Migräne in der Schwangerschaft

Migräne ist nicht nur in der Schwangerschaft schwierig zu behandeln

Migräne ist nicht nur in der Schwangerschaft schwierig zu behandeln
(Foto: BananaStock)

Migräne gehört zu den häufigsten Formen der Kopfschmerzen. Sie tritt anfallsartig auf und ihre Ursachen können sehr unterschiedlich sein. In der Schwangerschaft bessern sich Migräneattacken bei etwa 70 bis 80 Prozent der Frauen oder sie bleiben sogar ganz aus. Dieser Effekt zeigt sich besonders in den letzten zwei Schwangerschaftsdritteln. Nach der Geburt des Kinds treten die Attacken oft erneut auf. Häufig verschwinden sie dann auch bei nachfolgenden Schwangerschaften nicht mehr.


Besonderheiten in der Schwangerschaft
Wie kann Migräne in der Schwangerschaft behandelt werden?
Vorbeugen mit Entspannungsübungen

Besonderheiten in der Schwangerschaft

Migräne ist nicht nur in der Schwangerschaft schwierig zu behandeln, dann aber besonders: Denn in dieser Zeit muss eine mögliche Gefährdung des Fötus bei der Medikation berücksichtigt werden.


Wie kann Migräne in der Schwangerschaft behandelt werden?

Bei akuten Migräneattacken sollten sich Schwangere in ein abgedunkeltes Zimmer zurückziehen, schlafen oder Kompressen zur Kühlung auf die schmerzende Stelle auflegen. Im Einzelfall helfen sanfte Massagen von Gesicht und Kopfhaut. Auch Akupunktur, Entspannungsübungen oder Lymphdrainagen sind zur Behandlung der Migräne geeignet.

Medikamente sollten bei der Migräne-Behandlung schwangerer Frauen möglichst nicht zum Einsatz kommen. Das gilt besonders für das erste Schwangerschaftsdrittel, weil die Entwicklung des Ungeborenen in dieser Zeit generell leicht gestört werden kann. Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat (zweites Drittel) kann bei akuten Schmerzattacken Paracetamol gegen die Beschwerden helfen. Im zweiten Drittel ist auch die Einnahme von Acetylsalicylsäure erlaubt. Im letzten Drittel sollten Schwangere allerdings auf Medikamente mit Acetylsalicylsäure verzichten, da der Wirkstoff eine blutverdünnende Wirkung hat und die normale Entwicklung des kindlichen Herzens stören kann. Generell gilt: Wenn Medikamente während der Schwangerschaft eingenommen werden, sollte dies unbedingt nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt geschehen.


Vorbeugen mit Entspannungsübungen

Um Migräneattacken während der Schwangerschaft vorzubeugen ist es - wie sonst auch - ratsam, die individuellen Auslöser wie bestimmte Lebensmittel zu meiden. Daneben ist in vielen Fällen gezieltes Entspannungstraining, beispielsweise die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen oder autogenes Training, gut zur Vorbeugung geeignet. Gerade wenn eine Schwangerschaft geplant wird, sollte zuvor eine Entspannungstechnik erlernt werden, damit der Migräne möglichst ohne Einsatz von Medikamenten vorgebeugt werden kann. Bei schweren Fällen können Schwangere versuchen, mit Magnesium ihren Zustand zu verbessern.



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Quellen:
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Therapie der Migräneattacke und Migräneprophylaxe. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/075 (Stand: Dezember 2004)
Online-Informationen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft / DMKG

 

Autor: Jessica Schmid 
Letzte Änderung am: 18.05.2009