Zykluscomputer
Zykluscomputer können Paare dabei unterstützen, die fruchtbare Zeit der Frau zu ermitteln
(Foto: Photodisc)
Zykluscomputer helfen Frauen dabei, die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage in ihrem Zyklus zu bestimmen. Sie stellen eine technische Erweiterung zu den Methoden der natürlichen Familienplanung dar. Bei einem bestehenden Kinderwunsch können Paare mithilfe von Zykluscomputern gezielt an den fruchtbaren Tagen der Frau Geschlechtsverkehr planen. Werden Zykluscomputer hingegen zur Empfängnisverhütung eingesetzt, können Paare an den Geräten ablesen, wann sie auf Geschlechtsverkehr verzichten beziehungsweise zusätzlich verhüten sollten. Beliebte Zykluscomputer sind beispielsweise PERSONA, Clearblue, Fertilitätsmonitor Baby-Comp, Lady-Comp, Sophia Ray und pearly. Sie basieren auf unterschiedlichen Messprinzipien.
Wie funktioniert ein Zykluscomputer?
Zykluscomputer auf der Basis von Hormonuntersuchungen
Zykluscomputer auf der Basis von Temperaturmessungen
Zyklusprogramme auf Basis der Symptothermalen Methode
Welche Komplikationen können bei der Benutzung von Zykluscomputern auftreten?
Welche Alternativen zu Zykluscomputern gibt es?
Wie funktioniert ein Zykluscomputer?
Zykluscomputer sind kleine Geräte etwa in der Größe eines Brillen-Etuis. Einige Modelle verfügen über ein integriertes Thermometer zum Messen der Temperatur. Zusätzlich haben sie einen kleinen Rechner, der alle Messergebisse speichert und nach einer "Lernphase", die mehrere Monate dauern kann, mittels Lichtsignalen die fruchtbare und unfruchtbare Zeit anzeigt.
Zykluscomputer basieren auf den Methoden der natürlichen Empfängnisplanung (NFP). Sie bestimmen die fruchtbaren Tage entweder anhand der Hormonkonzentration im Urin, der Temperatur oder sie berechnen die fruchtbare Zeit auf Grundlage der Symptothermalen Methode. Manche Geräte kombinieren auch mehrere Methoden. Die Anschaffungskosten für Zykluscomputer beginnen ab etwa 100 Euro und können mehrere hundert Euro betragen. Für die Teststäbchen muss mit monatlichen Ausgaben von etwa 30 Euro gerechnet werden. Die Kosten variieren je nach Modell und Anbieter.
Zykluscomputer auf der Basis von Hormonuntersuchungen
Mit dem Urin werden die Hormone Östriol-Glucuronid (E3G) und LH ausgeschieden. Während ein Anstieg des E3G auf den Beginn der fruchtbaren Phase hindeutet, ist ein LH-Anstieg ein Anzeichen für das baldige Ende der fruchtbaren Phase zu werten.
Nachdem die Anwenderin den Beginn des Zyklus in das Gerät eingetragen hat, wird sie ab einem bestimmten Zeitpunkt dazu aufgefordert, einen Urintest durchzuführen. Dabei wird ein Teststreifen mit Urin benetzt und der Fruchtbarkeitsstatus der Frau mithilfe des Geräts ausgewertet und angezeigt.
Zykluscomputer, die auf Grundlage der Hormonuntersuchung die fruchtbaren Tage bestimmen, sind PERSONA und der Clearblue-Fertilitätsmonitor. Der PERSONA-Computer wurde ursprünglich zur Verhütung entwickelt, wird jedoch auch häufig bei Kinderwunsch angewendet. Der Clearblue-Fertilitätsmonitor dient der Planung bei Kinderwunsch.
Zykluscomputer auf der Basis von Temperaturmessungen
Temperaturcomputer messen die vom Verlauf des Zyklus abhängige Basaltemperatur. Diese wird von den Nutzerinnen des Computers direkt nach dem Aufwachen gemessen und im Gerät gespeichert. Die Computer können die Basaltemperaturkurve selbständig führen und anhand der Daten die fruchtbare Zeit bestimmen.
Temperaturcomputer sind Bioself, Cyclotest und Ladycomp. Sie werden für die Familienplanung wie auch zur Empfängnisverhütung angeboten und eingesetzt.
Zyklusprogramme auf Basis der Symptothermalen Methode
Bei der Symptothermalen Methode wird die Konsistenz des Zervixschleims und die Körpertemperatur zur Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage herangezogen. Manchmal wird auch der Zustand des Muttermunds zusätzlich beurteilt. Die Ergebnisse können in verschiedenen Softwareprogrammen für Computer, Handy oder Handheld dokumentiert, beobachtet und ausgewertet werden.
Softwareprogramme zur natürlichen Familienplanung auf Basis der Symptothermalen Methode sind zum Beispiel May I? oder Symptotherm.
Welche Komplikationen können bei der Benutzung von Zykluscomputern auftreten?
Bei der Benutzung von Zykluscomputern können (Anwendungs-)Fehler auftreten. Das bedeutet, dass es beispielsweise durch verspätete Messungen der Temperatur oder Unregelmäßigkeiten wie Alkoholkonsum oder Erkältung der Frau zu falschen Messergebnissen kommen kann. Auf diese Weise entsteht ein Sicherheitsrisiko, wenn das Gerät zur Empfängnisverhütung eingesetzt wird. Die Temperaturcomputer gelten als ungeeignet für Frauen mit unregelmäßigen Zyklen und einem unregelmäßigen Tagesablauf.
Wegen des hohen Pearl-Index einiger Geräte ist die Verwendung in diesem Fall nur Frauen anzuraten, die zwar verhüten möchten, einer Schwangerschaft generell aber nicht ablehnend gegenüberstehen. Vor dem Kauf eines Zykluscomputers sollten Informationen darüber eingeholt werden, ob sich das Gerät bei Kinderwunsch oder zur Empfängnisverhütung eignet.
Welche Alternativen zu Zykluscomputern gibt es?
Alternativ zur Verwendung eines Zykluscomputers steht die alleinige Anwendung der Methoden der natürlichen Familienplanung ohne technische Unterstützung. So kann beispielsweise die Basaltemperatur oder das Hormon LH mit so genannten LH-Tests im Urin gemessen werden. Auch anhand der Veränderungen des Zervixschleims können geübte Frauen ihre fruchtbare Zeit bestimmen. Die Bewertung des Zervixschleims oder das Messen der Temperatur sind im Vergleich zu den Zykluscomputern auch nicht mit Anschaffungskosten für Geräte und Teststäbchen und -streifen verbunden.
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Quellen:
Raith-Paula E. et al.: Natürliche Familienplanung heute. Heidelberg, Springer 2008
König, U. Wir wollen ein Baby. Von Mönchspfeffer bis In-vitro. Rowohlt, Reinbeck 2007
Online Informationen des Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln: www.schwanger-info.de (Stand: November 2008)
Autor: Jessica Schmid
Letzte Änderung am: 04.05.2009
