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Für jeden die richtige Wickelmethode

Windeln und Wickeln: So funktioniert es von Anfang an

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 25. Oktober 2019

Früher oder später beschäftigen sich alle werdenden Eltern mit Wickelmethoden und der Frage nach den richtigen Windeln. Sollen es Stoffwindeln oder Wegwerfwindeln sein oder wagt man sich in die Welt des "Windelfrei"?

Windeln und Wickeln: So funktioniert es von Anfang an
Welche Windeln ein Kind trägt, ist eher zweitrangig – Hauptsache, es ist trocken und zufrieden damit.
© iStock.com/Nicola Katie

Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Die Babypflege mit Stoff- oder Wegwerfwindeln unterscheidet sich jedoch nicht. Sogar ganz ohne Windeln kommen Eltern und Baby bei der Methode "Windelfrei" aus. Dabei werden Babys von den Eltern abgehalten, sobald sie mal müssen.

Mehr darüber erfahren Sie im entsprechenden Artikel zum Thema Windelfrei.

In diesem Artikel lesen Sie:

Wegwerfwindeln: praktisch und unaufwändig

Die meisten Eltern entscheiden sich heute immer noch für Wegwerfwindeln. Dabei gibt es diese Windeln in Deutschland erst seit den 1950-er-Jahren. Das Praktische daran: Wie der Name schon sagt, werden solche Einwegwindeln nach dem Wechseln einfach in den Windeleimer gesteckt und im Anschluss über den Hausmüll entsorgt. Nur für regelmäßigen Nachschub muss gesorgt werden. Etwa 1.000 bis 1.500 Euro investieren Eltern in Wegwerfwindeln, bis ihr Kind trocken ist. Damit übersteigen sie die relativ hohe Anfangsinvestition, die bei Stoffwindeln nötig ist, im Laufe der Zeit wieder – Wegwerfwindeln sind also, wenn man die Zeitspanne von der Geburt bis zum Trockenwerden eines Babys betrachtet, etwas teurer als Stoffwindeln.

Der Saugkern im Inneren der Wegwerfwindel verwandelt Flüssigkeit in ein Gel und sorgt so dafür, dass Babys Po schön trocken bleibt. So liegen Babys im Einwegmodell auch trockener als in der Stoffwindel. Die Öko-Bilanz der Wegwerfwindel ist allerdings dürftig: In der Herstellung haben sie einen hohen Rohstoffverbrauch und es dauert sehr lange, bis die Windeln verrotten. Einmalwindeln in Bio-Qualität sind zwar teurer, dafür aber umweltverträglicher, manchmal sogar ökologisch abbaubar und oft auch schonender zu Babys Haut. Laut ÖKO-Test sind aber auch die "normalen" Windeln zumindest dort, wo Hautkontakt besteht, frei von bedenklichen Stoffen. Im Test konnten lediglich an den Klebestellen optische Aufheller und andere Substanzen nachgewiesen werden, die aber in erster Linie Linie ein Umweltproblem darstellen. Insgesamt wird natürlich mit jeder Einwegwindel viel Müll produziert und die Tonne ist bis zur wöchentlichen Leerung oft schon übervoll.

Stuhlgang beim Baby in Bildern: Das sagt ein Blick in die Windel aus

Stoffwindeln: günstiger und wiederverwendbar

Während sie früher eher als "altbacken" angesehen wurden, erfreuen sich Stoffwindeln heute nicht zuletzt aufgrund des gestiegenen Umweltbewusstseins immer größerer Beliebtheit. Trotz hoher Anschaffungskosten in Höhe von 500 bis 700 Euro zu Beginn der Windelzeit sind sie im Vergleich zu Wegwerfwindeln immer noch günstiger. Wenn Sie weitere Kinder planen, sowieso. Aber der Aufwand, den Sie mit Stoffwindeln haben, ist natürlich ungleich höher: Statt sie nach Gebrauch einfach komplett in den Müll zu werfen, wird lediglich die Schutz- und Saugeinlage entsorgt – und die Windel selbst in die Waschmaschine gesteckt und gewaschen.

Die Auswahl an Stoffwindeln beziehungsweise Stoffwindel-Systemen ist recht groß. Viele Windeln wachsen durch geschicktes Falten der Windel einfach mit, sodass mit dem Wachstum nicht ständig neue Windelgrößen erstanden werden müssen. Dass man mit ihnen weniger Abfall produziert, liegt auf der Hand. Allerdings müssen die Stoffwindeln auch gewaschen und getrocknet werden und sind damit mit wesentlich mehr Arbeit verbunden. Ein paar Waschladungen kommen da schon zusammen, bis ein Kind trocken ist. Ob vorgefaltete Systeme, Binde- oder vorgeformte Windeln, mit oder ohne Klettverschluss, wenn Sie Interesse an Stoffwindeln haben, lassen Sie sich am besten im Fachhandel beraten. Dort haben Sie häufig auch die Möglichkeit, das Wickeln an Puppen auszuprobieren. So merken Sie schnell, ob die Stoffwindel etwas für Sie ist.

Konkret wird mit der Stoffwindel so gewickelt wie mit einer Wegwerfwindel. Je nach System gibt es verschiedene Varianten, bei denen die Windel entweder aus einem einzigen oder mehreren Teilen jeweils mit auswechselbarer Saugeinlage besteht. Viele Kinder vertragen Stoffwindeln besser als Einwegwindeln, obwohl sie sich schneller "nass" auf der Haut anfühlen.

Babys in Stoffwindeln werden oft eher trocken

In der Stoff- oder Mullwindel fühlen Babys eher die Nässe auf der Haut. Viele Eltern berichten, dass ihr Kinder darauf reagieren und früher/schneller trocken werden. Um Ihr Kind dabei zu unterstützen, können Sie auch noch bei einem "älteren" Baby versuchen, von der Einweg- auf die Stoffwindel umzusteigen.

Häufiges Wickeln beugt Hautreizungen vor

Wickeln Sie Ihr Kind regelmäßig, um einem wunden Po oder einer Windeldermatitis vorzubeugen. Babys zarte Haut ist am Po und im Genitalbereich besonders empfindlich. Und Ihr Kind bemerkt sehr wohl, wenn die Windel nass ist. Lassen Sie es deshalb nicht zu lange in der feuchten Windel und wechseln Sie lieber öfter. Neugeborene benötigen durchschnittlich sechs Mal täglich eine frische Windel – aber auch hier gilt natürlich: Ausnahmen bestätigen die Regel. Auch öfter oder seltener ist möglich. Viele Kinder machen während des Trinkens ihre Windel voll, denn das Saugen an Brust oder Flasche regt das Verdauungssystem an. Machen Sie dann eine kurze Pause, wickeln Sie Ihr Kind und lassen Sie es, wenn es mag, zu Ende trinken.

Tipps und Hausmittel gegen Windeldermatitis

Was bedeutet "breites Wickeln"?

Das sogenannte breite Wickeln wird zur Vorbeugung von Hüftdysplasien oder Hüftgelenksdysplasien und zur Stabilisierung der Hüftgelenke für alle Kinder empfohlen. Normalerweise ist das sowohl bei Wegwerfwindeln als auch bei Stoffwindel-Systemen schon vom Hersteller berücksichtigt. Viele Hebammen empfehlen tatsächlich Stoffwindeln bei leichten Hüftdysplasien, die sie oft aus mehreren Lagen bestehen und die Beinchen dadurch automatisch etwas weiter auseinander gehalten werden.

Lesen Sie hier mehr über die Hüftdysplasie beim Baby.

Pflege des Windelbereichs

Unabhängig davon, für welche Wickelmethode Sie sich entscheiden, ist die Pflegeroutine des Windelbereichs bei beiden gleich. Reinigen Sie den Po und die Hautfalten sanft mit einem Waschlappen und lauwarmem Wasser von Stuhl, Urin und eventuellen Cremeresten. Tupfen Sie die Haut dann mit einem anderen Tuch sanft trocken, bevor Sie die neue Windel anlegen. Eine Salbe oder Creme ist nur bei gereizter Haut empfehlenswert.

Lesen Sie hier mehr darüber, wie Sie ein Baby richtig wickeln.

Der Wickeltisch: Sicherheit ist entscheidend

Natürlich können Sie Ihr Kind auch auf dem Boden wickeln. Das ist sogar am sichersten, denn hier herrscht keine Absturzgefahr. Die Anschaffung eines Wickeltisches oder einer Wickelkommode kann sich aber schon allein aus praktischen Gründen empfehlen. Denken Sie daran, dass Sie Ihr Kind etwa zwei Jahre lang täglich mehrmals wickeln werden. Auch Aufsätze für Badewannen eignen sich zum Wickeln. Der Wickelplatz sollte so hoch sein, dass Sie sich nicht zu sehr nach vorne krümmen müssen, das beugt Rückenschmerzen vor. Die Seitenteile sollten mit mindestens 20 Zentimetern ausreichend hoch und gepolstert, die Ecken abgerundet sein. Vor allem aber gilt: Lassen Sie immer eine Hand an Ihrem Baby! So lassen sich Sturzunfälle verhindern, denn spätestens, wenn Ihr Baby mehr und mehr mobil wird, liegt es nicht mehr ruhig auf dem Wickeltisch, sondern möchte sich bewegen.

Lesen Sie hier mehr über die Grundausstattung am Wickeltisch.

Auch die Anschaffung einer Wärmelampe kann sich lohnen, wenn der Wickelort vor allem in den kalten Jahreszeiten nicht warm genug ist. Über der abwaschbaren, weichen Wickelmatte empfiehlt sich ein weiches Handtuch, das sich bei mindestens 60 Grad waschen lässt. Unterwegs tut es auch die Wickeltasche. So haben Sie alle wichtigen Wickel-Utensilien immer dabei.

Baby-Erstausstattung: Diese Dinge brauchen Sie wirklich
Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 25. Oktober 2019
Quellen
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