Nuckelflasche

Mit der Nuckelflasche können Säuglinge und Kleinkinder gefüttert werden

Mit der Nuckelflasche können Säuglinge und Kleinkinder gefüttert werden
(Foto: BananaStock)

Mit einer Nuckelflasche können Sie Ihr Baby füttern, falls Sie nicht stillen können oder möchten oder es bevorzugen, Ihr Kind mit abgepumpter Muttermilch zu füttern. Im Kleinkindalter, solange das Kind noch nicht selbstständig aus einem Glas trinken kann, bekommt es Getränke wie Tee, Wasser oder Säfte mit einer Nuckelflasche.


Flasche und Sauger
Wann welche Getränke?
Nursing-Bottle-Syndrom
Tipps

Flasche und Sauger

Passend zum jeweiligen Lebensalter Ihres Kindes finden Sie in Drogerien und Apotheken zu den Flaschen unterschiedlich große Sauger. Ebenfalls gibt es die Sauger aus unterschiedlichen Materialien wie Latex, Kautschuk oder Silikon. Die Materialien unterscheiden sich vor allem in ihrer Langlebigkeit. Sauger aus Naturmaterialien werden schnell klebrig und müssen häufig ausgetauscht werden. Silikonsauger sind für Kleinkinder eher ungeeignet, da sie leicht zerbissen werden. Weiterhin gibt es Flaschen, die eine spezielle Form haben, damit Kleinkinder sie gut greifen und leichter festhalten können.

Flasche und Sauger sollten Sie nach jedem Gebrauch sorgfältig mit warmem Wasser ausspülen, um eine Verunreinigung der Gegenstände zu vermeiden.


Wann welche Getränke?

Wenn Sie Ihr Baby mit einer Säuglingsmilchnahrung füttern, erhitzen Sie vorsichtig die Flasche mit der Nahrung im Wasserbad. Die beste Temperatur der Milch können Sie dadurch prüfen, indem Sie ein paar Tropfen aus der Flasche auf die Innenseite Ihres Handgelenks geben. Flaschen und Sauger aus Kunststoff sollten keinesfalls in der Mikrowelle erhitzt werden.

Als Ersatz für die Muttermilch können Sie Ihrem Kind "Pre-Nahrung" oder "1er-Nahrung" mit der Flasche geben. Diese beiden Sorten unterscheiden sich wesentlich in ihrem Gehalt an Kohlenhydraten. Die "Pre-Nahrung" können Sie wie die Muttermilch nach Bedarf füttern. Sobald Sie mit Breikost beginnen, können Sie diese Säuglingsnahrung weiterhin in beliebiger Menge zufüttern. Die "1er-Nahrung hat" einen wesentlich höheren Gehalt an Kohlenhydraten und sollte nicht beliebig oft gefüttert werden. Die "1er-Nahrung" können Sie Ihrem Kind ebenfalls vom ersten Lebensmonat an und dann gemeinsam mit der Beikost füttern.

Wenn Sie Ihr Kind voll stillen, ist es bis zum sechsten Monat in der Regel nicht notwendig, zusätzlich zu Muttermilch oder Säuglingsnahrung Tee zu geben. Wenn das Kind jedoch zum Beispiel an Verstopfungen oder Fieber leidet, können ungesüßte Kräutertees wie Fencheltee die Beschwerden lindern. Zirka ab dem sechsten Monat können Sie Ihrem Kind feste Nahrung und Getränke wie Wasser, Tee und Saft anbieten.


Nursing-Bottle-Syndrom

Wenn Kinder zu oft zu lange an einer Flasche nuckeln, kann es zum Nursing-Bottle-Syndrom kommen. Damit wird eine Karieserkrankung bezeichnet, die dadurch entsteht, dass die Milchzähne des Kleinkindes durch Zucker oder Fruchtsäure beschädigt werden. Wenn das Kind zu oft die Flasche bekommt und Flüssigkeiten wie Fruchtsäfte oder stark gesüßte Getränke dauerhaft die Zähne umspülen, können Zucker und Fruchtsäuren den Zahnschmelz beschädigen und Karies verursachen. Dazu kommt es häufig dann, wenn ein Kind zur Beruhigung dauerhaft an der Flasche nuckelt. Die Flasche sollte deswegen nach dem Trinken weggelegt werden, um dem Kind kein "Trostnuckeln" anzugewöhnen.


Tipps

Wenn Ihr Kind zu hastig trinkt oder zuviel Luft schluckt, kann dies die Verdauung beeinträchtigen.


  • Wenn Sie Ihr Baby mit der Flasche füttern, achten Sie daher darauf, dass der Sauger immer mit Milch gefüllt ist.
  • Schütteln Sie die Flasche vor dem Füttern nicht zu stark, da sich sonst zu viele Luftblasen bilden.
  • Wenn Sie die Flasche auf den Kopf drehen, sollte die Flüssigkeit nur langsam tropfenweise aus dem Loch des Saugers fließen.

Verzichten Sie im ersten Lebensjahr Ihres Kindes unbedingt auf Honig als Süßungsmittel für Tees oder Breie. Der Organismus des Kindes ist in diesem Alter noch nicht in der Lage, mögliche Bakterien im Honig zu bekämpfen. Deswegen können schon kleinste Mengen bei Ihrem Kind zu einer gefährlichen Erkrankung, dem Säuglingsbotulismus, führen.

Wenn das Kind die Flasche bereits selbst halten und trinken kann, achten Sie darauf, dass es nicht nur an der Flasche nuckelt, sondern auch regelmäßig genug trinkt. Bei Dauernuckeln besteht die Gefahr einer Karieserkrankung oder späteren Kieferfehlstellungen. Setzen Sie nach dem Trinken die Flasche ab und stellen Sie sie beiseite.

Kinder können zirka ab dem zehnten Lebensmonat mit am Tisch sitzen und Wasser, Tee und Saft aus einem eigenen Becher oder einer Tasse trinken. Sie können Ihrem Kind das Trinken aus der Tasse beibringen, indem Sie ein wenig Tee oder Wasser in einen kleinen Becher geben und Ihr Kind üben lassen. Trinklernhilfen wie Schnabeltassen sind meist nicht notwendig.



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Quellen:
Das neue große Babybuch. Compact, München 2006
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2007
Sitzmann, F. C.: Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2007

 

Autor: Sarah Liebigt 
Letzte Änderung am: 26.05.2009