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Freitag, 24. Februar 2017
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Eifersucht unter Geschwistern

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Eifersucht auf das neue Geschwisterchen ist erst mal normal. Wichtig ist, dass sich ältere Kinder nicht ausgeschlossen fühlen
8c) iStockphto/Mkovalevskaya

Eifersucht unter Geschwistern kommt in Familien häufig vor und ist meist ein ganz normales Verhalten. Ein schon vorhandenes Kind freut sich meist anfangs mit seiner schwangeren Mutter über den Nachwuchs. Ist das kleine Geschwisterchen allerdings erst mal eine Weile in der Familie, schlägt die Freude manchmal in Rivalität um.

Psychologen vergleichen diese Situation mit der einer Beziehung, in der ein Partner plötzlich eine/n Freund/in mit nach Hause bringt und dem Partner offenbart, dass dieser nun auch hier wohnen würde und alle hätten sich jetzt gleich lieb.

Der ältere Geschwisterteil bemerkt, wie das Baby viel Zeit der Mutter in Anspruch nimmt, so wie es bei ihm eigentlich immer war. Dies kann manchmal zu Verhaltensveränderungen wie beispielsweise Zurückfallen in Babyverhalten führen. Plötzlich lutscht der ältere Geschwisterteil wieder am Daumen oder verfällt womöglich erneut in eine schon überwunden geglaubte Trotzphase. Manche Kinder nässen sogar nachts wieder ein.

Das Erstgeborene vorbereiten, um große Eifersucht zu vermeiden

Eltern sollten ihrem Kind bereits in der Schwangerschaft erzählen, dass ein Geschwisterchen in die Familie kommt. Mit Bilderbüchern zu diesem Thema erfährt das Kind, wie es ist, wenn ein Baby da ist. Eine Babypuppe kann dem Kind dabei helfen, den Umgang mit Babys spielerisch zu erlernen.

Wenn das Baby kommt

Kommt die Familie nach der Entbindung aus dem Krankenhaus nach Hause, bringt sie dem Erstgeborenen idealerweise ein „Begrüßungsgeschenk“ vom Geschwisterkind mit. Wenn dies sogar ein langersehntes Spielzeug ist, wird das Kind dem Baby wohlgesonnen sein.

Das größere Kind sollte möglichst in allen Alltagssituationen zuerst bedacht werden. Bekommt das große Kind zuerst, fühlt es sich ernstgenommen und bekommt auch das Gefühl, der „Größere“ zu sein. Wird das Kind dazu ermuntert, bei einfachen Tätigkeiten im Haushalt mitzuhelfen, unterstreicht man das Verantwortungsgefühl des älteren Kindes und macht es stolz.

Beim Babybesuch auch an die anderen Kinder denken

Häufig wird das Baby kurz nach der Ankunft zu Hause von Verwandten und Freunden der Familie besucht. Hier empfiehlt es sich, nicht nur für das Baby ein Geschenk mitzubringen. Bekommt das ältere Geschwisterkind auch ein Geschenk, und dies sogar vor dem Baby, entsteht in diesem Moment schon einmal keine Eifersucht.

Gerade wenn das Baby noch sehr klein ist, braucht es viel Aufmerksamkeit der Mutter. Gerade im ersten Lebensjahr ist es noch kein Spielkamerad für das ältere Geschwisterkind. Dieses merkt natürlich dass es, dem Zeitaufwand entsprechend, momentan nicht mehr die Nummer Eins im Haus ist. Dem älteren Geschwister sollte in dieser Zeit vermittelt werden, dass es schon größer ist und viel mehr kann als das kleine Baby, das noch viel Hilfe braucht. Die Kinder freuen sich, wenn sie miteinbezogen werden und hier und da mithelfen können bei Dingen, die sonst die Großen machen.

Eifersucht unter Geschwistern – normal und gesund

Eifersuchtsszenerien sind im Geschwisterverhältnis, welches meist die längste Beziehung im Leben eines Menschen ist, normal und werden im Prozess des Heranwachsens als gesunde Entwicklungseigenschaft beschrieben. Oft hält diese Rivalität sogar bis ins Erwachsenenalter an.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 15. November 2016
Quellen: Rogge, J.: Der große Erziehungsberater. Rowohlt Verlag, Reinbek 2011; Gebauer-Sesterhenn, B., Pulkkinen, A., Edelmann, K.: Die ersten drei Jahre meines Kindes. Gräfe und Unzer Verlag, München 2011

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