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Montag, 20. November 2017
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Husten beim Baby

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Wenn zum Husten beim Baby Fieber kommt, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen!
(c) iStockphoto/ysuel

Husten beim Baby ist in erster Linie ein Symptom und oftmals keine eigenständige Erkrankung. Viele Ursachen können für Husten bei Säuglingen in Frage kommen, die meisten sind jedoch harmlos. Doch manchmal kann sich dahinter eine ernsthafte Erkrankung verbergen.

Hält ein Husten beim Baby länger an, könnte dies auf eine chronische Krankheit hinweisen.

Babys husten oft, dies ist auch meist normal. Husten ist ein Reflex, der Fremdkörper, Staub, Schleim oder Krankheitserreger mit hohem Tempo aus der Luftröhre schleudert. Für Babys ist häufiges Husten sehr anstrengend und manchmal auch mit Atemnot verbunden. Außerdem ist Husten das häufigste Symptom, weswegen Babys und Kinder beim Arzt vorstellig werden.

Akuter Hustenanfall bei Babys durch Fremdkörper - was tun?

Tritt der Husten beim Baby anfallartig auf und bemerkt man beim Säugling Atemnot, könnte ein Fremdkörper in der Luftröhre die Ursache sein. Dies passiert manchmal während oder unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme, wenn das Baby sich am Essen verschluckt. Der natürliche Hustenreflex setzt nun ein und macht idealerweise die Luftröhre wieder frei.

Auch kleine Spielzeugteile oder ähnliches können vom Baby aus Versehen eingeatmet werden und in der Luftröhre stecken bleiben. Schafft der Säugling es nicht, diesen durch Husten wieder loszuwerden, kann versucht werden, dem Baby mit der flachen Hand ein paar mal auf die Schulterblätter zu schlagen. Im Sitzen wird das Baby dazu bäuchlings über die Knie gelegt, Kopf und Oberkörper leicht nach unten geneigt. Mit einer Hand wird das Köpfchen gehalten, während die andere Hand fünf Mal auf die Schulterblätter schlägt. Löst sich der Gegenstand trotzdem nicht aus der Luftröhre, sollte sofort der Notarzt gerufen werden. Bis dieser eintrifft, sollten lebensrettende Sofortmaßnahmen eingeleitet werden. Bewusstlose, nicht atmende Kinder sollten in Rückenlage Atemspende und Herzmassage im Verhältnis 2:30 erhalten.

Fremdkörper in der Luftröhre - erste Maßnahmen beim Baby

  • Unterdrücken Sie nicht den natürlichen Hustenreflex, denn häufig wird durch diesen Hustenanfall die Luftröhre des Kindes wieder frei.
  • Versuchen Sie, den Fremdkörper aus Mund oder Rachen selbst zu entfernen.
  • Klopfen oder schlagen Sie das Kind bis zu fünf Mal zwischen die Schulterblätter. Legen Sie das Kind dazu bäuchlings über ein Knie, sodass der Oberkörper leicht nach unten neigt.
  • Halten Sie dabei das Köpfchen mit der einen Hand, während Sie mit der anderen zwischen die Schulterblätter schlagen.
  • Haben diese Maßnahmen keinen Erfolg, rufen Sie sofort den Notarzt.
  • Wenden Sie bei einem Baby (bis zu einem Jahr) nicht das Heimlich-Manöver an, da dadurch Leberverletzungen verursacht werden können.
  • Wenn das Kind zu ersticken droht, beginnen Sie mit den lebensrettenden Sofortmaßnahmen.

Husten beim Baby als Symptom für Erkrankungen

Es gibt eine Vielzahl an Erkrankungen, die bei Babys mit Husten einhergehen. Die wohl häufigste Ursache für einen akuten Husten ist ein Virusinfekt der oberen Atemwege, also eine Erkältung, wobei häufig auch gleichzeitig Schnupfen beim Baby auftritt. Das Abwehrsystem des Babys kann den Infekt in der Regel bekämpfen und so bessert sich der Husten meist nach einer Woche wieder deutlich.

Weitere Ursachen für Husten beim Baby können Lungenentzündung, Entzündung des Kehlkopfes oder der Luftröhre sein. Auch Infektionen der Nebenhöhlen, der Bronchien und Bronchiolen haben Husten bei Säuglingen als Begleitsymptom. Auch bei bakteriellen kommt es zu Husten beim Baby, diese sollten ärztlich behandelt werden. Immer wenn auch Fieber dabei auftritt oder der Husten länger dauert, sollten Eltern den Husten des Babys ärztlich abklären lassen.

Verschleimter oder "feuchter" Husten beim Baby

Gerade bei den typischen Erkältungskrankheiten sind die Atemwege des hustenden Babys oft verschleimt, der Husten hört sich "feucht" an. Ein verschleimter Husten wird "produktiver Husten" genannt, da das Husten dafür sorgen soll, dass der Schleim aus den Atemwegen nach draußen befördert, also abgehustet, wird. Ist der Husten verschleimt, handelt es sich entweder um klaren Schleim oder - im Falle einer Infektion mit Bakterien - um gelben bis grünen Schleim. Zum Ende einer Infektion der Atemwege wird ein bis dato "trockener", unproduktiver Husten meist zu "feuchtem", produktivem Husten.

Wenn der Husten beim Baby nachts auftritt

Tritt der Husten beim Baby nachts oder in den frühen Morgenstunden auf, kann das auf ein Asthma bronchiale oder auf eine Allergie - zum Beispiel Hausstaubmilbenallergie - hindeuten. In diesem Fall handelt es sich um einen trockenen, anfallsweise auftretenden Husten. Ein trockener nächtlicher Reizhusten beim Baby kommt auch als begleitendes Symptom einer Nasennebenhöhlenentzündung oder Sinubronchitis vor. Bei einer Bronchitis ist der Husten beim Baby nachts eher feucht.

Pseudokrupp-Anfälle machen sich beim Baby vor allem nachts mit bellendem Husten, pfeifenden Atemgeräuschen, heiserer Stimme, Erstickungsangst, Unruhe, Atemnot und Herzklopfen bemerkbar. Pseudokrupp gehört zu den chronischen Erkrankungen, die sich mit Husten bei Babys äußern. Er betrifft Babys ab dem sechsten Lebensmonat bis etwa zum sechsten Lebensjahr.

Wenn der Husten beim Baby bevorzugt nachts auftritt, kann das auch ein Hinweis auf eine zu trockene Raumluft sein. In diesem Fall empfiehlt sich häufigeres Lüften oder im Winter ein Raumbefeuchter. Hilfreich können auch ein Wasserkessel, auf die Heizung gestellt, oder über die Heizung gelegte feuchte Handtücher sein.

Husten beim Baby - wann zum Arzt?

Husten und Schnupfen kommen beim Baby häufig vor. Infekte verlaufen in den meisten Fällen auch unproblematisch. Kommt es zu Fieber oder tritt der Husten länger auf, sollten Sie mit Ihrem Baby zum Arzt gehen. Auch, wenn Sie vermuten, dass Ihr Baby unter Pseudokrupp (auch: Krupphusten) leidet, sollten einen Arzt aufsuchen. Der Arzt kann Ihnen entzündungshemmende Kortisonzäpfchen oder Hustensaft verschreiben. Beides kann die Symptome des Pseudokrupp lindern.

Sofort zum Arzt sollten Sie mit Ihrem Baby, wenn neben dem Husten folgende Symptome auftreten:

  • Atemnot, die sich trotz hustenlindernder Maßnahmen nicht bessert
  • hohes Fieber, bei bereits sprechenden Babys eine kloßige Stimme (Symptom der lebensbedrohlichen Kehldeckelentzündung)
  • sehr blasse oder bläuliche Verfärbung der Haut
  • starke Unruhe oder starke Schläfrigkeit

Da es sich bei einigen der Symptome um einen Notfall handeln kann, kann es auch angebracht sein, den Notarzt zu rufen. Allgemein gilt: Bleiben Sie selbst ruhig und versuchen Sie, Ihr hustendes Baby zu beruhigen. Es benötigt jetzt besonders viel Nähe und Stabilität. Wenn Sie unsicher sind oder nicht wissen, wie Sie den Husten bei Ihrem Baby einschätzen sollen, so gehen Sie lieber zum Arzt.

Wie wird die Ursache für Husten beim Baby diagnostiziert?

Akute Erkrankungen, die mit Husten bei Babys einhergehen, kann der Arzt oft mittels Befragung der Eltern und körperlicher Untersuchung des Säuglings herausfinden. Hierzu stehen ihm eine Vielzahl an Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung. Durch die beim Abhören typischen Geräusche kann der Arzt beispielsweise eine Bronchitis diagnostizieren.

Chronische Erkrankungen, die sich mit Husten beim Baby äußern, müssen auf jeden Fall abgeklärt werden, um die Gesundheit des Babys zu schützen. Der Arzt wird dann im Idealfall an weitere Fachmediziner verweisen. Asthma oder Allergien oder auch Pseudokrupp können ebenfalls zu chronischem Husten bei Babys führen.

Husten beim Baby: Das können Sie selbst tun

Was hilft gegen Husten beim Baby?

Grundsätzlich richtet sich die Therapie bei Husten immer nach der vom Arzt gestellten Diagnose. Handelt es sich beim Husten des Babys um einen viralen Infekt im Rahmen einer Erkältung, gibt es viele Hausmittel zur Linderung. Empfohlen werden unter anderem erhöhte Flüssigkeitszufuhr und feuchte, kühle Luft in den Räumen. Es versteht sich von selbst, dass in Wohnungen, in denen Kinder leben, nicht geraucht werden sollte. Anis oder Fenchel wirken schleimlösend. Inhalationen mit einprozentigem Salzwasser oder Kamille sind oft sinnvoll.

Welche Kräuter können helfen?

Bei trockenem Husten empfehlen Experten Spitzwegerich, Malve, Efeu oder Isländisch Moos, die reizmildernd wirken. Bei verschleimten Bronchien mit produktivem Husten kann Salbei und Thymian, auch in Kombination, helfen. Nützlich sei auch hier Efeu.

Bei Husten verursacht durch Pseudokrupp darf auf keinen Fall eine Inhalation mit ätherischen Ölen erfolgen, da dies die Schwellung der ohnehin gereizten Schleimhaut noch verstärken kann.

Vorsicht jedoch bei Produkten auf Honigbasis, beispielweise Fenchel- oder Spitzwegerichhonig, denn Honig dürfen Kinder erst ab dem zweiten Lebensjahr einnehmen. Keinesfalls sollten Kindern Produkte mit Kampfer oder Menthol bekommen.

Hustenmittel für Babys

Für Babys gibt es verschiedene - auch frei verkäufliche - Hustenmittel. Besonders bei trockenem Reizhusten wirkt Hustensaft oft wohltuend. Bitte fragen Sie Ihren Kinderarzt, ob und welches Hustenmittel er empfiehlt. Eventuell wird er auch ein Präparat verschreiben. Achten Sie besonders auf die Inhaltsstoffe, denn nicht alle Hustenmittel eignen sich für Babys und Kinder, weil zum Beispiel Alkohol oder bedenkliche Konservierer wie Natriumbenzoat enthalten sind. ÖKO-TEST hat im "Jahrbuch Kleinkinder 2015" verschiedene Hustenmittel für Kinder getestet.

Auf Nummer sicher gehen Sie immer, wenn Sie Hustensaft für Babys selber machen.

Hustensaft für Babys selber machen

Wen eine Bronchitis oder ähnliches vom Arzt ausgeschlossen wurde, kann ein Hustensaft dem Baby helfen, den Schleim zu lösen und abzuhusten. Davon dem Baby bei Husten drei Mal täglich einen Teelöffel Saft geben.      

250 ml Wasser
1 Teelöffel getrockneter Salbei
1 Teelöffel Thymian
100 g gehackte Zwiebel
100 g brauner Kandiszucker

Alles im Topf mischen und so lange köcheln, bis der Kandiszucker aufgelöst ist. Noch warm in eine Flasche füllen. Im Kühlschrank hält der Saft eine Woche.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 04. August 2017
Quellen: Schellenberg, Reiche, Blanck: Kinderkrankheiten von A bis Z, Trias Verlag Stuttgart, 2012; Gebauer-Sesterhenn, B., Pulkkinen, A., Edelmann, K.: Die ersten drei Jahre meines Kindes. Gräfe und Unzer Verlag, München 2011; Largo, H., Babyjahre, Piper Verlag GmbH München, 2012; Sitzmann, F.: Pädiatrie. Thieme Verlag, Stuttgart 2007

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