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Gluten und Babyernährung

Autor: Christian Emmerling
Letzte Aktualisierung: 12. Januar 2017

Gluten, auch Gliadin oder Klebereiweiß genannt, kommt vor allem in den Getreidesorten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer vor. Das Klebereiweiß spielt eine wichtige Rolle für die Backeigenschaften von Mehl und ist daher in den meisten Back- und Teigwaren enthalten. Daneben wird es aber zum Teil auch in anderen Lebensmitteln, beispielsweise als Emulgator oder Stabilisator, eingesetzt.

Gluten und Babyernährung
Bis sechsten Monat sollte Gluten in der Babyernährung keine Rolle spielen, da eine nicht behandelte Glutenunverträglichkeit zu Wachstumsstörungen führen kann
iStock/MartinPrescott

Gluten und Kinderernährung

Kinder sollten in den ersten sechs Lebensmonaten keine glutenhaltigen Nahrungsmittel bekommen, da eine nicht erkannte Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) bei ihnen zu schweren Wachstumsstörungen führen kann. Bereits sehr geringe Mengen reichen aus, um die Schleimhaut des Dünndarms bei Betroffenen zu schädigen und dadurch Mangelerscheinungen sowie andere Symptome hervorzurufen.

Woran kann man eine Glutenunverträglichkeit bei Kindern erkennen?

Eine Glutenunverträglichkeit äußert sich bei Kindern in der Regel etwa ein bis sechs Monate nach dem ersten Füttern mit glutenhaltigen Lebensmitteln. Die Hauptsymptome sind:

  • chronische Verdauungsstörungen
  • teilweise übel riechender, fettglänzender Durchfall
  • Blähungen und ein vorgewölbter Bauch
  • Gewichtsabnahme
  • Wachstumsstörungen
  • Reizbarkeit

In einigen Fällen sind die Unverträglichkeitsreaktionen schwächer ausgeprägt und zeigen sich lediglich durch Appetitlosigkeit und Verstopfung. Auffällige Symptome nach dem Verzehr von Gluten sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

Welche Lebensmittel enthalten Gluten?

Lebensmittel, die Weizen, Dinkel/Grünkern, Roggen, Gerste oder Hafer beinhalten, enthalten immer auch Gluten. Dies sind zum Beispiel Getreidemehl, Brot, Brötchen, Gebäck, Nudeln, Pizza, Bier und Malzbier. Ausnahmen sind Produkte, die ausdrücklich als glutenfrei gekennzeichnet sind.

Aber auch andere Lebensmittel, die keine der genannten Getreidesorten enthalten, können glutenhaltig sein. Beispiele hierfür sind Fertiggerichte, gebundene Soßen, Suppen, Pudding, Kartoffelprodukte (Pommes, Kroketten, Kartoffelpuffer, Chips), Knabbersnacks, Wurst, Kräuterfrischkäse, Eis, Nuss-Nougat-Cremes, Ketchup, Senf, Schokolade und Gewürzmischungen. Seit dem 25. November 2005 gilt eine Kennzeichnungspflicht für Gluten bei abgepackten Waren. Dennoch können einige Produkte trotz Warnhinweis glutenfrei sein, da manche Hersteller die Warnungen nur als Vorsichtsmaßnahme aufdrucken. Weiterführende Informationen und aktuelle Listen zu glutenfreien Produkten bietet die Deutsche Zöliakie Gesellschaft.

Welche Lebensmittel sind glutenfrei?

Glutenfrei sind unverarbeitete Lebensmittel wie Obst und Gemüse, Kartoffeln, Salate, Milch, Naturjogurt, Buttermilch, Quark, Butter, Naturkäse, Pflanzenöle, Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Zucker, Honig, Konfitüre, Marmelade, Ahornsirup, Nüsse, Hülsenfrüchte, reine Gewürze und Kräuter sowie Eier.

Glutenfreie Getreidesorten

Glutenfreie Getreidesorten sind, Reis, Mais, Wildreis, Hirse, Buchweizen, Amaranth und Quinoa. Bei der Verarbeitung ist es wichtig, dass die Getreidesorten nicht mit Rückständen von glutenhaltigen Getreidesorten vermischt werden. Es ist außerdem empfehlenswert, die Getreide nur im ganzen Korn zu kaufen und einzelne glutenhaltige Körner vor der Zubereitung gegebenenfalls auszusortieren.

Verarbeitete glutenfreie Produkte

Es gibt verschiedene Hersteller, die speziell gekennzeichnete glutenfreie Produkte für Zöliakie-Betroffene anbieten. Daneben gibt es aber auch einige verarbeitete Produkte, die in der Regel kein Gluten enthalten. Dazu gehören, Tofu, Sojamilch, Mozarella in Salzlake, reine Fruchtsäfte, Wasser, Wein und Sekt.

Autor: Christian Emmerling
Letzte Aktualisierung: 12. Januar 2017
Quellen

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