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Wehen

Eine Schwangere schläft

Wehen während der Schwangerschaft verlaufen häufig unbemerkt
(Foto: Photodisc)

Wehen bezeichnen das Zusammenziehen (Kontraktion) der Gebärmutter während Schwangerschaft und Geburt.


Allgemeines zu Wehen
Wehenarten
Senkwehen
Vorwehen
Eröffnungswehen
Austreibungswehen
Presswehen
Nachgeburtswehen
Nachwehen
Stillwehen (Laktationswehen)
Wehenmittel
Wehenhemmer

Allgemeines zu Wehen

Wehen während der Schwangerschaft – die Schwangerschaftswehen – und die Senkwehen empfinden nur wenige Frauen als schmerzhaft, häufig werden sie gar nicht oder nur durch eine Verhärtung des Bauchs bemerkt. Die Geburtswehen hingegen, die mit den Vorwehen beginnen, werden als stärker und häufig als schmerzhaft empfunden. Während der Geburt sorgen die Wehen dafür, dass das Baby durch das Becken der Mutter geschoben wird. Die Wehen nach der Geburt sorgen für die Ausstoßung der Nachgeburt inklusive der Plazenta sowie die Rückbildung der Gebärmutter.


Wehenarten

Man unterscheidet verschiedene Arten von Wehen. Dauer, Frequenz und Stärke der Wehen sind je nach Wehenart unterschiedlich.


Schwangerschaftswehen

Schwangerschaftswehen – auch Übungswehen genannt – treten in der zweiten Schwangerschaftshälfte auf und verlaufen häufig unbemerkt. Sie sind schmerzlos und können bis zu dreimal pro Stunde auftreten. Einige Frauen empfinden die Schwangerschaftswehen ähnlich wie Regelschmerzen.


Senkwehen

Senkwehen können ungefähr ab der 35. Schwangerschaftswoche auftreten. Diese unregelmäßigen, manchmal leicht schmerzhaften Wehen lassen das Kind tiefer rutschen und seinen Kopf in den Beckeneingang der Mutter drücken. Durch das Abrutschen des Kindes kann ein zusätzlicher Druck auf die Blase entstehen. Bei Senkwehen ist es ratsam, die in der Geburtsvorbereitung gelernten Atemtechniken anzuwenden.


Vorwehen

Einige Tage vor der Geburt verstärken sich die Senkwehen in ihrer Intensität, bleiben jedoch unregelmäßig. Diese Wehen werden als Vorwehen bezeichnet. Sie werden von der Schwangeren häufig bereits als erste Geburtswehe interpretiert, da sie schmerzhaft sein können.


Eröffnungswehen

Die Eröffnungswehen sind die ersten Geburtswehen und eröffnen die Geburt. Die Wehen sind regelmäßig – sie treten etwa in einem Abstand von zirka 20 Minuten auf – und schmerzhaft. Durch sie wird der Muttermund vollständig geöffnet. Ist die Schwangere unsicher, ob sie bereits das Krankenhaus aufsuchen muss, kann ein Anruf bei der Hebamme aufschlussreich sein. Diese kann die Situation meist sehr gut beurteilen.


Austreibungswehen

Ist der Muttermund vollständig geöffnet, lassen die Wehen der Austreibungsphase das Kind durch das Becken der Mutter hindurchtreten. Die Austreibungswehen sind die schmerzhaftesten Wehen, sie treten in sehr kurzen Abständen auf.


Presswehen

Mit den Presswehen wird das Kind durch den Scheidenausgang gepresst. Während die bisherigen Wehen eine eher passive Mitarbeit der Mutter fordern, verspürt sie bei den Presswehen den Drang, mit den Wehen mitzupressen. In einigen Fällen reißt in dieser Geburtsphase der Damm, das Gewebe zwischen Scheide und Darmausgang, ein oder wird vorbeugend eingeschnitten.


Nachgeburtswehen

Nachdem das Kind geboren ist, werden durch die Nachgeburtswehen die Plazenta und die Eihäute ausgestoßen. Diese Wehen werden meist ähnlich wie Rückenschmerzen empfunden. Die Nachgeburtswehen dauern in der Regel zehn bis 15 Minuten.


Nachwehen

Nachwehen treten ist den ersten zwei bis drei Tagen nach der Geburt auf. Sie führen zur Rückbildung der Gebärmutter und Blutungsstillung. Diese Wehen sind bei Erstgebärdenden häufig weniger schmerzintensiv, als bei Zweit- oder Mehrgebärdenden.


Stillwehen (Laktationswehen)

Bei stillenden Müttern werden die Nachwehen als Stillwehen bezeichnet, da sie bei ihnen durch das beim Stillen gebildete Hormon Oxytozin ausgelöst werden. Dieses Hormon ist wichtig für die Milchbildung und fördert zudem die Rückbildung der Gebärmutter und die Stillung der Blutungen.


Wehenmittel

Treten die Wehen zu Beginn oder im Verlauf der Geburt zu selten auf, sind zu kurz oder zu schwach, ist die Schwangere von einer hypotonen Wehenschwäche betroffen. Helfen keine Maßnahmen wie ein heißes Bad zur Wehenförderung, werden Wehenmittel verabreicht. Diese Arzneimittel führen zu einer Kontraktion der Gebärmutter und löst damit Wehen aus oder verstärkt diese. Der Arzt verabreicht der Schwangeren das wehenauslösende körpereigene Hormon Oxytozin als Infusion.


Wehenhemmer

Bei einer zu hohen Grundspannung der Gebärmutter können Wehen keinen zusätzlichen Druck ausüben – der Geburtsverlauf verzögert sich und das Kind wird nicht mit genug Sauerstoff versorgt, da die Durchblutung des Muttermunds durch die erhöhte Spannung vermindert ist. Diese so genannte hypertone Wehenschwäche behandelt der Arzt mit einem Medikament zur Wehenhemmung (Tokolyse), sodass die Gebärmuttermuskulatur zeitweise erschlafft.

Wehenhemmer werden zudem bei drohender Frühgeburt und vorzeitigen Wehen eingesetzt. Das Medikament kann als Infusion oder – bei längerfristiger Behandlung – in Tablettenform verabreicht werden.



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Quellen:
F.A. Brockhaus (Hrsg.).: Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus GmbH, Leipzig/Mannheim 2006
Höfer, S. und Szász, N.: Hebammen Gesundheitswissen. Gräfe und Unzer, München 2007
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin 2007

 

Autor: Theresa Nikley 
Letzte Änderung am: 25.05.2009
 
 
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