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Mittwoch, 26. April 2017
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Vorsorgeuntersuchungen für Kinder

Vorsorge-Untersuchungen für Babys und Kinder
Bei den U-Untersuchungen für Babys wird geschaut, ob Größe und Gewicht in den üblichen Perzentilen liegen
(c) iStockphoto

Vorsorge-Untersuchungen für Kinder sind grundlegende Maßnahmen zur Früherkennung und Prävention von Krankheiten und Entwicklungsstörungen bei Kindern. Die jeweiligen Untersuchungen sind einheitlich, ihre Kosten werden sowohl von den gesetzlichen als auch von den privaten Krankenkassen übernommen.

Welche Untersuchungen für Babys & Kinder werden empfohlen?

Insgesamt sind neun Vorsorge-Untersuchungen von den Krankenkassen vorgesehen. Sie werden in den ersten Lebensmonaten vergleichsweise häufig durchgeführt. Der erste Check, die U1, findet direkt nach der Geburt - noch im Kreissaal - statt. Danach sollten in regelmäßigen Abständen Vorsorge-Untersuchungen beim Kinderarzt wahrgenommen werden.

Empfehlenswert ist es, mit dem Kind an allen Vorsorge-Untersuchungen für Kinder teilzunehmen, da bei rechtzeitiger Erkennung von Entwicklungsstörungen und Krankheiten die Prognosen besonders günstig sind. Darüber hinaus sind Vorsorge-Untersuchungen auch angebracht, um zum Beispiel die Eignung des Kindes für den Kindergarten (U7a) oder die Schule (U9) festzustellen.

Die Vorsorge-Untersuchungen für Kinder U10 und U11 werden von einigen gesetzlichen Krankenkassen übernommen, von anderen nicht. Bevor Sie diese wahrnehmen, klären Sie am besten die Kostenübernahme direkt mit Ihrer Krankenkasse.

Vorsorge-Untersuchungen für Jugendliche

Nach den Früherkennungs-Maßnahmen für Kinder (den "U"s) kommen die Vorsorge-Untersuchung für Jugendliche (J1 und J2). Sie können von einem Kinder- und Jugendarzt oder einem Allgemeinmediziner durchgeführt werden. Dabei entscheiden die Jugendlichen selbst, ob sie allein oder zusammen mit den Eltern zur Untersuchung gehen. Die Vorsorge-Untersuchung für Jugendliche J2 wird nicht von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

  Wann? Was?
U1 1. Lebenstag
(1, 5 und 10 Minuten nach der Geburt)
  • "Neugeborenen-Erstuntersuchung"
  • Überprüfung der Vitalfunktionen des Neugeborenen (APGAR-Index)
  • Gabe von Vitamin K zur Vorbeugung (1 von insgesamt 3 Dosen)
  • evtl. Credé-Prophylaxe (ist nicht mehr vorgeschrieben,
    vorbeugend gegen eine Gonokokken-Konjunktivitis)
U2 3. bis 10. Lebenstag
  • Basisuntersuchung mit umfassender Prüfung aller Vitalfunktionen
  • Ultraschall-Untersuchung der Hüfte (Untersuchung auf evtl. vorliegende Hüftdysplasie)
  • Hörtest
  • Untersuchung auf Neugeborenen-Gelbsucht
  • Neugeborenen-Screening zur Überprüfung aller Stoffwechselfunktionen und der Schilddrüse
  • Gabe von Vitamin K als Vorbeugung (2 von insgesamt 3 Dosen)
  • Einleitung der Vitamin-D, Fluor- und Jodprophylaxe
U3 4. bis 5. Lebenswoche
  • evtl. Nachholen der Ultraschall-Untersuchung der Hüfte (falls in der U2 noch nicht geschehen)
  • Seh- und Hörtest
  • Überprüfung der Vitalfunktionen, Messung von Gewicht, Größe und Kopfumfang
  • Gabe von Vitamin K als Vorbeugung (3 von insgesamt 3 Dosen)
  • Beurteilung der Motorik (durch frühkindliche Reflexe und Reaktionen)
  • Untersuchung des Sozial- und Spielverhaltens sowie der Sprache
U4 3. bis 4. Lebensmonat
  • erneute Hör- und Sehprüfung
  • evtl. weitere Ultraschall-Untersuchung der Hüfte
  • Beginn der Impfungen
  • Überprüfung der Vitalfunktionen, Messung von Gewicht, Größe und Kopfumfang
  • Untersuchung der Organe und Geschlechtsorgane
U5 6. bis 7. Lebensmonat
  • Beurteilung der geistigen Entwicklung
  • Untersuchung von Beweglichkeit, Körperbeherrschung und Geschicklichkeit
  • Überprüfung der Kopfhaltung (sollte in diesem Lebensstadium vollendet sein)
  • Auffrischungsimpfungen
  • erneute Hör- und Sehprüfung
U6 10. bis 12. Lebensmonat
  • "Fremdeln" als wichtige Reaktion in der Entwicklung des Sozialverhaltens
  • Ausschluss von Schielen
  • Überprüfung des Steh- und Schreitreflex sowie Pinzettengriffs
  • erneute Hör- und Sehprüfung
  • Überprüfung der sprachlichen Entwicklung
  • Abschluss der "Grundimmunisierung" beim Impfen
U7 21. bis 24. Lebensmonat
  • Überprüfung der Sinnesorgane
  • Beurteilung der körperlichen Entwicklung
  • Motorische Fähigkeiten, vor allem Gehen, Laufen, Bücken, Aufrichten, Steigen
  • Flourid- und Jodprophylaxe
  • evtl. Nachholen versäumter Impfungen
U7a 34. bis 36. Lebensmonat
  • "Kindergartencheck"
  • Beurteilung des Sozialverhaltens
  • Sprachentwicklung
  • Motorik
  • Überprüfung auf körperliche, soziale oder geistige Auffälligkeiten
  • Untersuchung von Brust-, Bauch- und Geschlechtsorganen
U8 43. bis 48. Lebensmonat
(3,5 bis 4 Lebensjahre)
  • Beurteilung des Sprachvermögens
  • Untersuchung von Zähnen und Kiefer
  • evtl. Untersuchung auf Verhaltensauffälligkeiten
  • Check der Organe
  • Hör- und Sehvermögens-Überprüfung
  • evtl. Urinuntersuchung
U9 60. bis 64. Lebensmonat
(5 bis 5,5 Lebensjahre)
  • Letzte Vorsorge-Untersuchung vor dem Schulbeginn
  • Hör- und Sehprüfung
  • Überprüfung der Hand-Augen-Koordination
  • Test der Sprachfähigkeit
  • Urinuntersuchung
  • Blutdruckkontrolle
U10 7. bis 8. Lebensjahr
  • die U10 wird nicht von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen
  • Erkennung von Entwicklungsstörungen
  • Erkennen von z.B. Lese-Rechtschreib-Rechenschwäche und ADHS
U11 9. bis 10. Lebensjahr
  • die U11 wird nicht von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen
  • Erkennung von Schulleistungsstörungen, Verhaltensstörungen, Störungen des Sozialverhaltens, sowie schädigendem Medienkonsum
  • Überprüfung der Mund, Kiefer und Zahnstellungen
  • Prüfung von Suchtverhalten oder Anfälligkeiten, wie z-B- Essstörungen
J1 12. bis 14. Lebensjahr
  • Gelegenheit zum vertraulichen Gespräch
  • Körperliche und sexuelle Entwicklung
  • Drogenprävention
  • Feststellen von Allergien
  • Besprechung "jugendspezifischer" Themen wie Hautprobleme, Verhütung, Gefühle oder Gewichtsprobleme
  • Überprüfung und Auffrischung des Impfschutzes
  • ggf. HPV-Impfung
J2 16. bis 17. Lebensjahr
  • die J2 wird nicht von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen
  • Pubertäts- und Sexualität
  • Sozialisationsverhalten
  • Früherkennung von Haltungsfehlern
  • Diabetesvorsorge
  • begleitende Berufsberatung
  • ggf. HPV-Impfung

 

Autor:
Letzte Aktualisierung: 10. November 2016
Quellen: Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA): www.kindergesundheit-info.de (Stand: Februar 2014); Bald, M. u.a.: Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012

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