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Sonntag, 22. Juli 2018
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Ersatznahrung für Säuglinge

Ersatznahrung für Säuglinge kommt zum Einsatz, wenn das Stillen nicht klappt beziehungsweise die Ernährung des Babys mit Muttermilch nicht möglich ist. Die Zusammensetzung dieser so genannten Anfangsmilch ähnelt der der Muttermilch. Es gibt verschiedene Fertigmilchnahrungen, die sich je nach Alter des Babys vor allem im Anteil der Kohlenhydrate unterscheiden.

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Ersatznahrung für Säuglinge wird per Flasche gefüttert
(c) iStockphoto/Nathan Jones

Welche Arten von Ersatznahrung für Säuglinge gibt es?

Verschiedene Produzenten bieten unzählige Arten von Fertigmilchnahrung an. Babynahrung wird in Deutschland nach strengen Richtlinien hergestellt, die Anbieter unterliegen dabei strengen Kontrollen. Deshalb ist der Einsatz von Muttermilchersatz auch unbedenklich.

Grundsätzlich unterschieden werden Pre-Nahrung, 1-er-Nahrung, Folgenahrung oder Folgemilch und Hypoallergene Milch. Sie unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung beziehungsweise sind für verschiedene Altersstufen geeignet.

Pre-Nahrung

Pre-Nahrung ist der "klassische" Muttermilchersatz: Sie ist in ihrer Zusammensetzung an die Muttermilch angepasst, dieser daher am ähnlichsten und enthält keine Zusatzstoffe - bis auf Laktose. Laktose ist ein natürlicher Milchzucker, der auch in der Muttermilch enthalten ist. Sie ist der einzige für Pre-Nahrung erlaubte Zusatzstoff.

Hergestellt wird Pre-Nahrung auf der Basis von Kuhmilchproteinen (Molkeeiweiß und Casein). Sie enthält außerdem - genau wie die Muttermilch - gesättigte und ungesättigte Fettsäuren, die enorm wichtig für die Entwicklung des Babys sind. Fertigmilchnahrung mit dem Beinamen Pre darf nach Bedarf (ad libitum) gefüttert werden.

Empfehlenswert ist es, die Pre-Nahrung auf mindestens fünf Flaschen täglich aufzuteilen, da gerade Säuglinge anfangs nicht soviel auf einmal verdauen können.

Wie lange darf Pre-Nahrung gefüttert werden?

Die Pre-Nahrung eignet sich zur Fütterung ab der Geburt bis grundsätzlich zum Ende der Flaschenzeit - zunächst allein, später mit Beikost. Viele Eltern geben Pre-Milch in den ersten zwölf Lebensmonaten. In den ersten sechs Lebensmonaten gilt Pre-Milch als "Alleinnahrung".

Wenn Ihr Baby irgendwann nicht mehr genügend gesättigt wird (das ist wie bei gestillten Babys oft nach dem ersten Lebenshalbjahr der Fall), können Sie mit der Beikost beginnen und deren Anteil nach und nach erhöhen. Pre-Nahrung und Beikost werden dann parallel gefüttert.

Fünf Tipps zur Einführung von Beikost

 

1-er-Nahrung

Ersatznahrung mit dem Zusatz "1" entspricht in ihrer Zusammensetzung im Wesentlichen der Pre-Nahrung. Zusätzlich sind ihr aber noch Stärke sowie weitere Zucker und gelegentlich Mineralstoffe beigemischt. 1-er-Nahrung wird auch teiladaptierte Säuglingsmilch genannt. Die 1-er-Nahrung wird damit sämiger und sättigender. Auch sie kann bis zum sechsten Lebensmonat als Alleinnahrung für Säuglinge eingesetzt werden.

1-er-Nahrung ist sättigender als Pre-Nahrung und wird deshalb häufig für überdurchschnittlich hungrigen Babys empfohlen. Generell ist es aber nicht unbedingt notwendig, sie zu füttern - Pre-Nahrung reicht als Ersatznahrung für Säuglinge in den ersten sechs Lebensmonaten völlig aus. Wie Pre-Nahrung kann auch die 1-er-Nahrung im gesamten ersten Lebensjahr gegeben werden. Anfangs als alleinige Nahrung, später zusammen mit Beikost.

Folgenahrung oder Folgemilch (2-er-Nahrung)

Folgenahrung enthält mehr Kohlenhydrate als Pre- oder 1-er-Nahrung. Sie sollte deshalb frühestens ab dem sechsten Lebensmonat gefüttert werden, denn die Getreide-Bestandteile wie Hafer oder Gerste können bei Säuglingen Darmstörungen auslösen. Zusätzlich zur Folgenahrung wird die Gabe von Beikost empfohlen.

Grundsätzlich ist es nicht notwendig, Babys mit Folgenahrung zu füttern. Durch den Zusatz an Getreide sättigt sie jedoch stärker - sie eignet sich deshalb für Babys, die sehr viel Hunger haben und mehr als einen Liter Pre- oder 1-er-Nahrung täglich trinken. Zudem hat sie einen höheren Eisengehalt, was vor allem für Babys im zweiten Lebensjahr günstig ist.

Hypoallergene Milch (H.A.-Nahrung)

Hypoallergene Milchnahrung (H.A.-Nahrung) ist eine Ersatznahrung, die speziell für zu Allergien neigende Säuglinge hergestellt wird. Eine erhöhte Neigung zu Allergien liegt vor, wenn ein oder beide Elternteile oder ein Geschwisterchen Allergien haben. Bei der H.A.-Nahrung wurden die Eiweißmoleküle der Milch verändert, sodass sie besser vertragen wird.

H.A.-Nahrung mit dem Zusatz "1" entspricht der Pre-Nahrung, sie eignet sich also als alleiniger Muttermilchersatz in den ersten sechs Lebensmonaten. Der Zusatz "2" entspricht der Folgenahrung.

Vegane Säuglingsmilch und laktosefreie Pre-Nahrung

Als veganer Muttermilchersatz wird Säuglingsnahrung ohne Laktose angeboten. Sie wird auf der Basis von Sojaprotein hergestellt. Da Soja eine ähnliche Wirkung wie das Hormon Östrogen hat (Phytoöstrogen), darf vegane Säuglingsmilch auf Sojabasis ausschließlich nach Rücksprache mit dem Arzt und bei entsprechender medizinischer Notwendigkeit (zum Beispiel bei Galaktosämie) verwendet werden.

Säuglingsnahrung mit Probiotika

Aktuell sprechen wir vermehrt über die Auswirkungen von "guten" Bakterien in der Ernährung auf die Darmgesundheit. Vor diesem Hintergrund bringen einige Hersteller nun auch Säuglingsnahrung mit probiotischen Effekten heraus. Sie enthalten in der Regel lebensfähige Laktobazillen und/oder Bifidobakterien. Bislang liegen lediglich Studien mit unterschiedlichen Aussagen über die Wirksamkeit von zugesetzten Probiotika vor. Im Moment konnte eine positive Wirkung nicht eindeutig belegt werden. Probiotika schaden aber auch nicht.

Zubereitung von Ersatznahrung für Säuglinge

Muttermilchersatznahrung gibt es meist in Form von Pulver, das mit Wasser angerührt und anschließend leicht erwärmt wird. Beim Wasser sollte darauf geachtet werden, dass bestimmte Höchstgrenzen für Inhaltsstoffe nicht überschritten werden. Diese lauten wie folgt:

  • Natrium: 20 mg pro Liter
  • Nitrat: 10 mg pro Liter
  • Nitrit: 0,02 mg pro Liter
  • Flourid: 1,5 mg pro Liter
  • Sulfat: 240 mg pro Liter
  • Mangan: 0,2 mg pro Liter

Das Fläschchen kann unter Berücksichtigung der Grenzwerte mit gekauftem Wasser (Mineralwasser) oder Wasser aus der Leitung angerührt werden. Dafür den Wasserhahn zunächst aufdrehen und das Wasser laufen lassen, bis es kalt ist. Leitungswasser aus Bleirohren darf nicht zur Zubereitung von Säuglingsnahrung verwendet werden, da es Rückstände von schädlichen Metallen enthalten kann. Diese lassen sich nicht durch Kochen entfernen.

Bei Wasser aus einem Trinkbrunnen sollte die Wasserqualität regelmäßig geprüft und im Zweifelsfall lieber auf gekauftes, stilles Wasser mit der Aufschrift "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" zurückgegriffen werden.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann auch das Leitungswasser vor der Zubereitung zunächst abkochen (zehn Minuten sind empfehlenswert) und im Anschluss abkühlen lassen. Das Wasser sollte bei der Zubereitung maximal 40 Grad Celsius warm sein, um Verbrühungen zu vermeiden.

Ersatznahrung sollte nicht mit Tiermilch angerührt werden, da diese viel mehr Eiweiß und Mineralstoffe enthält als Muttermilch. Für den kindlichen Organismus ist das zu viel und die Stoffe müssen über den Urin wieder ausgeschieden werden, sodass zu viel Wasser verloren wird.

Darauf sollten Sie beim Füttern achten

Manche Babys neigen dazu, nach dem Trinken sehr häufig zu spucken. Das könnte an zu hastigem Trinken liegen. Möglicherweise schafft hier ein Sauger mit einem kleineren Saugloch Abhilfe. Zudem ist es ratsam, dem Kind ausreichend Pausen beim Füttern zu gewähren. Mit der Pre-Nahrung kann sich ein Kind nicht "übertrinken" - im Gegensatz zu den stärke- und kohlenhydrathaltigeren 1-er- und 2-er-Nahrungen.

Die ideale Trinktemperatur sollte maximal 37 Grad Celsius betragen und lediglich warm, nicht heiß, sein. Testen Sie die Temperatur der Milch am besten, indem Sie sich etwas davon direkt aus der Flasche auf die Innenseite Ihres Handgelenks träufeln.

Bewahren Sie Reste im Fläschchen nicht auf, sondern entsorgen Sie diese. Ersatznahrung sollte immer frisch zubereitet werden und nicht zu lange in der Flasche stehen.

Babyfläschchen: die richtige Reinigung

Das Trinkfläschen des Babys sollte nach jeder Nutzung gründlich gereinigt werden. Ideal ist zuerst eine Reinigung unter fließendem Wasser im Spülbecken und die anschließende Sterilisation. Neben der "klassischen" Desinfektion im Kochtopf gibt es heute auch Sterilisationsautomaten, die mit Dampf oder Mikrowellen desinfizieren. Alle Arten funktionieren - richtig angewendet - gleich gut.

Im Kochtopf werden Fläschchen, Sauger und Nuckel in kochendem Wasser etwa fünf bis zehn Minuten gereinigt, anschließend kühlen die Teile im Wasser ab. In den Sterilisationsautomaten stellt man die Teile entsprechend ein und geht nach der Gebrauchsanweisung vor. Wichtig: Sterilisierte Teile des Babyfläschchens sollten nach einem Tag erneut sterilisiert werden, bevor sie zum Einsatz kommen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 13. März 2018
Quellen

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