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Montag, 02. März 2015

Nackentransparenzmessung (Nackendichtemessung, Nackenfaltenmessung)

Nackentransparenzmessung (Nackendichtemessung, Nackenfaltenmessung)
Ansicht einer Nackenfalte

Die Nackentransparenzmessung, auch Nackendichtemessung, Nackenfaltenmessung oder NT-Screening genannt, ist eine Ultraschall-Untersuchung in der Schwangerschaft, bei der die Nackenfalte des ungeborenen Kindes auf anlagebedingte Störungen, wie bespielsweise das Down-Syndrom, untersucht werden kann.

Es handelt sich hierbei um eine Leistung außerhalb der normalen Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft und muss deshalb von der schwangeren Frau selber gezahlt werden. Die Nackentransparenzmessung ist ein Verfahren, dass lediglich einen statistischen Wert auf ein Risiko für eine Behinderung liefert. Deshalb kann bei einem auffälligen Befund ein anderes Verfahren, wie beispielsweise die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) oder die Chorionzotten-Biopsie, durchgeführt werden, um den Verdacht zu untermauern oder zu entkräften. Die Nackenfaltenmessung alleine kann keine Diagnose stellen, sondern nur einen Verdacht begründen.

Warum wird die Nackentransparenzmessung durchgeführt und was ist mit den Kosten?

Die Nackentransparenzmessung wird nicht im Rahmen der normalen Ultraschall-Untersuchungen durchgeführt und somit von den Krankenkassen nicht übernommen. Sie kann als IGeL-Leistung vom Frauenarzt angeboten werden. Die Kosten für die Nackenfaltenmessung sind also selbst zu zahlen und können je nach Frauenarzt stark variieren. Frauen beziehungsweise Paare, die sich zu dieser Untersuchung entschließen, möchten in der Regel wissen, ob es Hinweise für Chromosomenstörungen bei ihrem Kind gibt. Danach kann dann weiterüberlegt werden, ob eine weitere Untersuchung, wie beispielsweise die Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt wird.

Wie und wann wird die Nackentransparenz gemessen?

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Eine vergrößerte Nackenfalte könnte ein Hinweis auf Chromosomenanomalien sein.

Die Nackentransparenzmessung erfolgt in der 10. bis 14. Schwangerschaftswoche mittels Ultraschall. Dieser kann über die Bauchdecke oder vaginal durchgeführt werden. Die Frau liegt dabei auf dem Rücken. Die Untersuchung dauert zirka fünf bis zehn Minuten.

Zwischen der 11. und der 14. Schwangerschaftwoche sammelt sich im Nacken des Kindes Flüssigkeit an, die im Ultraschall als durchsichtiger Fleck erscheint. Dieser "Fleck" verschwindet im Laufe der Schwangerschaft wieder, wenn nach und nach die Organe des Kindes richtig arbeiten. Bei verschiedenen Störungen, wie dem Down-Syndrom oder Herzfehlern, erscheint dieser Bereich häufig breiter und manchmal auch länger als üblich.

Wichtig ist bei der Messung der Nackenfalte, dass sowohl das Ultraschallgerät eine hohe Auflösung mit detaillierten Bildern ermöglicht, als auch eine entsprechend gute Schulung und Erfahrung des Arztes. Sind diese Voraussetzungen bei der Nackenfaltenmessung nicht gegeben, ist dies bereits eine mögliche Fehlerquelle für ein auffälliges Ergebnis.

Wie wird die Nackentransparenz bewertet?

Das Ergebnis der Nackentransparenzmessung kann auf drei verschiedene Arten bewertet werden.

  1. Vergleich des gemessenen Werts mit festgelegten Grenzwerten
    Dies liefert ein ungenaues Ergebnis, da hierbei keine anderen Werte zur genaueren Bestimmung hinzugezogen werden.
  2. Vergleich des gemessenen Werts in Bezug auf die Scheitel-Steiß-Länge (SSL) des Kindes
    Hierbei werden die Veränderungen im Laufe der Entwicklung des Kindes stärker berücksichtigt und so ein genaueres Ergebnis erzielt. Bei einem Kind mit einer SSL von 45 Millimetern sollte die Nackentransparenz nicht dicker als 2,1 Millimeter sein. Bei einer SSL von 85 Millimetern sollte sie 2,7 Millimeter nicht überschreiten.
  3. Berechnung aus Nackentransparenz, Alter der Mutter und mehr
    Bei dieser komplizierten Berechnung aus mehreren Faktoren ist das Ergebnis individueller, aber dennoch ein rein statistischer Wert, wie beispielsweise 1:1000.

Aussagekraft der Nackentransparenzmessung

Die Nackenfaltenmessung hat das Ziel, das statistische Risiko für bestimmte Chromosomenabweichungen beim Ungeborenen zu bestimmen. Die Ergebnisse liefern keine Diagnose, sondern sind nur eine Risikoeinschätzung anhand einer Zahl, die als Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen dient. Bei der Nackentransparenzmessung werden durchschnittlich 75 von 100 Kindern mit Down-Syndrom als richtig eingeschätzt, also werden 25 nicht erkannt. Andersherum werden durchschnittlich sechs von 100 Kindern fälschlicherweise für betroffen gehalten, obwohl sie in Wirklichkeit gesund waren. Bei kombinierten Bestimmungen, bei denen mehrere Faktoren zusammen mit der Nackenfaltenmessung einen Wert ergeben, ist die Treffsicherheit etwas höher.

Komplikationen und Risiken der Nackentransparenzmessung

Die Nackentransparenzmessung selbst ist wie alle Ultraschall-Untersuchungen nahezu risikofrei. Jedoch kommt es bei schlechten Werten häufig bei den betroffenen Eltern zu Unsicherheiten und Ängsten. Weiterführende Untersuchungen, wie die Fruchtwasseruntersuchung, bergen eventuell höhere Risiken, das Kind dabei zu verlieren. Außerdem sollten sich Eltern, die diagnostische Untersuchungen durchführen lassen, darüber im Klaren sein, was das Ergebnis für sie bedeuten wird, also ob es für sie ein Grund zum Abbruch der Schwangerschaft wäre. Bei 90 von 100 Frauen sind weitere Untersuchungen eigentlich überflüssig, da ihr Kind gesund ist.

Nackenfaltenmessung bei Zwillingen

Natürlich kann die Nackenfaltenmessung auch bei Zwillingen erfolgen. Die Werte können sehr unterschiedlich ausfallen, da sich auch Zwillinge unterschiedlich entwickeln. Dies ist jedoch nicht automatisch ein Grund zur Beunruhigung.

Alternativen zur Nackenfaltenmessung

Es gibt mehrere Untersuchungsmethoden die Auskünfte über eine mögliche Schädigung des Kindes Auskunft geben können. Dazu zählen die Ultraschall-Untersuchung des Nasenbeins, der Organ-Ultraschall, verschiedene Bluttests, die Chorionzotten-Biopsie, die Fruchtwasseruntersuchung und der FisH-Test. Die Aussagekraft der verschiedenen Untersuchungen ist individuell unterschiedlich.

Autor: Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 25. Februar 2015
Quellen: Herbst, V.: Untersuchungen zur Früherkennung. Für Schwangere. Stiftung Warentest Berlin (Hrsg.), Berlin 2007; Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln: www.schwanger-info.de (Stand: August 2009)

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