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Mittwoch, 22. November 2017
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Experten-Interview zur Sechsfach-Impfung

Experten-Interview zur Sechsfach-Impfung
Experte Kinderarzt Dr. Hofmann

Heute kann mit einem Piekser gegen mehrere Krankheiten gleichzeitig geimpft werden. Dies erfolgt mit so genannten Kombinationsimpfstoffen: Diese können gegen bis zu sechs Krankheitserreger auf einmal gerichtet sein.

So schützt eine Sechsfach-Impfung, die bei fast jedem Säugling und Kleinkind standardmäßig angewendet wird, vor Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hepatitis B und dem Bakterium Haemophilus Influenzae Typ b (Hib), also schwerwiegenden Infektionskrankheiten. Der Experte Dr. Gerhard Hofmann ist niedergelassener Kinderarzt in Würzburg und berät Eltern täglich in allen Fragen zum Thema Kinderimpfung.

Herr Dr. Hofmann, die Impfung soll relativ früh durchgeführt werden. Warum?

Mit dem vollendeten zweiten Lebensmonat erhält der Säugling die erste Impfung, die zweite und die dritte jeweils nach vier Wochen. Abgeschlossen wird die Grundimmunisierung zu Beginn des zweiten Lebensjahres. Es ist wichtig, dass die Babys möglichst früh geimpft werden, denn im Alter von fünf bis sechs Monaten haben sie die Leihimmunität der Mutter, den sogenannten Nestschutz, vollständig verloren. Die Impfung ist die wirksamste und nachhaltigste medizinische Maßnahme. Dank Impfungen können uns und unseren Kindern viele Infektionskrankheiten erspart bleiben.

Stellt eine Sechsfach-Impfung nicht eine Überbelastung für das kindliche Immunsystem dar?

Da das kindliche Immunsystem problemlos auf tausende von Antigenen reagieren kann, ist die Sorge einer Überlastung unbegründet. Die Belastung für das Kind ist bei einer Sechsfach-Impfung sogar deutlich geringer als bei mehreren entsprechenden Einzelimpfungen. Ohne Kombinationsimpfstoffe müsste man sich im Kindesalter mehr als 30 empfohlenen Einzelimpfungen stellen.

Dass Kombinationsimpfstoffe das kindliche Immunsystem nicht schwächen, konnte inzwischen auch in einer Vielzahl von Studien dokumentiert werden (nach Otto SE, et al. J Infect 2000, 41, 172–175).

Wie wichtig ist Ihnen eine umfassende Studienlage bei der Sechsfach-Impfung?

Ein breiter Erfahrungsschatz ist mir sehr wichtig. Ich verwende daher den Impfstoff, mit dem schon langjährige Erfahrungen vorliegen. Ich schätze dabei eine nachgewiesene gute Verträglichkeit und ihre Wirksamkeit. Der Impfstoff kann problemlos im gleichen Zeitfenster mit den üblichen Standard-Kinderimpfstoffen verabreicht werden, zusätzliche Arzttermine und lästige Wege für die Eltern entfallen damit.

Kann die Sechsfach-Impfung auch bei Frühgeborenen gegeben werden?

Zum Teil liegen spezifische Daten zu unterschiedlichen Patientengruppen vor. So kann ich die Impfung mit gutem Gewissen beispielsweise auch bei Frühgeborenen oder kleinen Patienten mit Immunschwäche einsetzen.

Sind nach der Impfung Nebenwirkungen zu erwarten?

Impfreaktionen, wie zum Beispiel Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle, Schmerzen und Fieber können bei über 10 Prozent der Impflinge auftreten. Diese Impfreaktionen sind aber nur ein Hinweis darauf, dass das Immunsystem auf die Impfung anspricht. Daher gibt es keinen Grund zu Besorgnis.

Warum ist der Schutz durch die Impfung so wichtig?

Dank relativ guter Impfraten erkranken heute nur noch wenige Kinder in Deutschland beispielsweise an Kinderlähmung oder Diphtherie. In anderen Ländern sind solche Krankheiten dagegen noch sehr verbreitet. Daher könnte es ohne eine konstant hohe Durchimpfungsrate immer wieder zum Ausbruch einer Epidemie kommen.

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Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2017

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