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Mehr über Unfruchtbarkeit

Wenn die gängigen Untersuchungen keine Ursachen für die Unfruchtbarkeit bzw. Kinderlosigkeit herausgefunden haben, sollte man an weitere Möglichkeiten denken:

Woran kann es sonst noch liegen?
Es gibt zahlreiche mehr oder weniger alltägliche Faktoren, die zu einer Unfruchtbarkeit bei Frauen und Männern führen können, dazu gehören:

Eine sorgfältige Diagnostik der zugrunde liegenden Störung ist Voraussetzung für den Einsatz individuell geeigneter therapeutischer Verfahren. Der Weg zu einem Wunschkind kann mühsam sein und von Erwartungszwängen und Minderwertigkeitsgefühlen begleitet werden.

Hilfreiches Wissen
Wenn keine organischen oder stoffwechselbedingten Ursachen der Unfruchtbarkeit gefunden werden, kann allerdings allein das Wissen, dass eigentlich alles in Ordnung ist, schon helfen, schwanger zu werden. Eine gute Beratung hilft, Versagensängste abzubauen und zu hohe Erwartungen an sich selbst zu überprüfen. Je besser ein Paar über die biologischen Details des weiblichen Zyklus Bescheid weiß und je genauer der Zeitpunkt des Eisprungs bekannt ist, um so größer sind die Chancen, schwanger zu werden.

Der interaktive Eisprungkalender hilft Ihnen, Ihre fruchtbaren Tage auszurechnen.

Wunschkinder nach Maß
Mit neuen Zukunftstechnologien lassen sich sowohl Geschlecht als auch Erbanlagen des Babys bestimmen. US-amerikanische Samenbanken führen im Internet gleich ausführliche Porträts ihrer Spender an. Die Spermakäuferin erfährt, ob die Haut des Erzeugers Leberflecken oder Sommersprossen hat, wie es um seine Konfession und seine Karrierechancen bestellt ist. Ein IQ-Test ist bei Nachfrage erhältlich. Die Sendung kostet etwa 375 US-Dollar. Für einen Aufpreis von 180 US-Dollar besteht sogar die Möglichkeit, das Geschlecht des künftigen Kindes zu wählen. Eine Anleitung zur Selbstbefruchtung liegt bei.


Statistische Informationen über Unfruchtbarkeit

Paare, die keine Kinder bekommen, sind keine Seltenheit. Weltweit schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO (World Health Organization) die Zahl ungewollt kinderloser Paare auf 60 bis 80 Millionen. Etwa 15% aller Ehepaare sind heute ungewollt kinderlos.

Fakten
Bei jedem Individuum ist die Fruchtbarkeit verschieden und ändert sich im Laufe des Lebens ständig. Einige Fakten gelten aber dennoch für fast alle Menschen:

  • Im Alter von 24 Jahren erreichen Mann und Frau den Höhepunkt ihrer Fruchtbarkeit.

  • Mit höherem Alter der Frau nimmt die Fruchtbarkeit ab.

  • Bei Paaren, die ohne Verhütung Geschlechtsverkehr haben, werden schwanger:
    25% der Frauen innerhalb des ersten Monats,
    60% innerhalb von sechs Monaten,
    75% innerhalb von neun Monaten und
    90% innerhalb von 18 Monaten.

  • Nach der Ovulation kann eine Eizelle nur ungefähr zwölf bis 24 Stunden lang befruchtet werden.

  • Die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit, pro Monatszyklus schwanger zu werden, beträgt auch unter besten Bedingungen nicht mehr als 30%.

Insgesamt ist der unerfüllte Kinderwunsch jeweils mit ca. 40% in Störungen bei der Frau oder beim Mann begründet. In ca. 10% der Fälle sind beide Partner von einer Störung betroffen, in weiteren 10% ist trotz intensiver Untersuchungen nicht zu klären, weshalb es nicht zu einer Schwangerschaft kommt.

In den letzten Jahren mehren sich die Hinweise, dass ungewollte Kinderlosigkeit zunimmt. In westlichen Industrieländern bleiben etwa 15% der Paare ungewollt kinderlos.

Schnelle Veränderungen
In der westlichen Welt gehen Frauen heute durchschnittlich später eine feste Partnerschaft ein und möchten folglich auch meist später ihr erstes Kind bekommen. Die Zahl der Frauen, die erst nach dem 30. Lebensjahr ihren Kinderwunsch verwirklichen, hat zugenommen, ebenso die Zahl der Männer, die von leichten bis sehr schwerwiegenden Fruchtbarkeitsstörungen betroffen sind. Andere Lebensgewohnheiten, ein Wandel der Arbeitsbedingungen, Veränderungen auf dem Gebiet der Bekleidung oder der Ernährung und Veränderungen der Umwelt sind möglicherweise weitere Faktoren, die zu einer Verminderung der Fruchtbarkeit von Frauen und Männern beitragen können.

Bei mindestens 10% der festgestellten Schwangerschaften kommt es zu einem Spontanabort (natürlicher Abgang der Frucht), davon bei 75% innerhalb der ersten zwölf Wochen (Frühabort). Wahrscheinlich ist die Zahl der Frühaborte viel größer. Oftmals hat die Frau von der Schwangerschaft noch nichts gemerkt, die einsetzende Blutung deutet sie als verspätete Menstruationsblutung.

Daten zur assistierten Reproduktion
1968 Die Weltgesundheitsorganisation WHO beginnt mit ersten Reproduktionstests. Sie definiert Unfruchtbarkeit als Krankheit.
25. Juli 1978 Das erste Retortenbaby, Louise Brown, erblickt das Licht der Welt.
2. Januar 1985 Kim Cotton bringt als erste Leihmutter ein Kind zur Welt, das sie auf Bestellung und Bezahlung hin geboren hat.
24. Januar 1985 Unter dem Namen "Die Störche" wird in Straßburg die erste Leihmutter-Vereinigung gegründet.
2. April 1987 Im US-Bundesstaat New Jersey wird das erste Urteil über Leihmutterschaft gefällt. Reuige Leihmütter haben kein Anrecht auf das ausgetragene Kind. Das Baby gehört den Eltern, die die Schwangerschaft in Auftrag gegeben haben.
8. Februar 1989 In Australien finden erste Embryotests statt. Ein Komitee erteilt dem Monash Medical Center die Genehmigung für die Untersuchung von In-vitro-befruchteten Embryos.
27. Oktober 1993 Forscher Jerry Hall und Robert Stillman von der George-Washington-Universität klonen erstmals Embryozellen.
12. August 1996 Die Spermabank von Kalifornien bietet erstmals im Internet Samen an.
11. Juni 1998 Ärzten des Huntington Reproductive Center in Los Angeles gelingt es, die Eizelle einer älteren unfruchtbaren Frau mit derjenigen einer jüngeren Spenderin zu verschmelzen, dann zu befruchten und zu implantieren. Die erste Drei-Eltern-Ehe ist da.
 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 09.01.2008
 
 
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