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Sonntag, 05. Juli 2015
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Zykluscomputer zur Verhütung

Zykluscomputer zur Verhütung
"Natürliche" Verhütung mit dem Zykluscomputer
Andrejs Pidjass

Zykluscomputer helfen Paaren dabei, die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus zu bestimmen. Sie stellen eine technische Erweiterung zu den Methoden der natürlichen Familienplanung dar.

Wenn Zykluscomputer zur Empfängnisverhütung eingesetzt werden, können Paare an den Geräten ablesen, wann sie auf Geschlechtsverkehr verzichten beziehungsweise zusätzlich verhüten sollten. Beliebte Zykluscomputer sind beispielsweise PERSONA, Lady-Comp, Sophia Ray und pearly. Sie basieren auf unterschiedlichen Messmethoden.

Wie funktioniert ein Zykluscomputer?

Zykluscomputer arbeiten mit den Methoden der natürlichen Empfängnisplanung (NFP): Hormonkonzentration im Urin, Temperatur oder symptothermalen Methode. Manche Geräte kombinieren auch mehrere Methoden miteinander. Zykluscomputer kosten ab etwa 100 Euro. Passende Teststäbchen schlagen monatlich mit etwa 30 Euro zu Buche. Die Kosten variieren je nach Zykluscomputer.

Zykluscomputer basieren auf verschiedenen Methoden

  • Hormonuntersuchung

Mit dem Urin werden die Hormone Östriol-Glucuronid (E3G) und LH ausgeschieden. Während ein Anstieg des E3G auf den Beginn der fruchtbaren Phase hindeutet, ist ein LH-Anstieg ein Anzeichen für das baldige Ende der fruchtbaren Phase zu werten.

Nachdem die Frau den Zyklusbeginn in das Gerät eingegeben hat, wird sie irgendwann automatisch aufgefordert, einen Urintest durchzuführen. Dabei wird ein Teststreifen mit Urin benetzt und der Fruchtbarkeitsstatus der Frau mithilfe des Geräts ausgewertet und angezeigt. An den fruchtbaren Tagen sollte dann zusätzlich verhütet oder auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Zykluscomputer, die auf Grundlage der Hormonuntersuchung die fruchtbaren Tage bestimmen, sind PERSONA und der Clearblue-Fertilitätsmonitor.

  • Temperaturmessung

Temperaturcomputer messen die vom Verlauf des Zyklus abhängige Basaltemperatur. Diese wird von den Nutzerinnen des Computers direkt nach dem Aufwachen gemessen und im Gerät gespeichert. Die Computer können die Basaltemperaturkurve selbständig führen und anhand der Daten die fruchtbare Zeit bestimmen.

Temperaturcomputer sind Bioself, Cyclotest und Ladycomp. Sie werden für die Familienplanung wie auch zur Empfängnisverhütung angeboten und eingesetzt.

  • Symptothermale Methode

Bei der Symptothermalen Methode wird der Zervixschleim beurteilt und die Körpertemperatur zur Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage gemessen. Manchmal wird auch der Zustand des Muttermunds zusätzlich beurteilt. Die Ergebnisse können in verschiedenen Softwareprogrammen für Computer, Handy oder Handheld dokumentiert, beobachtet und ausgewertet werden.

Welche Probleme können bei Zykluscomputern auftreten?

Bei der Benutzung von Zykluscomputern können Fehler auftreten. Das bedeutet, dass es beispielsweise durch verspätete Messungen der Temperatur oder Unregelmäßigkeiten wie Alkoholkonsum oder Erkältung der Frau zu falschen Messergebnissen kommen kann. Auf diese Weise entsteht ein Sicherheitsrisiko, wenn das Gerät zur Empfängnisverhütung eingesetzt wird. Die Temperaturcomputer gelten daher auch als ungeeignet für Frauen mit unregelmäßigen Zyklen und einem unregelmäßigen Tagesablauf.

Wegen des hohen Pearl-Index einiger Geräte ist die Verwendung in diesem Fall nur Frauen anzuraten, die zwar verhüten möchten, einer Schwangerschaft generell aber nicht ablehnend gegenüberstehen. Vor dem Kauf eines Zykluscomputers sollten Informationen darüber eingeholt werden, ob sich das Gerät  zur Empfängnisverhütung eignet.

Welche Alternativen zu Zykluscomputern gibt es?

Alternativ zur Verwendung eines Zykluscomputers können die Methoden der natürlichen Familienplanung ohne technische Unterstützung angewendet werden. So kann beispielsweise die Basaltemperatur oder das Hormon LH mit so genannten LH-Tests im Urin gemessen werden. Auch anhand der Veränderungen des Zervixschleims können geübte Frauen ihre fruchtbare Zeit bestimmen. Dies kann im Vergleich zu Zykluscomputern deutlich günstiger sein.

Autor: Jessica Schmid
Letzte Aktualisierung: 23. Februar 2015
Quellen: Raith-Paula E. et al.: Natürliche Familienplanung heute. Heidelberg, Springer 2008; König, U. Wir wollen ein Baby. Von Mönchspfeffer bis In-vitro. Rowohlt, Reinbeck 2007; Online Informationen des Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln: www.schwanger-info.de (Stand: November 2008)

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