Chorionzotten-Biopsie
Die Chorionzotten-Biopsie ist eine Untersuchung im Rahmen der pränatalen Diagnostik. Bei diesem Verfahren wird eine Gewebeprobe (Biopsie) aus der Zottenhaut (Chorion) entnommen.
Bei der Zottenhaut handelt es sich um den Bereich zwischen Fruchtblase und Gebärmutterwand, aus dem sich später der kindliche Teil der Plazenta entwickelt. Die Zotten enthalten Erbmerkmale des Kindes, daher kann eine Untersuchung Auskunft über erblich bedingte Störungen liefern. Die Zellen des ungeborenen Kindes lassen sich mit diesem Verfahren auch auf Chromosomenunregelmäßigkeiten hin untersuchen. Die Chorionzotten-Biopsie wird zwischen der achten und zwölften Schwangerschaftswoche durchgeführt.
Wie wird die Untersuchung vorbereitet?
Vor der Chorionzotten-Biopsie wird mittels Ultraschall eine geeignete Stelle zur Entnahme der Gewebeprobe gesucht. Der Arzt wird den Bereich meiden, in dem sich das Kind zum Zeitpunkt des Eingriffs befindet und stattdessen die Plazenta ansteuern.
Die Gewebeprobe wird in der Regel über einen Katheter durch die Scheide (transzervikal) entnommen. Selten erfolgt der Eingriff mit einer Punktionsnadel über die Bauchdecke (transabdominal). Dann liegt die Frau auf dem Rücken oder halb auf der Seite. Die Stelle am Bauch, die punktiert werden soll, wird zunächst desinfiziert und meistens zusätzlich örtlich betäubt.
Wie läuft die Entnahme der Gewebeprobe ab?
Erfolgt die Chorionzotten-Biopsie über die Scheide, führt der Arzt zunächst einen kleinen Katheter aus Kunststoff in die Scheide ein. Diesen schiebt er durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter, bis er das zottige Gewebe erreicht. Über den Schlauch saugt der Arzt anschließend etwa 15 Milligramm des Gewebes ab. Der Weg des Katheters wird dabei über ein Ultraschallbild sorgfältig überwacht.
Wird die Chorionzotten-Biopsie über einen Zugang am Bauch durchgeführt, wird zunächst die Bauchhaut mit einem feinen Schnitt durchtrennt. An diesem Einschnitt setzt der Arzt die Punktionsnadel an und sticht durch alle Gewebe hindurch bis er die Fruchtblase erreicht. Durch die Nadel wird anschließend ein Teil des Choriongewebes angesaugt. Der gesamte Vorgang wird ebenfalls im Ultraschallbild überwacht.
Das entnommene Gewebe wird anschließend im Labor auf Chromosomenabweichungen hin untersucht. Eine DNA-Analyse kann außerdem Hinweise auf vererbbare Muskel- oder Stoffwechselerkrankungen beim ungeborenen Baby geben.
Wann wird eine Chorionzotten-Biopsie durchgeführt?
Eine Chorionzotten-Biopsie wird dann empfohlen, wenn eine vorangehende Ultraschalluntersuchung auffällige Ergebnisse geliefert hat oder wenn der Verdacht besteht, dass das Kind an einer erblich bedingten Krankheit leiden könnte. Das Verfahren kann einen bestehenden Verdacht bestätigen oder entkräftigen.
Komplikationen und Risiken der Untersuchung
Bei der Chorionzotten-Biopsie gelingt es gelegentlich nicht, eine ausreichende Menge an Gewebe anzusaugen. Manchmal wird anstatt Gewebe des Kindes nur Gewebe der Mutter gewonnen. In beiden Fällen muss der Eingriff wiederholt werden.
Nach dem Eingriff kann es bei der Schwangeren zu Schmerzen und Blutungen kommen. Zudem erhöht eine Chorionzotten-Biopsie das Risiko einer Fehlgeburt. Insgesamt wird das Risiko des Verfahrens als "erhöht" eingestuft.
Alternativen zur Chorionzotten-Biopsie
Weitere Verfahren zur Feststellung von Chromosomenabweichungen beim Ungeborenen sind die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese), bei der Zellen aus dem Fruchtwasser entnommen werden, oder die Nabelschnurpunktion. Hierbei werden Zellen des Kindes aus der Nabelschnur gewonnen.

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