Baby in der Regel bald wieder. Die Hautstruktur hat jedoch Schäden davongetragen. Gerade die empfindliche Babyhaut ist noch nicht in der Lage, UV-Schäden zu "reparieren". Daher steigt das Hautkrebsrisiko im Erwachsenenalter besonders durch Sonnenbrände in der Kindheit stark an.

Nachdem der Sonnenbrand verheilt ist, das Baby also nicht wieder zu viel Sonnenstrahlung aussetzen.

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 08. August 2017
Quellen
Beiträge im Forum "Geburtstermin November/Dezember 2017"
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