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Dienstag, 30. August 2016
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Sterilisation beim Mann (Vasektomie)

Sterilisation beim Mann (Vasektomie)
Wenn der Kinderwunsch abgeschlossen ist, entscheiden sich viele Männer zu einer Sterilisation
BananaStock

Sterilisation beim Mann ist ein operativer Eingriff zur Empfängnisverhütung. Der Eingriff selbst wird Vasektomie oder Vasoresektion genannt.

Sterilisation beim Mann ist ein operativer Eingriff zur Empfängnisverhütung. Der Eingriff selbst wird Vasektomie oder Vasoresektion genannt. Dabei werden die Samenleiter abgebunden, sodass sich beim Samenerguss keine Spermien mehr im Ejakulat des Mannes befinden.

Viele Männer befürchten, dass sie nach der Sterilisation keinen "richtigen" Samenerguss mehr bekommen können. Bei der Vasektomie werden jedoch lediglich die Samenleiter abgebunden. Auf den Hormonhaushalt, die Potenz und das Lustempfinden hat eine Sterilisation keinerlei Einfluss.

Spermien und Ejakulat

Die Samenleiter leiten die in den Hoden produzierten Spermien in die Harnröhre weiter, wo sie dann beim Samenerguss mit dem Ejakulat, das aus der Prostata kommt, vermischt werden. Das beim Samenerguss aus dem Penis austretende Ejakulat stellt über 90 Prozent der Flüssigkeitsmenge dar, lediglich ein Zehntel der gesamten Flüssigkeitsmenge besteht aus befruchtungsfähigen Spermien.

Vorbereitung auf die Vasektomie

Zunächst wird eine körperliche Untersuchung vorgenommen, um bestehende Erkrankungen auszuschließen. Vor der Sterilisation wird die Schambehaarung entfernt. Je nach Absprache mit dem Arzt kann dies am Tag zuvor selbst gemacht werden oder unmittelbar vor dem Eingriff durch Pflegepersonal.

Ablauf der Vasektomie

Die Sterilisation beim Mann wird in der Regel unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Nach Verabreichen der Betäubungsspritze wird seitlich am Hodensack ein kleiner Einschnitt gemacht. Durch diesen Einschnitt werden die Samenleiter freigelegt. Nun wird ein zwei bis drei Zentimeter großes Stück aus dem Samenleiter herausgeschnitten. Anschließend werden die jeweiligen Enden abgebunden und verschweißt oder vernäht. Der Hodensack wird wieder verschlossen und etwa eine Woche später die Fäden gezogen und die Nähte überprüft.

Wann wird die Vasektomie angewendet?

Die Sterilisation beim Mann ist eine Methode zur Empfängnisverhütung. Eine Vasektomie empfiehlt sich, wenn die Familienplanung definitiv abgeschlossen ist und mit Sicherheit kein Kinderwunsch mehr besteht.

Sie kann nicht durchgeführt werden bei Entzündungen der Harnwege oder anderen Erkrankungen des Körpers. Deshalb ist vor dem Eingriff eine gründliche körperliche Untersuchung notwendig.

Nach der Vasektomie: nicht sofort steril

In den Wochen nach der Sterilisation beim Mann befinden sich immer noch Spermien im Ejakulat. Das liegt daran, dass sich in der Prostata und in den Samenbläschen immer noch Spermien befinden, die erst nach und nach "abgebaut" werden. Je mehr Samenergüsse nach der Vasektomie stattfinden, desto schneller befinden sich keine Spermien mehr im Ejakulat. Bis dahin muss das Paar jedoch zusätzlich verhüten.

Etwa acht Wochen nach dem Eingriff wird deshalb eine Spermienprobe gemacht. Befinden sich dann keine Spermien mehr im Ejakulat, kann auf zusätzliche Verhütungsmethoden verzichtet werden.

Komplikationen und Risiken der Sterilisation

Bei der Sterilisation beim Mann handelt es sich um einen vergleichsweise risikoarmen Eingriff. Da die Vasektomie normalerweise unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird, entfallen die Risiken einer Vollnarkose. Wird in seltenen Fällen unter Narkose operiert, ist es wichtig, am Tag der Operation nüchtern zu erscheinen.

Auf die Erektionsfähigkeit des Penis und das Sexualleben hat die Sterilisation beim Mann keinen Einfluss. Auch die Ejakulation bleibt im Prinzip trotz Sterilisation gleich. Die Flüssigkeitsmenge beim Samenerguss vermindert sich leicht, weil der 10-prozentige Anteil der Spermien fehlt. Lediglich in den Tagen nach der Operation ist es ratsam, auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. Der Arzt entscheidet im Einzelfall, wie lange eine Erektion vermieden werden sollte.

In sehr seltenen Fällen kommt es nach der Sterilisation beim Mann zu einem Zusammenwachsen der Samenleiter. Dann ist eventuell eine neuerliche Vasektomie nötig.

Kosten einer Sterilisation beim Mann

Die Vasektomie wird - wenn sie nicht aus zwingenden medizinischen Gründen vorgenommen wird - nicht von den Krankenkassen übernommen, daher müssen die Kosten selbst beglichen werden. Je nach durchführender Praxis oder Klinik liegen die Kosten zwischen 450 und 500 Euro. Dabei ist von Praxis zu Praxis unterschiedlich, ob die Nachuntersuchungen in den Kosten inbegriffen sind. Es empfiehlt sich, das im Vorhinein zu klären.

Entscheidung für eine Sterilisation beim Mann

Die Entscheidung für eine Sterilisation beim Mann sollte gut überlegt sein und nicht spontan getroffen werden. Die Abbindung der Samenleiter kann nur unter großem Aufwand rückgängig gemacht werden. Ab welchem Alter die Sterilisation beim Mann durchgeführt werden kann, ist auch abhängig vom Arzt. Viele Urologen führen keine Vasektomie bei Männern unter 30 Jahre durch, denn die Familienplanung sollte abgeschlossen sein. Männer in einem höheren Alter können sich sterilisieren lassen, wenn keine anderen medizinischen Gründe gegen die Sterilisation sprechen.

Kann man eine Sterilisation beim Mann rückgängig machen?

Man kann versuchen, eine Sterilisation beim Mann rückgängig zu machen. Das ist jedoch mit einem wesentlich höheren operativen Aufwand verbunden als die Vasektomie selbst. Grundsätzlich gilt: Je länger eine Vasektomie her ist, desto geringer sind die Chancen auf Erfolg. Bei dem operativen Eingriff, der Vaso-Vasostomie, werden die Enden des Samenleiters wieder zusammengenäht. Der Eingriff wird von spezialisierten Urologen oder in Kliniken durchgeführt. Er dauert etwa zwei bis vier Stunden und wird unter Vollnarkose durchgeführt.

Lässt sich die Sterilisation beim Mann nicht rückgängig machen, haben Paare mit Kinderwunsch noch die Möglichkeit, für eine In-Vitro-Fertilisation (IVF) Samen direkt aus dem Hoden oder Nebenhoden entnehmen zu lassen.

Sterilisation beim Mann oder bei der Frau?

Manche Paare, keine keinen Kinderwunsch (mehr) haben, wägen zunächst ab, ob eine Sterilisation beim Mann oder bei der Frau besser ist. Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Für wen die Kosten eine Rolle spielen, wird sich eventuell für die Sterilisation beim Mann entscheiden, denn die Kosten sind günstiger als beim Eingriff bei der Frau. Zwar gibt es bei beiden die Möglichkeit einer Refertilisierung, also einer Rückgängigmachung, diese sind aber nicht immer erfolgreich.

Welche Alternativen zur Sterilisation beim Mann gibt es?

Die Sterilisation ist die einzige dauerhafte Verhütungsmethode für den Mann. Als weitere Möglichkeit bleibt dem Mann lediglich die Verhütung mit dem Kondom. Die seit einigen Jahren in den Medien angekündigte "Pille für den Mann" ist immer noch in der Entwicklungsphase und wird in absehbarer Zeit vermutlich nicht auf den Markt kommen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 15. Oktober 2015
Quellen: Fitz, R., Hauk, P., Baumgart, G.: Selbstbestimmte Sexualität. Verhütung heute. Verlagshaus der Ärzte, Wien 2006; Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2007; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Empfängnisverhütung. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 015/015 (Stand: Mai 2008) ; Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.familienplanung.de (Abruf: Oktober 2015); Online-Informationen des Berufsverbands der Deutschen Urologen e.V.: www.urologenportal.de (Abruf: Oktober 2015)

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