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Kosten für den Kindergarten – Was bezahlt man eigentlich für einen Kindergartenplatz?

Kosten für den Kindergarten – Was bezahlt man eigentlich für einen Kindergartenplatz?
Interessieren sich zum Glück noch nicht für die Kosten im Kindergarten: Kinder möchten frei miteinander spielen
iStock/boggy22

Welche Kosten für den Kindergarten entstehen, ist sehr unterschiedlich. Abhängig vom Wohnort, dem Träger, vom Einkommen und davon, wie viele eigene Kinder einen Kindergartenplatz haben, variieren die Kosten.

Auch das Alter des zu betreuenden Kindes sowie der wöchentliche Betreuungsumfang spielen bei den Kosten für den Kindergarten eine Rolle. Manche Kindergärten rechnen die freiwillige Mitarbeit der Eltern auf die Kosten an.

Auch Ermäßigungen, etwa bei geringem Einkommen oder wenn plötzlich Arbeitslosigkeit eintritt, sind denkbar.

Normalerweise setzen sich die Kosten für einen Kindergartenplatz zusammen aus:

  • Betreuungskosten
  • Verpflegungskosten.

Diese Trennung hat auch einen finanzwirtschaftlichen Sinn, denn Betreuungskosten dürfen von arbeitenden Eltern steuerlich geltend gemacht werden. Verpflegungskosten (Essen und Trinken im Kindergarten) fallen für ein Kind ohnehin an, egal, ob es betreut wird oder nicht. Sie sind daher nicht von der Steuer absetzbar. Aktuell (Herbst 2015) dürfen erwerbstätige Alleinerziehende und Paare, bei denen beide Eltern erwerbstätig sind, zwei Drittel ihrer jährlichen Kinderbetreuungskosten, aber maximal 4.000 Euro jährlich, als Werbungskosten steuerlich geltend machen.

Kosten für den Kindergarten sind sehr unterschiedlich

Am meisten Einfluss auf die Kosten für einen Kindergartenplatz hat der Wohnort. Denn die Kommunen setzen die Beiträge für die Kinderbetreuung selbst fest. Während einige Städte völlig kostenfreie Kinderbetreuung ab zwei oder drei Jahren anbieten - unter anderem Düsseldorf und Heilbronn - sind die Kosten in anderen Städten enorm hoch. Auch innerhalb eines Bundeslandes kann es zu großen Unterschieden kommen.

So hat der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen e.V. im Jahr 2014 die Kosten für den Kindergarten in Städten in Nordrhein-Westfalen untersucht. Die Preise lagen für Familien mit einem jährlichen Bruttoeinkommen in Höhe von 40.000 Euro und der Betreuung eines 3-jährigen Kindes über 25 Stunden wöchentlich zwischen 0 Euro (Troisdorf und Düsseldorf) und 84 Euro (Duisburg).

Noch größer ist die Schere bei den einkommensstärkeren Familien: Wer 80.000 Euro brutto jährlich verdient und eine/n 3-Jährige/n 45 Stunden wöchentlich betreuen lässt, zahlt für einen Kindergartenplatz in Troisdorf und Düsseldorf 0 Euro. Bei Städten, die Gebühren erheben, liegen diese zwischen 275 Euro (Arnsberg) und 495 Euro (Grevenbroich und Münster).

Kosten für den Kindergarten auch abhängig vom Träger

Die meisten Kindergärten in Deutschland haben einen kommunalen Träger. Das heißt, dass der Kindergarten von der Stadt, dem Landkreis oder der Gemeinde betrieben wird. Die Vergabe von Plätzen in kommunalen Kindergärten richtet sich meist nach Berufstätigkeit und Familienstatus. Welche Kosten die Eltern für einen Kindergartenplatz begleichen müssen, hängt bei kommunalen Trägern in der Regel ab von:

  • (gemeinsames) Bruttojahreseinkommen
  • wöchentlicher Betreuungsaufwand
  • Anzahl der eigenen Kinder.

Freie Träger mit gemeinnützigem Hintergrund sind in Deutschland vor allem die Kirchen. Sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche agiert als Träger von Kindergärten. Auch die freien Wohlfahrtsverbände wie Caritas oder das Rote Kreuz betreiben Kindergärten.

Auch Kindergärten mit spezieller pädagogischer Ausrichtung haben einen freien Träger. Häufig geht das auf Eltern- oder Pädagogeninitiativen zurück. Bekannte (alternativ-)pädagogische Konzepte sind der Montessori- oder der Waldorfkindergarten. In vielen dieser Kindergärten kommen zu den Kosten für den Kindergarten noch Zeit und Mitarbeit der Eltern hinzu.

Die Kosten für einen Kindergartenplatz in einem Kindergarten eines freien Trägers setzen sich sehr unterschiedlich zusammen. Meist sind sie jedoch etwas teurer als Plätze in öffentlichen Kindergärten. Viele Eltern unterstützen die Pädagogen im Kindergarten zudem. Die meisten Kommunen bezuschussen Kindergärten in frei-gemeinnütziger Trägerschaft, sonst wären die Kosten noch höher.

Privatgewerbliche Träger von Kindergärten werden bislang nur in sechs Bundesländern öffentlich bezuschusst. Entsprechend hoch sind bei ihnen häufig die Kosten für einen Kindergartenplatz.

Kosten für den Kindergarten in Rheinland-Pfalz (RLP) und Berlin: keine

Rheinland-Pfalz und Berlin sind die ersten beiden Bundesländer, die den Elternbeitrag für den Kindergartenplatz abgeschafft haben. Kinder ab dem zweiten Lebensjahr werden in ganz RLP und seit August 2016 in Berlin beitragsfrei betreut. Die Kosten für den öffentlichen Kindergarten tragen also in RLP und Berlin die Kommunen komplett. Der Anspruch auf einen kostenfreien Kindergartenplatz gilt für alle Eltern unabhängig vom Einkommen oder davon, ob beide Elternteile arbeiten oder nicht.

Das Land Berlin plant, auch die Betreuungskosten für Kinder unter zwei Jahren bis August 2018 schrittweise abzuschaffen. Lediglich die Verpflegungskosten (Essensgeld) müssen dann von den Eltern getragen werden.

Kostenloser Kindergartenplatz in einigen Kommunen

Einige Kommunen in Deutschland haben die Kosten für einen Kindergartenplatz unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls auf Null reduziert. Vor allem Familien mit einem geringeren Bruttoeinkommen profitieren vom kostenlosen Kindergarten. So ist etwa in Düsseldorf (NRW) der Platz im Kindergarten ab dem dritten Lebensjahr unabhängig vom Betreuungsumfang kostenfrei. Kinderbetreuung unter drei Jahren ist wiederum kostenpflichtig, allerdings entfällt das für das zweite Kind (Geschwister-Kind-Regelung). Man sieht – die Kommunen handhaben die Kosten für den Kindergarten sehr unterschiedlich. Das ist sicher auch abhängig von der aktuellen finanziellen Situation der Kommune.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Kosten in den südlichen Bundesländern etwas niedriger sind als im Norden. Auch die Betreuung von Unter-Drei-Jährigen ist in der Regel etwas teuer als für Kinder ab drei Jahren.

Zusätzliche Kosten im Kindergarten

Steht im Kindergarten mal etwas besonderes an, kann es sein, dass einmalig ein Zusatzbeitrag erhoben wird, zum Beispiel für einen Ausflug oder für das weihnachtliche Kekse-Backen im Kindergarten. Einige Kindergärten erheben regelmäßig zusätzliche kleine Beträge etwa für Bastelmaterial. Gibt es im Kindergarten besondere Angebote wie etwa Fremdsprachenunterricht, sind diese meist ebenfalls zusätzlich kostenpflichtig.

Werden Kinder auch nachmittags betreut, kommt manchmal zusätzlich zur Verpflegungspauschale noch das Geld fürs Mittagessen hinzu. Bei der Kalkulation einiger Kindergärten sind die Kosten fürs Mittagessen dagegen schon in der Verpflegungspauschale enthalten. Auch das variiert stark von Kindergarten zu Kindergarten.

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Letzte Aktualisierung: 19. Februar 2017
Quellen: Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen e.V.: Gebührentabelle Kinderbetreuung NRW http://www.steuerzahler-nrw.de/files/35628/Gesamttabellen_alphabetisch.pdf (Stand: August 2014); Online-Informationen des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: http://www.fruehe-chancen.de/ (Stand: September 2015); Online-Informationen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie: Kostenbeteiligung an der Kindertagesbetreuung. https://www.berlin.de/sen/jugend/familie-und-kinder/kindertagesbetreuung/kostenbeteiligung/ (Stand: Januar 2017); Online-Informationen des KITA-Server Rheinland-Pfalz: https://kita.rlp.de/ (Stand: September 2015); Online-Informationen der Stadt Düsseldorf: www.duesseldorf.de (Stand: August 2012)

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