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Donnerstag, 25. August 2016
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Tripper (Gonorrhö)

Tripper (Gonorrhö)
Eine Gonorrhoe-Infektion bleibt gerade bei Frauen häufig unbemerkt
iStockphoto

Gonorrhö (Tripper) ist die häufigste der sexuell übertragbaren Krankheiten. Sie ist meldepflichtig und verdankt ihren Namen den Gonokokken, eine Bakterienart, die fast ausschließlich bei sexuellen Kontakten beziehungsweise bei der gemeinsamen Benutzung von Sexspielzeug übertragen wird.

Möglich ist außerdem, dass eine mit Gonorrhö (Tripper) infizierte Schwangere das Neugeborene während der Geburt ansteckt.

Gonorrhö ist als dritthäufigste sexuell übertragbare Erkrankung weltweit verbeitet. Da in Deutschland seit 2001 keine Meldepflicht mehr für Tripper besteht, gibt es keine genaue Zahlen zur Häufigkeit.

Wie wird die Gonorrhö verursacht?

Erreger der Gonorrhö (Tripper) sind Gonokokken, ein Bakterienart, die meist bei ungeschützten sexuellen Kontakten übertragen wird. Die Gefahr besteht bei Vaginal-, Anal- und Oralverkehr gleichermaßen. Infiziert werden vor allem die Schleimhäute der Scheide, der Harnröhre, des Enddarms und des Rachens.

Gelegentlich ist auch die Bindehaut der Augen betroffen ("Augentripper"). Da die Gonokokken sehr empfindlich sind, ist eine Übertragung auf der Toilette, durch Handtücher oder Waschlappen sehr unwahrscheinlich. Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit liegen meist ein bis 14 Tage (Inkubationszeit). Auch nach durchgemachter Infektion besteht keine Immunität. Solange die Bakterien der Gonnorrhö im Körper sind, unabhängig davon, ob Symptome bestehen oder nicht, können andere Menschen angesteckt werden.

Symptome von Tripper (Gonorrhö)

Die Symptome der Gonorrhö äußern sich bei Männern und Frauen teilweise unterschiedlich. In vielen Fällen bereitet eine Infektion jedoch gar keine Beschwerden, sodass sie unbemerkt bleibt und unwissentlich andere angesteckt werden. Unbehandelt greift Tripper/Gonorrhö schnell auf andere Organe über und führt dann zu schwerwiegenden Komplikationen, in vielen Fällen mit einer Unfruchtbarkeit als Spätfolge.

Symptome bei Frauen

In den meisten Fällen zeigen sich zwei bis fünf Tage nach der Infektion bei Frauen ein vermehrter grünlich-weißer Ausfluss und eventuell Schmierblutungen. Auch Brennen beim Wasserlassen gehört zu den häufigen Symptomen. Insgesamt entwickeln Frauen oft geringere Beschwerden als Männer, weshalb Infektionen bei ihnen häufiger unentdeckt bleiben oder erst spät bemerkt werden.

Symptome bei Männern

Bei Männern treten meist mehr oder weniger starke Schmerzen beim Wasserlassen auf, gefolgt von einem bald permanenten Harndrang. Aus dem Penis tritt häufig eitriges Sekret aus. In vielen Fällen ist der Penis gerötet und die Eichel insgesamt geschwollen.

Sowohl für Männer als auch für Frauen gilt: Ist der Enddarm betroffen, tritt oft eitriges Sekret aus dem After aus. Ist der Rachen infiziert, kommt es zu Halsschmerzen.

Diagnose von Gonorrhö/Tripper

Verursacht Tripper typische Symptome, kann es der Arzt in den meisten Fällen allein schon daran erkennen. Letzte Sicherheit gibt ein Abstrich aus Harnröhre, Rektum oder Rachen, bei Frauen auch aus der Scheide und vom Gebärmutterhals. Unter dem Mikroskop lassen sich Gonokokken recht gut erkennen. Besteht weiterhin Unklarheit, kann eine bakterielle Kultur angelegt werden, um die Erreger im Labor näher zu bestimmen.

Mittels eines Bluttests lassen sich Gonokokken nicht nachweisen. Er kann jedoch dazu dienen, andere sexuell übertragbare Erkrankungen wie HIV oder Syphilis auszuschließen.

Für Gonorrhö gibt inzwischen auch Schnelltests im Internet zu kaufen. Hiervon ist dringend abzuraten. Zum einen ist die Untersuchung beim Arzt kostenlos, zum anderen kann der Arzt, wenn es Ganorrhö/Tripper feststellt, sofort die Behandlung einleiten und das passende Antibiotikum verordnen.

Gonorrhö in der Schwangerschaft

Eine Gonorrhoe-Infektion während der Schwangerschaft kann zu einem frühzeitigen Blasensprung und somit zu einer Fehlgeburt führen. Bei einer Infektion des Föten kann es zu einer Sepsis (Blutvergiftung) mit tödlichem Ausgang kommen. Aus diesen Gründen wird bei einer Schwangerschaft im Rahmen der ersten Vorsorgeuntersuchung routinemäßig ein Abstrich genommen und auf Gonokokken untersucht.

Steckt eine infizierte Schwangere ihr Kind während der Geburt an, sind vor allem die Augen des Neugeborenen gefährdet. Unbehandelt kann es innerhalb weniger Tage erblinden. Aus diesem Grund erhielten bis 1990 in Deutschland alle Babys gleich nach der Geburt vorsorglich Augentropfen mit dem Wirkstoff Silbernitrat (Credé-Prophylaxe). Aufgrund der guten vorgeburtlichen Untersuchungen ist dies heute nicht mehr notwendig. In Verdachtsfällen kann die Credé-Prophylaxe jedoch immer noch sinnvoll sein. Da Silbernitrat die Schleimhäute reizt, werden heute eher antibiotische Augentropfen (Erythromycin) oder 2,5 %-ige Povidon-Iod-Lösungen verwendet, die auch gegen die deutlich häufigeren Infektionen mit Chlamydien wirksam sind.

Da Gonorrhoe beim Neugeborenen zu schwerwiegenden Problemen führen kann, wird bei der ersten Vorsorgeuntersuchung routinemäßig ein Abstrich genommen und dieser auf Gonorrhoe-Erreger untersucht.

Behandlung der Gonorrhö

Die Behandlung der Gonorrhö ist mit Antibiotika heute meist problemlos möglich, auch wenn sich der Erregertyp in den letzten Jahrzehnten gewandelt hat und resistente Bakterienstämme entstanden sind. Wichtig ist  - wie bei den meisten sexuell übertragbaren Krankheiten - , auch den Sexualpartner zu behandeln, damit es nicht zu einer gegenseitigen Wiederansteckung ("Ping-Pong-Effekt") kommt.

Gonorrhö: Verlauf

Unbehandelt kann Tripper/ Gonorrhö auf andere Organe übergreifen und zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. Sind beim Mann die Erreger in die Harnröhre und die Prostata eingedrungen, ist ein Übergreifen auf Hoden und Nebenhoden möglich. Oft schwellen dann die Lymphknoten der Leistengegend schmerzhaft an.

Bei der Frau kann die Infektion auf den Gebärmutterhals übergreifen. Werden auch die Eileiter und Eierstöcke in Mitleidenschaft gezogen, führt dies meist zu hohem Fieber und starken Unterleibschmerzen. Zu den möglichen Spätfolgen einer unbehandelten Gonorrhö zählt sowohl bei der Frau als auch beim Mann die Unfruchtbarkeit.

Da eine Gonorrhö bei beiden Geschlechtern häufig ohne Symptome auftritt, können die Erreger in späteren Stadien Fieberschübe, Hautausschläge und Gelenkbeschwerden verursachen. Je nachdem, wo die Erreger zuerst in den Körper eingedrungen sind, kommt es auch zu einer Rachen- oder Mastdarmentzündung.

Präventionsmaßnahmen

Die sicherste Maßnahme zur Verhütung von Geschlechtskrankheiten ist die Benutzung von Kondomen. Auch bei Oralverkehr empfiehlt sich die Verwendung von Kondomen beziehungsweise speziellen Latextüchern.

Bei bestehenden Infektionen soltte auf sexuellen Verkehr verzichtet werden, bis die Erkrankung vollständig ausgeheilt ist. Es ist wichtig, den direkten Kontakt mit den Schleimhäuten im genital-analen Bereich zu vermeiden.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 26. Juli 2016
Quellen: Online-Informationen des Robert Koch Instituts: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Gonorrhoe.html#doc3763050bodyText7 (Abruf: 26. Juli 2016)

Beiträge im Forum "Geburtstermin Januar/Februar 2017"
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