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Freitag, 30. September 2016
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Alkohol in der Schwangerschaft

Alkohol in der Schwangerschaft
Statt mit Alkohol sollte man in der Schwangerschaft mit alkoholfreien Getränken anstoßen
(c) Getty Images/Wavebreak Media

In der Schwangerschaft sollten Frauen komplett auf Alkohol verzichten. Denn in diesen neun Monaten übernehmen Frauen nicht nur Verantwortung für sich selbst.

Sie beeinflussen durch den Konsum von Alkohol auch die Entwicklung ihres ungeborenen Kindes.

Alkohol in der Frühschwangerschaft

In den ersten Wochen der Schwangerschaft kommt es häufiger vor, dass eine Frau noch nichts von der bestehenden Schwangerschaft weiß und auch Alkohol trinkt. Viele Frauen machen sich hinterher deswegen Sorgen, ob sie damit ihr Kind geschädigt haben. Hier gilt jedoch das "Alles-oder-Nichts-Prinzip": Gerade in der Frühschwangerschaft gehen viele Schwangerschaften wieder ab, aus den verschiedensten Gründen. Frauen sollten sich deshalb erst mal keine Sorgen machen. Die Zeit, in der die Schädigungen durch Alkohol am wahrscheinlichsten entstehen können, ist in der Zeit, in der der Embryo die Organe entwickelt, also zwischen dem 15. und 60. Tag nach der Befruchtung.

Wie viel Alkohol während der Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft reduzieren die meisten Frauen ihren Alkoholkonsum oder stellen ihn ganz ein. Trotz der gesundheitlichen Risiken für das Kind verzichten jedoch nicht alle Schwangeren auf das Genussmittel. Zwar gibt es keinen wissenschaftlich abgesicherten Grenzwert, unter dem Alkohol nicht zu Schädigungen führt. Eine Schwellendosis, also eine Dosis der sicheren Verträglichkeit, ist bis heute also nicht bekannt. Dennoch ist es ratsam, während der Schwangerschaft generell auf Alkohol zu verzichten.

Nimmt eine schwangere Frau Alkohol zu sich, gelangt er durch die Nabelschnur ungefiltert und direkt in den Blutkreislauf des Kindes. Innerhalb weniger Minuten haben sowohl die werdende Mutter als auch das Ungeborene den gleichen Alkoholspiegel. Der Organismus der Mutter kann den Alkohol jedoch schneller abbauen. Daher ist der Blutalkoholspiegel des Ungeborenen sogar einige Zeit lang höher als der der Schwangeren. Da Alkohol ein Nervengift ist, was dann die im Wachstum befindlichen Nervenzellen des Kindes angreifen, sind Schädigungen vorprogrammiert.

Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft

Wer Alkohol in der Schwangerschaft trinkt, geht für sich und vor allem für sein ungeborenes Kind vielerlei Risiken ein. Nachgewiesenermaßen bestehen unter anderem folgende Risiken:

  • erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt
  • Fehlbildungen
  • zu geringes Wachstum des Kindes
  • geringes Geburtsgewicht
  • Gesichtsanomalien
  • Störungen des zentralen Nervensystems
  • geistige Beeinträchtigung

Schädigen schon kleine Mengen Alkohol das ungeborene Kind?

Wenn eine schwangere Frau Alkohol trinkt, verbreitet sich der Alkohol schnell im Körper und macht auch nicht Halt vor der Plazenta, über die das Kind mit allen lebenswichtigen Nährstoffen versorgt wird. Durch die Nabelschnur gelangt der Alkohol so in den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes und verbreitet sich auch hier rasch im ganzen Körper. Innerhalb weniger Minuten haben Mutter und Kind denselben Alkoholspiegel.

Die schädigende Wirkung des Alkohols hält beim ungeborenen Kind länger an als bei der Mutter, weil der noch nicht vollständig entwickelte Organismus des Kindes den Alkohol langsamer abbaut. Deshalb ist der Blutalkoholspiegel bei dem Baby sogar eine Zeit lang höher als bei der Mutter.

Welche Folgen hat Alkohol für das ungeborene Kind?

Das Risiko für gesundheitliche Schäden steigt mit der Menge an getrunkenem Alkohol. Die schwerste Form der Schädigung wird als fetales Alkoholsyndrom (FAS) bezeichnet. Die betroffenen Kinder kommen mit körperlichen Missbildungen auf die Welt und entwickeln Verhaltensstörungen, die oft nicht heilbar sind.

Leider ist das nur die sogenannte berühmte Spitze des Eisbergs, denn nicht alle Neugeborenen, die während der Schwangerschaft durch Alkohol in ihrer Entwicklung behindert wurden, weisen schwere Folgeschäden auf. Es gibt einen fließenden Übergang zu Schädigungen, die unter dem Begriff Alkoholeffekte zusammengefasst werden.

Diese Alkoholeffekte sind zum Teil bei der Geburt kaum zu erkennen. Erst im Verlauf der Kindheit werden die Schäden deutlich. Die Schädigungen betreffen das Gehirn und äußern sich in intellektuellen und motorischen Fehlentwicklungen und Entwicklungsverzögerungen. Auch diese Defizite sind häufig nicht wieder auszugleichen und können zu lebenslangen Beeinträchtigungen führen.

Da eine Schwellendosis, also eine Dosis der sicheren Verträglichkeit, bis heute nicht genannt werden kann, empfehlen verantwortungsvolle Mediziner, Alkohol (wie auch Nikotin) vor und während der Schwangerschaft gänzlich zu meiden.

Fetales Alkoholsyndrom

Die schwerste Form der Schädigung durch Alkohol ist sogar ein eigenes Krankheitsbild. In Deutschland kommen jährlich bis 10.000 Kinder mit dem fetalen Alkoholsyndrom zur Welt, welches durch den regelmäßigen Alkoholkonsum ihrer Mütter während der Schwangerschaft verursacht wurden. Diese sind bei der Geburt zum Teil nicht zu erkennen und machen sich erst im Laufe der Kindheit bemerkbar. Kinder, die davon betroffen sind, sind in ihrem Verhalten auffällig und weisen körperliche Entwicklungsstörungen auf. Dazu gehören:

Die Schäden, die durch Alkohol in der Schwangerschaft entstehen, sind nicht mehr rückgängig zu machen. Für Kinder mit dem fetalen Alkoholsyndrom besteht kaum eine Chance auf Heilung. Viele sind ihr gesamtes Leben lang auf Hilfe und Fürsorge angewiesen.

Muss ich mein bisheriges Leben ändern, wenn ich schwanger bin und auch auf das Glas Wein verzichten, welches ich hin und wieder zum Abendessen trinke?

Sie müssen gar nichts. Es wird Ihnen niemand Vorschriften darüber machen, wie Sie Ihr Leben zu verbringen haben.

Aber Sie sollten Folgendes wissen: eine eine Dosis der sicheren Verträglichkeit von Alkohol ist bis heute unbekannt. Man kann also nicht sagen, bei welcher Menge und in welchem Stadium der Schwangerschaft sich Alkohol schädigend auswirkt. Daher empfehlen verantwortungsvolle Mediziner, Alkohol sowie Nikotin während der Schwangerschaft gänzlich zu meiden.

Für Schwangere sollte deshalb gelten: Selbst zu besonderen Anlässen wie an Geburtstagen oder zur Silvester-Feier ist das Anstoßen mit alkoholischen Getränken tabu.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 12. Februar 2016
Quellen: Deans, Dr. A.: Die Schwangerschafts Bibel. Südwest, München 2007; Online-Informationen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V.: www.dhs.de (Stand: April 2008); Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.drugcom.de (Stand: Oktober 2010) und www.rauchfrei-info.de (Stand: Oktober 2010); Online-Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit: www.bmg.bund.de (Stand: Oktober 2010)

Beiträge im Forum "Geburtstermin Januar/Februar 2017"
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