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Für jeden die richtige Wickelmethode

Windeln: So klappt das Wickeln von Anfang an

Früher oder später beschäftigen sich alle werdenden Eltern mit Wickelmethoden und der Frage nach den richtigen Windeln. Sollen es Stoffwindeln oder Wegwerfwindeln sein oder wagt man sich an "Windelfrei"?

Windeln und Wickeln: So funktioniert es von Anfang an
Welche Windeln ein Kind trägt, ist eher zweitrangig – Hauptsache, es ist trocken und zufrieden damit.
© iStock.com/Nicola Katie

Die Babypflege mit Stoff- oder Wegwerfwindeln unterscheidet sich im Wesentlichen nicht. Ganz ohne Windeln kommen Eltern und Baby bei der Methode "Windelfrei" aus. Dabei werden Babys von den Eltern abgehalten, sobald sie mal müssen.

In diesem Artikel lesen Sie:

Stuhlgang beim Baby in Bildern: Das sagt ein Blick in die Windel aus

Wegwerfwindeln: praktisch und unaufwändig

Die meisten Eltern entscheiden sich heute immer noch für Wegwerfwindeln. Wie der Name schon sagt, werden Einwegwindeln nach dem Wechseln einfach in den Windeleimer gesteckt und im Anschluss über den Hausmüll entsorgt. Etwa 1.000 bis 1.500 Euro investieren Eltern in Wegwerfwindeln, bis ihr Kind trocken ist. Damit übersteigen sie die relativ hohe Anfangsinvestition, die bei Stoffwindeln nötig ist, im Laufe der Zeit wieder. Wegwerfwindeln sind also, wenn man die Zeitspanne von der Geburt bis zum Trockenwerden eines Babys betrachtet, etwas teurer als Stoffwindeln.

Der Saugkern im Inneren der Wegwerfwindel verwandelt Flüssigkeit in ein Gel und sorgt so dafür, dass der Po des Babys trocken bleibt. So liegen Babys im Einwegmodell auch trockener als in der Stoffwindel.

Die Öko-Bilanz der Wegwerfwindel ist allerdings dürftig: In der Herstellung haben sie einen hohen Rohstoffverbrauch und es dauert sehr lange, bis die Windeln verrotten. Einmalwindeln in Bio-Qualität sind zwar teurer, dafür aber umweltverträglicher, manchmal sogar ökologisch abbaubar und oft auch schonender zu Babys Haut.

Wegwerfwindeln sind in unterschiedlichen Größen erhältlich, die sich am Gewicht des Babys orientieren:

  • Größe 0: 1–2,5 kg (Frühchen)
  • Größe 1: 2–5 kg (Neugeborene)
  • Größe 2: 3–6 kg
  • Größe 3: 4–9 kg
  • Größe 3+: 5–10 kg
  • Größe 4: 7–18 kg
  • Größe 4+: 9–20 kg
  • Größe 5: 11–25 kg
  • Größe 5+: 13–27 kg
  • Größe 6: 16–30 kg
  • Größe 6+: 17–32 kg

Stoffwindeln: günstiger und wiederverwendbar

Während sie früher eher als "altbacken" angesehen wurden, erfreuen sich Stoffwindeln heute nicht zuletzt aufgrund des gestiegenen Umweltbewusstseins immer größerer Beliebtheit. Trotz hoher Anschaffungskosten in Höhe von 500 bis 700 Euro zu Beginn der Windelzeit sind sie im Vergleich zu Wegwerfwindeln immer noch günstiger. Allerdings ist der Aufwand mit Stoffwindeln höher: Statt sie nach Gebrauch einfach komplett in den Müll zu werfen, wird lediglich die Schutz- und Saugeinlage entsorgt – und die Windel selbst in die Waschmaschine gesteckt und gewaschen.

Die Auswahl an Stoffwindeln beziehungsweise Stoffwindel-Systemen ist recht groß. Viele Windeln wachsen durch geschicktes Falten der Windel einfach mit, sodass mit dem Wachstum nicht ständig neue Windelgrößen erstanden werden müssen. Ob vorgefaltete Systeme, Binde- oder vorgeformte Windeln, mit oder ohne Klettverschluss – wer Interesse an Stoffwindeln hat lässt sich am besten im Fachhandel beraten. Dort hat man häufig auch die Möglichkeit, das Wickeln an Puppen auszuprobieren und merkt schnell, ob Stoffwindeln etwas für einen sind.

Konkret wird mit der Stoffwindel so gewickelt wie mit einer Wegwerfwindel. Je nach System gibt es verschiedene Varianten, bei denen die Windel entweder aus einem einzigen oder mehreren Teilen jeweils mit auswechselbarer Saugeinlage besteht.

Was man beim Waschen von Stoffwindeln beachten muss:

  • Den Stuhl vor dem Waschen über die Toilette entsorgen, Reste gegebenenfalls abschaben. Milchstuhl kann in der Waschmaschine mitgewaschen werden.
  • Windelvlies, an das nur Urin gelangt ist, muss nicht weggeworfen werden, sondern kann auch gewaschen werden, am besten bei 60°C. Verkotetes Windelvlies einfach über den Restmüll entsorgen.
  • Vor dem Waschgang in der Waschmaschine können Stoffwindeln eingeweicht werden. Das hilft, den verfestigten Schmutz zu lösen.
  • Überhosen können bei 40°C oder 60°C gewaschen werden. Niedrigere Temperaturen reichen, da Überhosen meist nicht allzu viel Schmutz abbekommen.
  • Die Waschmaschine sollte nicht komplett voll sein, sodass sich die Windeln noch gut bewegen und ordentlich sauber werden können.

Babys in Stoffwindeln werden oft eher trocken

Viele Kinder vertragen Stoffwindeln besser als Einwegwindeln, obwohl sie sich schneller "nass" auf der Haut anfühlen. In der Stoff- oder Mullwindel fühlen Babys eher die Nässe auf der Haut. Viele Eltern berichten, dass ihr Kinder darauf reagieren und früher/schneller trocken werden. Um Ihr Kind dabei zu unterstützen, können Sie auch noch bei einem "älteren" Baby versuchen, von der Einweg- auf die Stoffwindel umzusteigen.

Wann braucht das Baby eine andere Windelgröße?

Sobald eines der folgenden Anzeichen auftritt, könnte ein Umstieg auf die nächstgrößere Windelgröße notwendig sein:

  • Die Windel läuft aus. Dann kann sie sowohl zu groß als auch zu klein sein.
  • Das Baby scheint sich in der Windel sehr unwohl zu fühlen.
  • Es treten Rötungen an Bauch und Oberschenkel auf.
  • Man kann nicht mehr mit zwei Fingern in das Bündchen greifen. Dann ist die Windel zu eng geworden.

Daran erkennt man die richtige Windelgröße

  • Das Bündchen sitzt direkt unterhalb des Bauchnabels.
  • Genau zwei Finger passen zwischen Babybauch und Bündchen.
  • Die Windel liegt an den Beinen an, schneidet aber nicht ein.
  • Es treten keine Rötungen an Bauch und Oberschenkel auf, das Baby fühlt sich wohl.

Häufiges Wickeln beugt Hautreizungen vor

Wickeln Sie Ihr Kind regelmäßig, um einem wunden Po oder einer Windeldermatitis vorzubeugen. Babys zarte Haut ist am Po und im Genitalbereich besonders empfindlich. Und Ihr Kind bemerkt sehr wohl, wenn die Windel nass ist. Lassen Sie es deshalb nicht zu lange in der feuchten Windel und wechseln Sie lieber öfter. Neugeborene benötigen durchschnittlich sechs Mal täglich eine frische Windel – aber auch hier gilt natürlich: Ausnahmen bestätigen die Regel. Auch öfter oder seltener ist möglich. Viele Kinder machen während des Trinkens ihre Windel voll, denn das Saugen an Brust oder Flasche regt das Verdauungssystem an. Machen Sie dann eine kurze Pause, wickeln Sie Ihr Kind und lassen Sie es, wenn es mag, zu Ende trinken.

Tipps und Hausmittel gegen Windeldermatitis

Was bedeutet "breites Wickeln"?

Das sogenannte breite Wickeln wird zur Vorbeugung von Hüftdysplasie oder Hüftgelenksdysplasien und zur Stabilisierung der Hüftgelenke für alle Kinder empfohlen. Normalerweise ist das sowohl bei Wegwerfwindeln als auch bei Stoffwindel-Systemen schon vom Hersteller berücksichtigt. Viele Hebammen empfehlen tatsächlich Stoffwindeln bei leichten Hüftdysplasien, die sie oft aus mehreren Lagen bestehen und die Beinchen dadurch automatisch etwas weiter auseinander gehalten werden.

Pflege des Windelbereichs

Unabhängig davon, für welche Wickelmethode Sie sich entscheiden, ist die Pflegeroutine des Windelbereichs bei beiden gleich. Reinigen Sie den Po und die Hautfalten sanft mit einem Waschlappen und lauwarmem Wasser von Stuhl, Urin und eventuellen Cremeresten. Tupfen Sie die Haut dann mit einem anderen Tuch sanft trocken, bevor Sie die neue Windel anlegen. Eine Salbe oder Creme ist nur bei gereizter Haut empfehlenswert.

Der Wickeltisch: Sicherheit ist entscheidend

Natürlich können Sie Ihr Kind auch auf dem Boden wickeln. Das ist sogar am sichersten, denn hier herrscht keine Absturzgefahr. Die Anschaffung eines Wickeltisches oder einer Wickelkommode kann sich aber schon allein aus praktischen Gründen empfehlen. Denken Sie daran, dass Sie Ihr Kind etwa zwei Jahre lang täglich mehrmals wickeln werden. Auch die Anschaffung einer Wärmelampe kann sich lohnen, wenn der Wickelort vor allem in den kalten Jahreszeiten nicht warm genug ist. Unterwegs tut es auch die Wickeltasche.

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