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Lieber nicht permanent naschen

Knabbereien und Süßigkeiten für Kinder

Autor: Christian Emmerling / Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 09. August 2018

Knabbereien und Süßigkeiten sind bei Kindern sehr beliebt, können aber durch ihren hohen Gehalt an Fett und Zucker leicht zu gesundheitlichen Problemen und zu Konflikten in der Erziehung führen. Für das Erlernen eines sinnvollen Umgangs empfehlen Experten, Naschereien lieber als festes Ritual und etwas Besonderes zu geben und sie nicht permanent verfügbar zu machen.

Knabbereien und Süßigkeiten für Kinder
Lieber als festes Ritual als ständiges Naschen: Knabbereien und Süßigkeiten sollten Kindern nicht permanent angeboten werden.
© iStock.com/mikkelwilliam

Einige Theorien besagen, dass das Verlangen nach Süßem und Fettigem angeboren ist und aus Zeiten stammt, in denen das Anlegen von Energiereserven durch kalorienhaltige Nahrungsmittel überlebenswichtig war. Unabhängig davon, ob diese These nun richtig oder falsch ist, sollten Eltern ihren Kindern einen möglichst sinn- und maßvollen Umgang mit Knabbereien und Süßigkeiten vermitteln, um Übergewicht oder Essstörungen zu vermeiden. Denn zumindest in Industrienationen wie Deutschland ist die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln für die meisten Menschen kein essentielles Problem.

Knabbereien und Süßigkeiten für Kinder: Tipps für den richtigen Umgang damit

Sinnvoller Umgang mit Knabbereien und Süßigkeiten

Knabbereien oder Süßigkeiten dürfen bei Kindern durchaus auch täglicher Bestandteil der Ernährung sein. Dabei gibt es aber einige wichtige Punkte zu beachten.

Naschen und Knabbern ist etwas Besonderes

Eltern sollten ihren Kindern zeigen, dass Knabbereien und Süßigkeiten etwas Besonderes sind. Das bedeutet, sie dürfen keinen Ersatz für die Hauptmahlzeiten darstellen und nicht beim Spielen oder Fernsehen nebenbei gegessen werden. Besser ist es, sich Zeit zum Essen zu nehmen und es bewusst zu genießen. So wird das Knabbern oder Naschen nicht zu einem routinemäßigen oder unbewusstem Vorgang und befriedigt die Lust auf süße oder salzige Snacks nachhaltiger.

Rituale entwickeln

Entwickeln Sie – eventuell auch gemeinsam mit Ihrem Kind – feste Rituale für das Naschen. Halten Sie sich aber auch selbst daran, denn das Essverhalten schauen sich Kinder auch von ihren Eltern ab. Wenn Sie selbst an keinem Bonbon vorbeikommen, wird es auch ihr Kind so handhaben. Ein interessantes Ritual stammt übrigens aus Schweden: Dort werden naschen Kinder traditionell nur an Samstagen – und fast alle halten sich daran! Für die süßen Sonnabende werden sogar ab Freitagnachmittag in vielen Geschäften Zuckertüten mit allerlei Naschereien angeboren, die Lördagsgodis.

In Schweden hat dieses Ritual übrigens zu einem drastischen Rückgang von Karies bei Kindern geführt, denn es wird nicht ständig genascht und die Zähne damit permanent schädlichen Bakterien ausgesetzt, sondern nur an einem Tag.

Klare Vereinbarungen treffen

Klare, gemeinsame Vereinbarungen zwischen Eltern und Kindern über die Menge und den Zeitpunkt des Naschens können sehr hilfreich sein. So lassen sich wiederkehrende Konflikte und Diskussionen vermeiden, Kinder können aber Entscheidungen innerhalb der festgelegten Rahmenbedingungen selbst treffen.

Das richtige Maß

Süße oder salzige Snacks sollten Kinder nur in Maßen bekommen. Ein immer und unbegrenzt zugänglicher Vorratsschrank kann leicht dazu führen, dass ein sinnvolles Maß überschritten wird. Besser ist es deshalb, eine bestimmte Menge an Knabbereien und Süßigkeiten festzulegen, die Kinder an einem Tag essen dürfen. Das kann eine Hand voll Gummibärchen, Bonbons oder Kekse sein, ein paar Stücke Schokolade oder eine Kugel Eis.

Die richtige Zeit

Generell sollten Kinder selbst entscheiden können, wann sie etwas naschen oder knabbern wollen. Um aber zu vermeiden, dass der Hunger "weggenascht" wird, ist es sinnvoll, vor Hauptmahlzeiten "Sperrfristen" festzulegen. Generell empfiehlt es sich etwa zwei Stunden vor einer Hauptmahlzeit keine Zwischenmahlzeiten oder Knabbereien anzubieten. Wenn der Hunger kurz vor dem gemeinsamen Essen doch einmal schwer erträglich wird, können kleine Obst- oder Gemüserationen dabei helfen, die Wartezeit zu überbrücken.

Alternativen anbieten

Zwar lieben Kinder oft Quietschbuntes, krachend Süßes und stark Fettiges, dennoch gibt es viele gesündere Alternativen zu den üblichen Zucker- und Fettbomben. Beispielsweise können leicht gesüßte Naturjoghurts mit frisch geschnittenen Früchten, Vollkornkekse oder Trockenfrüchte angeboten werden.

Auch wenn solche Alternativen im direkten Vergleich mit Gummibärchen und Co. oft erst einmal schlecht abschneiden, sollten Kinder auch die zum Teil weniger extremen aber natürlicheren Geschmackserlebnisse kennen und schätzen lernen.

Lebensmittel sind keine Erziehungsmittel

Lebensmittel und besonders Süßigkeiten und Knabbereien werden im Alltag häufig als Teil erzieherischer Maßnahmen eingesetzt. Beispiele dafür sind: "Wenn Du Dein Zimmer nicht aufräumst, gibt es auch kein Eis", "Nachtisch gibt es nur, wenn Du das Gemüse aufisst" oder "Wenn Du brav sitzen bleibst, bekommst Du auch eine Tafel Schokolade".

Wer versucht Kinder mithilfe von Lebensmitteln zu motivieren, zu beruhigen, zu belohnen oder zu bestrafen, der riskiert, dass sie dadurch ungünstige Essgewohnheiten entwickeln. Dies kann im schlimmsten Fall Essstörungen sowie Über- oder Untergewicht zur Folge haben. Der Umgang mit Konflikten, Problemen und schwierigen Situationen sollte daher nicht mit der Gabe oder Verweigerung von Süßigkeiten und Knabbereien verbunden sein.

Gesunde Ernährung: Tipps für eine gesündere Lebensweise

Autor: Christian Emmerling / Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 09. August 2018
Quellen

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