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Ganz einfach selbst gemacht

Masken: So schützen sie vor dem Coronavirus

In ganz Deutschland wird ab kommender Woche das Tragen von Masken in bestimmten Bereichen Pflicht, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Während Partikelfilter- und OP-Schutzmasken rar sind, lassen sich einfache Masken auch ganz leicht selbst herstellen.

Masken für die ganze Familie: So schützen sie
Ältere Kinder können schon einen selbst gemachten Mund- und Nasenschutz tragen, für Babys und Kleinkinder ist er nicht geeignet.
© iStock.com/ti-ja

In diesem Artikel lesen Sie:

Vor allem in asiatischen Ländern ist das Tragen von Atemschutzmasken in der Öffentlichkeit während der Corona-Pandemie üblich. In Deutschland tat man sich bislang schwer damit. Das änderte sich jedoch in den vergangenen Wochen: Nun empfiehlt auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte das Tragen selbst hergestellter Masken. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn twitterte bereits am 31. März:

Ob selbst genäht oder im Handel erworben: Community-Masken reduzieren das Risiko, andere anzustecken. Wer sie trägt, schützt andere. Sie bieten jedoch keinen medizinischen Schutz vor Ansteckung. #coronavirus https://t.co/dWZAoLMyW0

— Jens Spahn (@jensspahn) March 31, 2020
Masken für Kinder: Was beachten?


Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr

Einige Bundesländer sowie vereinzelte Kommunen hatten bereits früher im April eine sogenannte Maskenpflicht im Einzelhandel und/oder öffentlichen Nahverkehr beschlossen:

  • Sachsen: seit 20. April
  • Sachsen-Anhalt: seit 23. April
  • Thüringen: ab 24. April

In allen anderen Bundesländern müssen Menschen spätestens ab dem 27. April 2020 Mund und Nase bedecken, sobald sie Bus und Bahn betreten. In Geschäften gilt eine Maskenpflicht ab diesem Zeitpunkt ebenfalls in den meisten Bundesländern, mit diesen Ausnahmen:

  • Berlin
  • Brandenburg
  • Mecklenburg-Vorpommern

Alle Regelungen gelten für Kinder ab sechs Jahren. In Sachsen-Anhalt gilt die Maskenpflicht sogar für Kinder ab zwei Jahren, es wird aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass bei Nichtbeachten keine Bußgelder verhängt werden.

Nase und Mund müssen bedeckt sein

Nach wie vor gilt: Medizinische- und Partikelfiltermasken (FFP-Masken) sollten den Mitarbeitern im Gesundheitswesen vorbehalten sein. In Arztpraxen, Krankenhäusern oder in der Pflege ist der Bedarf an medizinischen Einwegmasken ebenfalls weiterhin hoch. Eine gute Alternative für Privatpersonen ist der Behelfs-Mund-Nasenschutz. Selbst genähte oder bestellte Stoffmasken oder auch ein Schal oder Tuch sind ebenfalls gut geeignet. Entscheidend ist: Nase und Mund müssen bedeckt sein.

Welche Materialien eignen sich für Masken?

Grundsätzlich eignen sich als Materialien alle Stoffe. Sie unterscheiden sich jedoch in ihrer Filtermöglichkeit. So schützt beispielsweise reine Baumwolle zu 70 Prozent, Leinen immerhin noch zu 62 Prozent. Je mehr Lagen eine Stoffmaske hat, desto stärker ist die Barriere. Beim Nähen sollte man jedoch auch die eigene Atmung im Hinterkopf behalten. Sie sollte durch die Stoffmaske nicht gestört werden. Dicke Stoffmasken können schnell unangenehm werden.

Masken selber machen: So geht's

Die Feuerwehr Essen hat auf ihrer Webseite eine Anleitung zum Selbernähen von rechteckigen Masken veröffentlicht. Natürlich sind auch andere Formen möglich. Hier wird aber ganz gut veranschaulicht, worauf es ankommt.

Zur Nähanleitung von Behelfs-Mund-Nasen-Schutz.

Annas Nähschule hat eine Nähanleitung für Masken für Erwachsene und Kinder veröffentlicht. Hier wird sogar erklärt, wie man die Maske so näht, dass ein Aktiv-Kohlefilter eingesetzt werden kann:

DIY Maske nähen - Behelfsmaske - Gesichtsmaske - für Erwachsene und Kinder

Eine weitere Variante zeigt Katja von Nähfrosch. Neben der rechteckigen zeigt sie auch die halbrunde Form. Außerdem sind die Schnittmuster für beide Masken auf Ihrer Webseite verlinkt:

Atemschutzmaske Mundschutz selber nähen: 2 Varianten #MaskeZeigen

Auch ohne Nähkenntnisse lässt sich eine Mund- und Nasenmaske ganz leicht selber machen. Wie das funktioniert, wird in diesem koreanischen Video erklärt (mit deutschen Untertitel):

Wie man in 1 Minute eine Maske macht! Tutorial für Filtermasken im koreanischen Stil

Helfen Masken gegen die Übertragung des Coronavirus?

Gerade zu Beginn der Corona-Pandemie hörte man immer wieder, dass Atemschutzmasken für die Bevölkerung nicht nötig seien. Aus gutem Grund – schließlich sind diese seit einigen Monaten extrem knapp. Die wenigen verfügbaren Exemplare, die wirklich vor Corona schützen können (Masken mit Partikelfiltern, die FFP2- und FFP3-Masken) sollten dem Personal in Kliniken und Arztpraxen vorbehalten sein. Auch in Pflege-, Alten- und Behindertenwohnheimen würden sie schützen. Aus Mangel ist man hier aber leider schon froh, wenn genügend OP-Masken aus Vlies zur Verfügung stehen.

Die "einfachen" Schutzmasken wie sie OP-Masken, aber auch selbstgemachte Masken aus Baumwolle oder anderen Materialien, darstellen, schützen vor dem Coronavirus – aber nur, wenn sie jeder trägt.

Sie stellen für Nanopartikel und Speicheltröpfchen, die jeder Mensch beim Atmen, Sprechen oder Husten verbreitet, eine gute Barriere dar. Tragen wir selbst eine Maske, schützen wir also andere. Tröpfchen und Partikel werden in der Maske aufgefangen und fliegen erst gar nicht in die Umgebung.

Denn selbst, wenn wir uns gesund fühlen, können wir das Coronavirus übertragen, wenn wir (unwissentlich) infiziert sind. Masken schützen daher andere Menschen vor einer Ansteckung.

Selbst gemachte Maske ist besser als keine Maske

Zu diesem Schluss kamen amerikanische Forscher schon im Jahr 2013: In einer Untersuchung testeten sie die Durchlässigkeit verschiedener Haushaltsmaterialien gegen 0,02 Mikrometer große Bakterien. Zur Einordnung: Das Coronavirus misst 0,1 Mikrometer, ist also fünf Mal größer als die getesteten Partikel.

Im Vergleich zur OP-Maske, die medizinischem und Pflegepersonal vorbehalten sein sollte, schnitt der Staubsaugerbeutel mit 86 Prozent Filtereffizienz am besten ab. Allerdings: Staubsaugerbeutelhersteller warnen eindringlich davor, diese als Filter für Masken zu verwenden. Staubsaugerbeutel können potentiell schädliche Stoffe enthalten, die beim Einatmen die Lunge sogar schädigen können. Deshalb: Normale Baumwolle, Geschirrtuch oder Schal filtern immer noch recht gut und schützen besser als kein Nasen-Mund-Schutz!

Filtereffizienz ausgewählter Haushaltsmaterialien
© Davies et al./9monate/Karin Wunder

Masken auch für Kinder?

In einer niederländischen Studie aus dem Jahr 2008 wurde die Schutzwirkung professioneller und selbst gemachter Schutzmasken bei Erwachsenen und Kindern verglichen. Insgesamt hatten Masken bei Kindern einen weniger schützendenden Effekt, was möglicherweise auf ihr höheres Aktivitätslevel zurückgeführt werden kann.

Trotzdem gilt die Pflicht, in Geschäften sowie Bus und Bahn Mund und Nase zu bedecken, ab Ende April auch für Kinder ab sechs Jahren (Ausnahme: In Sachsen-Anhalt ab zwei Jahren). Für Babys und jüngere Kinder sind sie nicht so gut geeignet, können aufgrund der Erstickungsgefahr sogar gefährlich werden.

Masken kommen zudem nur für ältere Kinder infrage, da sie diese schon einigermaßen korrekt tragen können. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte empfiehlt ebenfalls das Tragen von Masken erst ab dem Grundschulalter: Selbst, wenn jüngere Kinder eine Maske akzeptieren, könne durch unsachgemäßes Hantieren, Berühren oder Spielen mit der Maske die Infektionsgefahr sogar noch vergrößert werden.

Hygiene: So lernen Kinder Händewaschen

Worauf man im Umgang mit selbst gemachten Masken achten sollte

Auch beim Tragen von Masken gilt: Achten Sie immer auf die Hygieneempfehlungen zum Umgang mit dem Coronavirus: Händewaschen, nicht ins Gesicht fassen und ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen sind auch mit Maske unerlässlich.

So verwenden Sie die Maske richtig:

  • Reinigen Sie sich vor dem Aufziehen die Hände gründlich mit Seife, damit das Innere der Maske nicht kontaminiert wird.
  • Ziehen Sie die Maske richtig über Mund, Nase und Wangen. Im Idealfall reicht die Maske bis über das Kinn.
  • Prüfen Sie den richtigen Sitz der Maske, sodass an den Rändern möglichst wenig Luft hineingelangt, Sie aber trotzdem noch richtig atmen können.
  • Wird die Maske feucht, beispielsweise, weil Sie husten oder niesen mussten, nehmen Sie sie sobald wie möglich ab.
  • Denken Sie beim Abziehen der Maske daran, dass die Außenseite potentiell mit Erregern kontaminiert ist. Entsorgen Sie sie entweder in den Müll oder in einen gut verschließbaren Beutel, in dem sie bis zum Waschen aufbewahrt werden kann.
  • Waschen Sie Ihre Hände danach gründlich mit Seife – mindestens 20 Sekunden lang.
  • Waschen Sie gebrauchte Masken bei mindestens 60 Grad, besser noch bei 95 Grad, und ziehen Sie sie erst wieder nach vollständiger Trocknung auf.

Stoffmasken reinigen

Stoffmasken sollten nach jedem Tragen gewaschen beziehungsweise ausgekocht werden. Offizielle Empfehlungen zu Methoden und Temperaturen fehlen bislang. Die Virologen Alexander Kekulé und Christian Drosten empfehlen für Stoffmasken das Waschen bei mindestens 60 Grad Celsius. Verwendete Filter sollten nach jedem Tragen herausgenommen und entsorgt werden.

Warum Bärte das Tragen von Masken erschweren können

Das Nationale Institut für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz (NIOSH) der USA wies bereits Ende Februar auf Twitter auf mögliche Probleme beim Tragen von Atemschutzmasken bei Bartträgern hin. Die Behaarung könne verhindern, dass die Maske eng genug auf der Gesichtshaut anliegt. Dazu wurde eine Grafik mit "sicherer" und "unsicherer" Gesichtsbehaarung gepostet.



Da selbst gemachte Masken Mund und Nase ohnehin nicht hundertprozentig vor Stoffen in der Luft schützen, sondern eher zum Schutz anderer getragen werden, scheint dieser Aspekt hier keine große Rolle zu spielen. Anders sieht das bei Partikelfilter-Atemschutzmasken aus. Hier kann ein Bart dazu führen, dass die Maske undicht wird.

In einem Interview mit dem französischen Radiosender RTL warnte der Chef der Französischen Vereinigung der Notärzte davor, dass Coronaviren im Bart mehrere Stunden lang hängenbleiben könnten. Es ist also sinnvoll, den Bart während der Corona-Epidemie regelmäßig zu reinigen – vor allem, wenn man sich draußen aufgehalten hat.

Hygiene im Haushalt während Corona-Pandemie
Beiträge im Forum "Geburtstermin November/Dezember 2017"
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