Kortison

Kortison ist ein natürliches Glukokortikoid, ein körpereigenes Hormon, das in den Nebennieren gebildet wird. Es wirkt antientzündlich und unterdrückt überschießende Immunreaktionen.

Kortison als Medikament
Kortison als Medikament wurde um 1949 in die Behandlung entzündlich-allergischer und spezifischer Hormonmangelzustände eingeführt.
Kortison ist ein starkes Medikament, um Entzündungen zu hemmen. Die Einnahme von Kortison kann lebensrettend sein.

Schlechter Ruf und Nebenwirkungen
In hoher Dosierung und langfristig angewandt, kann Kortison Nebenwirkungen haben. Diese Nebenwirkungen sind aber nur bei der langfristigen Einnahme von Kortisontabletten zu befürchten.
Die Verweigerung der Einnahme ist bei manchen Erkrankungen viel gefährlicher als die Gefahr der Nebenwirkungen (z.B. Wassereinlagerungen im Gewebe, Bluthochdruck, Osteoporose u.a.) bei kontrolliertem Einsatz von Kortison.

Kortison beschleunigt die Lungenreifung des Babys im Mutterleib
In den letzten Wochen produziert der Fötus in den Nebennieren zunehmende Mengen Kortison, ein Hormon, dass die Lungen reifen lässt und sie für den ersten Atemzug rüstet.
Kortisonartige Medikamente können das Wachstum von Babys im Mutterleib beschleunigen. Eine medikamentöse Behandlung mit Kortison ist immer dann angezeigt, wenn in der Schwangerschaft frühzeitige Wehen oder sonstige Komplikationen auftreten, die auf eine bevorstehende Frühgeburt hinweisen.

Die Behandlung mit Kortison-Medikamenten ist Sache des Arztes. Sie kann in Risikoschwangerschaften das Leben vieler Neugeborener retten und schwere frühkindliche Erkrankungen verhindern: Das Sterberisiko sinkt um ein Drittel, das Risiko von Atemwegsbeschwerden um die Hälfte und das Risiko von Nervenschäden und Lähmungen um rund 70%.

Quelle: Leviton LC et al: JAMA 1999, 281, 46

 

Autor: Qualimedic.com AG 
Letzte Änderung am: 01.04.2008