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Freitag, 21. November 2014

Testosteron

Testosteron
Testosteron ist wichtig für die Bildung von Spermien
(c) Gary Cornhouse

Testosteron ist ein Sexualhormon (Androgen), das in erster Linie für die Ausbildung männlicher Geschlechtsorgane und -merkmale sowie die Reifung von Samenzellen verantwortlich ist.

Bei Männern wird Testosteron zum größten Teil in den Hoden gebildet, ein kleiner Teil des Hormons entsteht aber auch in der Nebennierenrinde. Auch bei Frauen wird Testosteron in geringen Mengen von der Nebenniere und von den Eierstöcken ausgeschüttet, die wichtigsten Sexualhormone der Frau sind jedoch die Östrogene. Die Ausschüttung von Testosteron wird bei Männern unter anderem durch das luteinisierende Hormon (LH) reguliert. Neben seiner Funktion als Sexualhormon spielt Testosteron auch eine Rolle im Muskel- und Fettstoffwechsel.

Funktionen von Testosteron

Testosteron sorgt bei Männern für die Entwicklung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale, lässt die Samenzellen reifen, stimuliert die Talgdrüsen der Haut, fördert Haarausfall, regt die Absonderung von Pheromonen an, reguliert die Libido und wirkt muskelaufbauend (anabol).

Bei Frauen wirkt Testosteron in erster Linie als Steuerelement für andere Stoffwechselvorgänge und wird zu anderen Sexualhormonen weiterverarbeitet.

Normwerte von Testosteron

Bei Männern gelten  Blutwerte von 3,5-8,6 Mikrogramm pro Liter als normal, bei Frauen liegt die durchschnittliche Konzentration mit etwa 0,6 Mikrogramm pro Liter deutlich niedriger.

Abweichungen von den Testosteron-Normwerten

Abweichungen von den Normwerten sind in der Regel durch genetische Defekte im Hormonhaushalt bedingt (androgenitales Syndrom) oder werden durch Erkrankungen verursacht.

Bei Männern kann ein erhöhter Testosteronspiegel auf Hoden- und Nierentumoren zurückzuführen sein. Bei Frauen können erhöhte Testosteronwerte unter anderem auf Vorliegen des PCO-Syndroms sowie auf Eierstock- oder Nierentumoren hinweisen. Frauen mit einem erhöhten Testosteronspiegel leiden häufig unter einer starken Körperbehaarung (Hirsutismus), bei sehr stark erhöhten Werten kann es zum Ausfallen des Kopfhaars kommen.

Ein zu niedriger Testosteron-Spiegel tritt bei Männern mit einer Unterfunktion der Keimdrüsen (Hypogonadismus) auf und kann sich durch unterentwickelte Geschlechtsorgane und/oder Unfruchtbarkeit äußern. Bei Frauen können hormonelle Verhütungsmittel zu einem Absinken des Testosteronspiegels führen. Vom Geschlecht unabhängig sinken die Blutwerte für Testosteron zum Beispiel in Folge von starker Unterernährung oder Magersucht sowie durch den Missbrauch bestimmter Drogen.

Autor: Christian Emmerling
Letzte Aktualisierung: 17. Mai 2013
Quellen: F.A. Brockhaus Gesundheit (Hrsg.): Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus Gesundheit, Leipzig 2006; Keck, C. et al.: Endokrinologie Reproduktionsmedizin Andrologie. Thieme, 2002; Online-Informationen der medweb24 GmbH: http://www.laborlexikon.de (Stand: Oktober 2009)

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