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Donnerstag, 27. April 2017
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Antiautoritäre Erziehung

Antiautoritäre Erziehung
Bei der antiautoritäten Erziehung gibt es kein Machtgefüge innerhalb der Familie
(c) iStockphoto/vgajic

Die Idee der antiautoritären Erziehung entstand in den 1960er Jahren auf der Grundlage der Arbeit des schottischen Pädagogen Alexander Sutherland Neill. Sie beschreibt eine Erziehungsmethode ganz ohne Zwang, im Gegensatz zur in jener Zeit meist praktizierten autoritären Erziehung, die auf der Grundlage von Gehorsam, Strenge und oftmals körperlicher Züchtigung basierte. In der antiautoritären Erziehung werden dem Kind keine oder nur wenige Grenzen gesetzt.

Es soll sein Verhalten selbst kontrollieren und seine Freiräume weitestgehend allein erforschen. Auch Werte und Regeln sollen bei der antiautoritären Erziehung von den Kindern eigenständig erlernt und auch verstanden werden, womit Kinder allerdings schnell überfordert sein können.

Kein Machtgefüge in der antiautoritären Erziehung

Anhänger der antiautoritären Erziehung argumentieren damit, dass Kinder in ihrer Entwicklung möglichst wenig Einschränkung erfahren sollten, um ihre Persönlichkeit vollkommen entfalten zu können. Dies soll möglichst ohne Zwang geschehen.

Gegensatz zum autoritären Erziehungsstil

Autoritäre Erziehungsmethoden ergeben sich aus einem klaren Machtverhältnis heraus. Es muss gemacht werden, was die Eltern sagen. Die Meinung des Kindes wird hier nicht berücksichtigt, sie ist oft nicht einmal erwünscht. Dadurch kann in der späteren Entwicklung des Kindes mangelndes Selbstwertgefühl und Unsicherheit entstehen.

Im Gegensatz zur autoritären Erziehung, in der Gehorsam und Anpassung die Grundpfeiler sind und Fehlverhalten mit Strafen sanktioniert werden, soll eine antiautoritäre Erziehung dem Kind zu Selbstbewusstsein, Kreativität und Selbstentfaltung verhelfen.

Autorität – Begriff mit vielen Facetten

Autorität hat in der Sprache mehrere Bedeutungen. Es finden sich unterschiedliche Definitionen:

  • Macht, Prestige, Geltung, Ansehen, Wichtigkeit, Einfluss, Respektsperson
  • Eigenschaft, die Personen (oder Gruppen) zugeschrieben wird, die

               a) aufgrund ihrer Persönlichkeit und Überzeugungskraft oder

               b) ihrer Intelligenz und Sachkenntnis bzw.

               c) Kraft ihres Amtes und Ansehens Vorbildfunktion haben.

  • der Einfluss, den jemanden oder etwas aufgrund seines Wissens, seiner Leistung und seiner Macht hat
  • aber auch aus dem Lateinischen: auctoritas - Bürge, Sorge, Zuwendung

Hieraus ergeben sich für den Begriff der Antiautoritären Erziehung aus ihrem Ursprung heraus zwei unterschiedliche Ziele. Zum einen wird die Begrifflichkeit im Bezug auf die Kindererziehung benutzt, um eine alternative Erziehungsmethode zu beschreiben. Zum anderen ist die antiautoritäre Erziehung auch als Statement gegen die autoritär geprägte Gesellschaft der sechziger und siebziger Jahre anzusehen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 21. November 2016
Quellen: Online-Informationen der Bundeszentrale für politische Bildung, http://www.bpb.de (Stand: Februar 2013); Online-Informationen vom Institut für Bildung und Kultur der Friedrich-Schiller-Universität Jena www.kindheit-und-umwelt.de (Stand: Februar 2013); Gebauer-Sesterhenn, B., Pulkkinen, A., Edelmann, K., Die ersten drei Jahre meines Kindes, Gräfe und Unzer Verlag München, 2011

Beiträge im Forum "Mutter-Kind-Kuren"
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