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Sonntag, 19. November 2017
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Milch und Milchprodukte für Kinder

Milch und Milchprodukte für Kinder
Milch schmeckt gut und macht die Knochen stark. Kinder sollte daher viel Milch trinken
Getty Images/Wavebreak Media

Milch und Milchprodukte dienen in erster Linie als Kalziumquelle und können so bei Kindern zu einem gesunden Knochenwachstum beitragen. Durch ihren hohen Gehalt an Nährstoffen wird Milch nicht als Getränk zum Durstlöschen eingestuft, sondern zählt zu den Nahrungsmitteln.

Zusammensetzung von Kuhmilch

Frische, rohe Kuhmilch setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • 87 Prozent Wasser
  • 4,2 Prozent Fett
  • 3,4 Prozent Eiweiß
  • 4,7 Prozent Milchzucker
  • 0,7 Prozent Mineralstoffe: Kalzium, Magnesium, Jod, Zink
  • Vitamine: A, B1, B2, B6, B12, Folsäure

Ab welchem Alter ist Kuhmilch für Kinder geeignet?

Kuhmilch eignet sich für Kinder ab einem Alter von sechs Monaten, allerdings anfangs nur in Form von Milch-Getreidebrei. Mit Beginn des zweiten Lebensjahrs können Kinder in der Regel auch Milch als Getränk zu sich nehmen. Generell ist es aber empfehlenswert, Kinder langsam und Schritt für Schritt an neue Lebensmittel zu gewöhnen.

Empfohlene Tagesmengen für verschiedene Altersstufen

Das Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund empfiehlt für Kinder und Jugendliche folgende Tagesmengen an Milch und Milchprodukten:


Alter (Jahre) 1 2-3 4-6 7-9 10-12 13-14 15-18
Menge (ml) 300 330 350 400 420 425 (♀)/450(♂) 450 (♀)/500 (♂)

Ausnahmen: Allergien und Unverträglichkeiten

Kinder, die ein erhöhtes Risiko für Allergien besitzen, sollten im ersten Lebensjahr keine Kuhmilch oder Kuhmilchprodukte bekommen. Dies ist der Fall, wenn in der nahen Verwandtschaft bereits Allergien aufgetreten sind. Ebenso ist es dann ratsam, auf Lebensmittel wie Eier, Fisch, Nüsse und Soja zu verzichten, da diese auch häufig allergische Reaktionen hervorrufen. Liegt eine Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) vor, dürfen Kinder generell keine Milch trinken. Das gilt auch für Ziegen- und Schafsmilch, da sie ebenfalls Laktose enthalten. Ob und welche verarbeiteten Milchprodukte verträglich sind, sollte in Abstimmung mit einem Arzt herausgefunden werden.

Verschiedene Milchsorten

Es gibt viele verschiedene Kuhmilchsorten, die je nach Art der Verarbeitung und Zusammensetzung unterschiedliche Eigenschaften haben.

Rohmilch oder Vorzugsmilch

Als Rohmilch bezeichnet man unbehandelte Milch, die direkt beim Bauern bezogen wird. Sie sollte immer abgekocht werden, da Krankheitserreger wie Salmonellen darin enthalten sein können. Im Handel ist Rohmilch abgepackt unter dem Namen "Vorzugsmilch" erhältlich und muss innerhalb von 96 Stunden verbraucht werden. Rohmilch hat den höchsten Nährstoffgehalt und kann laut einer Studie der Universität Basel dazu beitragen, das Risiko von Allergien und Asthma bei Kindern zu senken.

Frischmilch

Frischmilch ist Milch, die pasteurisiert wurde. Das heißt, sie wurde nach der "Pasteur-Methode" für mindestens 15 Sekunden bei 72 Grad Celsius erhitzt. In der Regel enthält Frischmilch 3,5 bis 3,8 Prozent Fett, ist aber auch als fettarme Variante mit 1,5 bis 1,8 Prozent Fett erhältlich. Im Vergleich zu Rohmilch enthält Frischmilch etwa fünf Prozent weniger Vitamine. Sie ist ungeöffnet und gekühlt fünf bis sieben Tage lang haltbar.

Länger haltbare Milch oder ESL-Milch

ESL-Milch ist heutzutage die meistverkaufte Milchsorte. ESL steht für "extended shelf life", was im Englischen für "längere Haltbarkeit im Regal" steht. ESL-Milch kann durch kurzes Erhitzen der Rohmilch auf 127 Grad Celsius hergestellt werden. Eine andere Möglichkeit ist die Trennung der Milch in Rahm und Magermilch durch Schleudern. Der Rahmanteil wird dann durch Filter mit sehr feinen Poren (Mikrofilter) filtriert und anschließend dem pasteurisierten Magermilchanteil wieder beigemengt.

So ist auch ESL-Milch als fettarme Milch (1,5 bis 1,8 Prozent Fett) oder Vollmilch (Mindestens 3,5 Prozent Fett) erhältlich. Im Vergleich zu Rohmilch enthält ESL-Milch etwa zehn Prozent weniger Vitamine, ist dafür aber ungeöffnet und gekühlt ungefähr drei Wochen lang haltbar. ESL-Milch wird meistens auf der Packung mit Zusätzen wie "länger frisch" gekennzeichnet.

H-Milch

H-Milch oder "Haltbare Milch" wird in der Regel durch Ultrahocherhitzung hergestellt. Das bedeutet, die Rohmilch wird für mindestens zwei Sekunden auf 135 Grad bis 150 Grad Celsius erhitzt. Da so einige Milchproteine ihre Struktur verändern, verändert sich auch der Geschmack der Milch ein wenig. Durch das Verfahren gehen außerdem etwa 20 Prozent der Vitamine im Vergleich zur Rohmilch verloren. Auch H-Milch gibt es als Vollmilch und als fettarme Variante. Die "Haltbarmilch" ist ungekühlt mehrere Monate lang haltbar.

Alternativen zu Kuhmilch

Ziegenmilch, Schafsmilch und Sojamilch können in einigen Fällen als Alternative zu Kuhmilch verwendet werden. Jedoch gibt es auch hier für den Einsatz als Kindernahrung einige Punkte zu beachten. Beispielsweise gilt für Säuglinge, bei denen der Verdacht auf eine Kuhmilchallergie besteht, Ziegen-, Schafs-, und Sojamilch als nicht geeignet, da alle tierischen Eiweiße gemieden werden sollten und auch das in Soja enthaltene Eiweiß Allergien auslösen kann.

Außerdem fehlen in Ziegen-, Schafs- und Sojamilch wichtige Inhaltsstoffe, die in Kuhmilch enthalten sind. Daher können diese nicht ohne weiteres als Ersatz dienen. Der Einsatz von Milchalternativen sollte aus diesem Grund immer mit einem Arzt oder Ernährungsberater abgesprochen werden. Eine weitere Alternative bieten verschiedene Industrieprodukte, die speziell auf die Bedürfnisse von Allergikern oder Menschen mit einer Milchzuckerunverträglichkeit abgestimmt sind.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 14. Oktober 2015
Durch: Miriam Funk
Quellen: Online-Informationen des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte e. V.: http://www.kinderaerzte-im-netz.de (Stand: Oktober 2015) Online-Informationen des aid-Infodienstes: http://www.aid.de (Stand: Oktober 2015) Renz-Polster, Dr. H. et al.: Gesundheit für Kinder. Kösel, München 2007 Pressemitteilung der Universität Basel: Milch vom Bauernhof schützt Kinder vor Asthma und Allergien. 10. Mai 2007

Beiträge im Forum "Geburtstermin März/April 2017"
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