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Dienstag, 28. Februar 2017
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Erziehung: Freiräume und Grenzen

Werte und Regeln für Kinder

Werte und Regeln für Kinder
Eine gemeinsame Mahlzeit kann als feste Regel allen in der Familie dienen
(c)iStockphoto/gilaxia

Das Erlernen und Begreifen von Werten und Regeln sind wichtige Grundlagen bei der Kindererziehung. Der Hintergrund sollte hier weniger sein, dass die Eltern konsequent einen Regelkatalog durchsetzen, sondern vielmehr, dass ein Kind Verhaltensweisen lernt, die es zumeist nachahmt.

Werte und Regeln sollten den Kindern also vorgelebt werden. Ein Elternteil tut sich beispielsweise schwer damit, dem Kind gute Tischmanieren beizubringen, wenn es selbst mit offenem Mund kaut.

Eltern sind in Erziehungsfragen durch die hohe Verantwortung manchmal selbst überfordert oder ratlos. „Werte“ als Begriff klingt erst mal wuchtig, weil er sehr viele Aspekte beinhaltet und weil Werte in jeder Gesellschaft, Kultur, Religion oder je nach Sozialsystem unterschiedlich definiert werden. Bei Befragungen in Deutschland wurden verschiedene Werte genannt, die der Großteil unserer Gesellschaft als wichtig ansieht. Hierzu zählen neben Ehrlichkeit, Selbständigkeit und Verlässlichkeit auch Hilfsbereitschaft, Höflichkeit und gutes Benehmen. Auch Fleiß, Toleranz, Durchsetzungsvermögen oder Gerechtigkeit wurden genannt.

Im Rahmen einer zunehmenden Globalisierung verändern sich Gesellschaften und Systeme des Zusammenlebens im Laufe der Generationen. Heute arbeiten häufig beide Elternteile. Dies bewirkt oft, dass ein Kind einen großen Teil des Tages außer Haus verbringt. So ist etwa eine Tagesmutter manchmal ebenso Bezugs- und Erziehungsperson. In KiTa, Kindergarten, Schule oder Ausbildung erlebt ein Kind außerdem Erziehung von Menschen außerhalb der Familie, die womöglich etwas andere Wertevorstellung haben, als es von zu Hause gewohnt ist und muss auch damit zurechtkommen.

Erlernen von Werten und Regeln

Kinder lernen schon sehr früh Freiräume und deren Grenzen kennen. In der motorischen Entwicklung erlernt ein Kind ab acht Monaten beispielsweise das Krabbeln und macht sich dann auf den Weg zu einem anderen Raum in der Wohnung, um seine neugewonnen Freiräume zu erkunden. Verhaltensweisen erlernen Kinder durch das, was ihnen die Menschen vormachen, zu denen sie eine besondere Nähe haben, meistens die Eltern. Umso größer Kinder werden, desto mehr Freiräume bekommen sie. Diese gilt es nun verantwortungsvoll zu erleben, allerdings sollten Kindern zu den Freiräumen auch die jeweiligen Grenzen aufgezeigt und vorgelebt werden.

Regeln müssen für Kinder nichts Negatives darstellen. Sie können ihnen Sicherheit, Ruhe und Vertrauen vermitteln. Werden beispielsweise bestimmte Tischregeln konsequent eingehalten, lernt ein Kind, dass der Zeitraum des Essens ein fester Bestandteil des Familienlebens, also ein Ritual ist, und dabei nichts anderes im Vordergrund stehen sollte. So wird die Nahrungsaufnahme idealerweise eine ruhige, ungestörte Zeit des Zusammenseins.

Regeln sind am besten verständlich, wenn sie gemeinsam mit dem Kind klar und möglichst einfach definiert werden. Es erfordert von den Eltern die erforderliche Konsequenz, diese Regeln auch durchzusetzen. Wenn die Erwachsenen sich selbst manchmal ausnahmsweise nicht an Regeln halten, lernt das Kind womöglich auch dies. Hält sich ein Kind nicht an Regeln, müssen Eltern auch bereit sein, Konsequenzen zu ziehen. Im Idealfall sind diese Konsequenzen dann auch für das Kind verständlich, um einen Lerneffekt hervorzurufen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 20. April 2016
Quellen: Online-Informationen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: www.bmfsfj.de (Stand: Februar 2013); Gebauer-Sesterhenn, B., Pulkkinen, A., Edelmann, K.: Die ersten drei Jahre meines Kindes. Gräfe und Unzer Verlag, München 2011; Online-Informationen des Familienwegweisers: www.familien-wegweiser.de (Stand: Februar 2013); Rogge, J.: Der große Erziehungsberater. Rowohlt Verlag, Reinbek 2011

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