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Medikamente

Schädliche Nebenwirkungen von Medikamenten sind sowohl für die Fruchtbarkeit als auch für die spätere Entwicklung eines Kindes nachgewiesen. Medikamente können die männlichen und weiblichen Keimzellen schädigen.

Wenn Sie Kinder bekommen wollen, meiden Sie Anabolika, Steroide, Antibiotika, Antidepressiva, Antihistaminika ebenso wie Wirkstoffe, die in Pilzmitteln zu finden sind. Manche Medikamente gegen Depressionen oder metoclopramidhaltige Mittel gegen Übelkeit und Brechreiz verändern bei Langzeiteinnahme den Hormonhaushalt.

Auch bei einer Behandlung mit einer keimzellschädigenden Substanz, wie sie in der Krebstherapie verwendet wird, z.B. Zytostatika, kommt es in den meisten Fällen zu Unfruchtbarkeit (siehe Chemotherapie und Fruchtbarkeit).

Beim Mann verschlechtern manche Arzneimittel die Erektionsfähigkeit oder die Spermienqualität dauerhaft oder vorübergehend. Dazu gehören unter anderem manche Antibiotika, Anabolika, Sulfonamide, Mittel gegen Bluthochdruck und Rheuma sowie Psychopharmaka.

Wenn ein Kinderwunsch besteht, sollten beide Elternteile schon frühzeitig auf die Einnahme jeglicher Medikamente verzichten. Besteht eine chronische Erkrankung und dadurch die Notwendigkeit regelmäßiger Medikamenteneinnahme, so sollte mit der behandelnden Ärztin abgesprochen werden, welche Medikamente vor und während einer Schwangerschaft für die Fruchtbarkeit und die Entwicklung des Kindes ungefährlich sind.

Beratungsstelle
Eine Beratungsstelle der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen zu helfen, die in Unkenntnis einer bestehenden Schwangerschaft Medikamente eingenommen haben. Gemeinsam mit den Frauen wird das Risiko einer Fruchtschädigung abgeschätzt und überlegt, welche Formen der intensiven Schwangerschaftsüberwachung in Betracht kommen (Alpha-Fetoprotein-Bestimmung, Ultraschalluntersuchung, Amniozentese). Das besondere Problem ist hierbei, Entscheidungen treffen zu müssen, deren klinisches Resultat nicht mehr zu korrigieren ist, beispielsweise ein Schwangerschaftsabbruch.
Weiterhin will die Beratungsstelle Frauen mit chronischen Erkrankungen (z.B. Anfallsleiden, Stoffwechselerkrankungen) vor Eintritt einer Schwangerschaft optimal medikamentös beraten, um ein symptomarmes Krankheitsintervall für den Beginn der Schwangerschaft zu wählen.

Falls Sie ein ernstes Medikamentenproblem vor oder während der Schwangerschaft haben, kann sich Ihre behandelnde Ärztin an die Beratungsstelle der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Friedrich-Schiller-Universität Jena wenden, die zum Europäischen Netzwerk des Teratologischen Informationsservice (ENTIS) gehört.
Die Adresse lautet: Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena, 07740 Jena, Bachstrasse 18, Telefon: 03641/933074. Und das ist die dazugehörige Internetadresse: http://www2.uni-jena.de/ufk/Geburtshilfe/start.htm

 

Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 01.04.2008
 
 
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