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Naschen nur in Maßen

Süßigkeiten für Kinder: Wie viel Zucker ist erlaubt?

Süßigkeiten üben auf Kinder zwar einen besonderen Reiz aus, dennoch sollte der Zuckerkonsum so gering wie möglich sein. Ab wann Kinder Süßes essen dürfen, wie viel in Ordnung ist und welche Regeln Eltern einführen sollten, um die Gesundheit ihrer Kinder zu schützen.

Mädchen mit Honigkuchen
© GettyImages/Sally Anscombe

Ob bei der Geburtstagsfeier, an Halloween, in der Fernsehwerbung oder im Supermarkt – in der Welt der Kinder sind Süßigkeiten heutzutage allgegenwärtig. Sie strikt zu verbieten, ist daher kaum möglich und entspricht auch nicht den Empfehlungen von Fachleuten. Denn: Strenge Verbote führen dazu, dass Kinder heimlich naschen oder Heißhungerattacken begünstigt werden. Da ein Zuviel an Zucker sich aber negativ auf die Gesundheit auswirken kann, sollte der Verzehr nur selten und dann ganz bewusst erfolgen.

Artikelinhalte auf einen Blick:
Knabbereien und Süßigkeiten für Kinder: Tipps für den richtigen Umgang damit

Ab wann dürfen Kinder Süßigkeiten essen?

Süßigkeiten sind kein Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Das heißt: Kinder brauchen Süßigkeiten nicht, um gesund groß zu werden. Theoretisch ist es also möglich, komplett auf den Zucker zu verzichten, der Süßigkeiten und Knabbereien industriell zugesetzt wird.

Solange Kinder noch keine Süßigkeiten bekommen, vermissen sie diese nicht. Süßes wie Kuchen, Kekse oder Eis sollte von Eltern daher auch nicht aktiv angeboten werden. Jedes Kind kommt jedoch in ein Alter, in dem es automatisch mit Süßigkeiten konfrontiert wird und den Wunsch danach äußert. Bei Kindern, die bereits ein älteres Geschwisterkind haben, geschieht dies meist früher. Ist das Kind einmal auf den Geschmack gekommen, wird es Süßigkeiten immer wieder einfordern.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt, Süßigkeiten maßvoll und ganz bewusst in den Alltag zu integrieren – zum Beispiel direkt im Anschluss an das Mittagessen. Kinder sollen Süßigkeiten als etwas Besonderes betrachten: Die Leckereien sind zum Genießen da und dürfen weder zwischendurch genascht werden noch als Trost oder Beschäftigung dienen.

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Wie viele Süßigkeiten dürfen Kinder am Tag essen?

Experten sind sich einig: Der Zuckerkonsum für Kinder sollte gering gehalten werden. Welche Menge genau als angemessen erscheint – darüber gibt es verschiedene Aussagen. Sie alle werden jedoch vor dem Hintergrund getroffen, dass es sich dabei um maximale Obergrenzen und nicht um Verzehrsempfehlungen handelt.

Die American Heart Association (AHA) gibt an, dass ein Kind im Alter zwischen zwei und 18 Jahren pro Tag weniger als sechs kleine Teelöffel, also weniger als 25 Gramm Zucker, zu sich nehmen sollte. Das bedeutet: Dieser Grenzwert darf als Gesamtmenge aus zuckerhaltigen Lebensmitteln, Getränken oder Süßigkeiten nicht überschritten werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Deutsche Adipositas-Gesellschaft e. V. (DAG) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft e. V. (DDG) sprechen sich dafür aus, dass die maximale Zufuhr freier Zucker weniger als zehn Prozent der Gesamtenergiezufuhr betragen sollte. Ein Beispiel: Benötigt ein vier bis sechsjähriges Kind 1.450 Kilokalorien (kcal) pro Tag, dürfen davon höchsten 145 kcal in Form von Süßigkeiten und anderen zuckerreichen Lebensmitteln aufgenommen werden. Als "freier Zucker" wird übrigens der Zucker verstanden, der Lebensmitteln zugesetzt wird oder der als natürlicher Zucker in Honig, Sirup, Fruchtsäften oder Fruchtkonzentraten enthalten ist.

Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung haben Verzehrsstudien gezeigt, dass diese Empfehlungen überschritten werden: Bei Kindern und Jugendlichen beträgt die Zufuhr statt der empfohlenen zehn Prozent aktuell 17,5 Prozent.

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Folgen von zu hohem Zuckerkonsum

Süßigkeiten stecken voller Zucker und treiben den Gesamtwert der Zufuhr deshalb rasant in die Höhe. Dies wirkt sich auf Dauer negativ auf die Gesundheit des Kindes aus – Übergewicht und Karies können entstehen.

Gerade durch Übergewicht können im Laufe des Lebens zahlreiche Folgekrankheiten begünstigt werden. Dazu gehören zum Beispiel:

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Wie viel Zucker steckt in welcher Süßigkeit?

Ein Blick auf die Nährwerte verrät dir beim Einkauf, wie viel Zucker in welcher Süßigkeit enthalten ist. Hier findest du einige Beispiele:

Süßigkeit Zuckergehalt in Gramm
1 Schokoriegel 12 g
1 Kugel Eiscreme 7 g
4 Butterkekse 5 g
10 Fruchtgummis 14 g
1 Riegel Schokolade 10 g
1 Stück Obstkuchen (100 g) 28 g

Zuckerfallen vermeiden: Worauf du beim Einkauf achten solltest

Nicht nur vor dem Süßigkeitenregal lohnt sich eine Prüfung der Zutatenliste – überall im Supermarkt kannst du in Zuckerfallen tappen. Lebensmittel, die speziell als "Kinderprodukte" ausgezeichnet werden, versprechen zum Beispiel oft, sie seien für den Nachwuchs besonders gesund. Meist ist jedoch das Gegenteil der Fall: Sie stecken voller Zusatzstoffe und jeder Menge Zucker. Solche Fruchtjoghurts oder Milchsnacks werden zu einer ausgewogenen Ernährung nicht benötigt. Betrachte diese Produkte daher eher als Süßigkeit, die nur in Ausnahmefällen gegessen werden darf.

Noch ein wichtiger Hinweis für deinen Einkauf: Zucker hat viele Namen! Auch hinter folgenden Begriffen versteckt sich Zucker:

  • Saccharose = Kristall-/Haushaltszucker
  • Glucose = Traubenzucker
  • Glucosesirup = Traubenzucker und Wasser
  • Dextrose = Traubenzucker
  • Invertzucker = Trauben- und Fruchtzucker
  • Maltose = Malzzucker
  • Fructose = Fruchtzucker
  • Lactose = Milchzucker

Gesüßte Getränke – lieber nur selten

Da der Zuckergehalt von Getränken wie Fruchtsäften oder Limonaden oft unterschätzt wird, bergen sie ein besonders hohes Risiko für einen zu hohen Zuckerkonsum. Süße Getränke sollten deshalb nur in geringen Mengen und als Ausnahmen im Glas landen. Die American Heart Association empfiehlt, dass Kinder und Jugendliche im Alter von zwei bis 18 Jahren nicht mehr als 227 Gramm Zucker pro Woche mit gesüßten Getränken aufnehmen sollten. Gesunde Durstlöscher sind Wasser und ungesüßte Tees.

Zuckergehalt von Getränken:

Getränk Zucker in g/100 ml Anzahl der Zuckerwürfel
Cola / Limonade 12 g etwa 4
Apfelsaft 11 g etwa 4
Eistee Pfirsich 8 g etwa 3
Apfelsaftschorle 4 g etwa 1
Früchtetee / Kräutertee 0 g 0
Leitungswasser / Mineralwasser 0 g 0

Süßes in der Küche: Worauf du beim Kochen achten solltest

Egal, ob du die Speisen mit Haushaltszucker oder Honig süßt – Zucker bleibt Zucker! Wenn also höchstens zehn Prozent des Gesamtenergiebedarfs pro Tag aus Zucker bestehen darf, musst du dabei auch die Süßmacher berücksichtigen, die du zum Kochen verwendest. Setze Zucker oder Honig deshalb nur äußerst sparsam ein. Positiver Nebeneffekt: Dein Kind gewöhnt sich so weniger an den süßen Geschmack. Auch Süßstoffe oder Zuckeraustauschstoffe solltest du aus diesem Grund vermeiden: Sie fördern nur, dass sich der Süßgeschmack deines Kindes ausprägt.

Alternativen zu Süßigkeiten: Das schmeckt und ist gesund!

Schon neugeborene Babys erfahren mit der Muttermilch wie "süß" Nahrung schmecken kann – und das auf natürliche Art und Weise. Neben den industriell hergestellten Zuckerbomben gibt es zahlreiche selbst gemachte Alternativen, die für Kinder gesund sind und ihnen trotzdem ein süßes Geschmackserlebnis bescheren.

  • Fruchtschorle statt Limonade: Fülle ein Glas zu einem Drittel mit Direktsaft (zum Beispiel Apfel- oder Orangensaft) und zu zwei Dritteln mit Wasser.
  • Fruchteis statt Fertigeis: Schneide eine Banane in Scheiben und friere diese für mindestens drei Stunden ein. Fülle die gefrorenen Bananenscheiben in einen Mixer, gebe Himbeeren dazu und einige Esslöffel Milch (alternativ: Pflanzenmilch). Püriere alles für etwa zwei bis drei Minuten und fülle das Eis in Schälchen.
  • Reissalat statt Milchreis: Gare Naturreis nach Packungsangabe und lasse ihn abkühlen. Schneide getrocknete Aprikosen klein und hacke Mandeln. Wasche, schäle und schneide einen Apfel klein (alternativ anderes Obst). Mische alles mit dem abgekühlten Reis.
Gesunde Ernährung: Tipps für eine gesündere Lebensweise

Acht Regeln für den richtigen Umgang mit Süßigkeiten

1. Naschen und Knabbern ist etwas Besonderes: Süßigkeiten sollten zum Genießen sein. Sie ersetzen keine Hauptmahlzeiten und dürfen nicht gegessen werden, um damit den Hunger zu stillen. Außerdem sollen sie bewusst und nicht nebenbei beim Spielen oder Fernsehen verzehrt werden.

2. Rituale: Entwickle – eventuell auch gemeinsam mit deinem Kind – feste Rituale für das Naschen. Ein interessantes Ritual stammt übrigens aus Schweden: Dort naschen Kinder traditionell nur an Samstagen. Für die süßen Sonnabende werden sogar ab Freitagnachmittag in vielen Geschäften Zuckertüten mit allerlei Naschereien angeboten, die Lördagsgodis. Die Zahnpflege nach dem Verzehr von Süßigkeiten sollte natürlich ebenfalls als Ritual eingeführt werden.

3. Klare Vereinbarungen treffen: Eindeutige, gemeinsame Vereinbarungen zwischen Eltern und Kindern über die Menge und den Zeitpunkt des Naschens können sehr hilfreich sein. So lassen sich wiederkehrende Konflikte und Diskussionen vermeiden, Kinder können aber Entscheidungen innerhalb der festgelegten Rahmenbedingungen selbst treffen.

4. Das richtige Maß: Süße oder salzige Snacks sollten Kinder nur gelegentlich bekommen. Ein immer und unbegrenzt zugänglicher Vorratsschrank kann leicht dazu führen, dass ein sinnvolles Maß überschritten wird. Besser ist es deshalb, eine bestimmte Menge an Knabbereien und Süßigkeiten festzulegen, die Kinder an einem Tag essen dürfen. Das können ein paar Gummibärchen, Bonbons oder Kekse sein, ein Riegel Schokolade oder eine Kugel Eis.

5. Die richtige Zeit: Generell sollten Kinder selbst entscheiden können, wann sie etwas naschen oder knabbern wollen. Um aber zu vermeiden, dass der Hunger "weggenascht" wird, ist es sinnvoll, vor Hauptmahlzeiten "Sperrfristen" festzulegen. Es empfiehlt sich, etwa zwei Stunden vor einer Hauptmahlzeit keine Zwischenmahlzeiten oder Knabbereien anzubieten. Wenn der Hunger kurz vor dem gemeinsamen Essen doch einmal schwer erträglich wird, können kleine Obst- oder Gemüserationen dabei helfen, die Wartezeit zu überbrücken.

6. Selbst Vorbild sein: Halte dich selbst ebenfalls an die Regeln zum Umgang mit Süßigkeiten, denn das Essverhalten schauen sich Kinder auch von ihren Eltern ab. Wenn du selbst an keinem Bonbon vorbeikommst, wird es dein Kind ebenso handhaben.

7. Alternativen anbieten: Zwar lieben Kinder oft Quietschbuntes, krachend Süßes und stark Fettiges, dennoch gibt es viele gesündere Alternativen zu den üblichen Zucker- und Fettbomben. Beispielsweise können leicht gesüßte Naturjoghurts mit frisch geschnittenen Früchten, Vollkornkekse oder Trockenfrüchte angeboten werden.

8. Lebensmittel sind keine Erziehungsmittel: Lebensmittel und besonders Süßigkeiten und Knabbereien werden im Alltag häufig als Teil erzieherischer Maßnahmen eingesetzt. Beispiele dafür sind: "Wenn Du Dein Zimmer nicht aufräumst, gibt es auch kein Eis", "Nachtisch gibt es nur, wenn Du das Gemüse aufisst" oder "Wenn Du brav sitzen bleibst, bekommst Du auch eine Tafel Schokolade".

Wer versucht, Kinder mithilfe von Lebensmitteln zu motivieren, zu beruhigen, zu belohnen oder zu bestrafen, der riskiert, dass sie dadurch ungünstige Essgewohnheiten entwickeln. Dies kann im schlimmsten Fall Essstörungen sowie Über- oder Untergewicht zur Folge haben. Der Umgang mit Konflikten, Problemen und schwierigen Situationen sollte daher nicht mit der Gabe oder Verweigerung von Süßigkeiten und Knabbereien verbunden sein.

Auch als Geschenk oder Mitbringsel sind Süßigkeiten übrigens keine gute Wahl. Selbst eine Schultüte kann alternativ mit vielen anderen schönen Überraschungen wie Buntstiften, einer ausgefallenen Trinkflasche, einem Hörspiel oder Haarspangen gefüllt werden.

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