Ein Angebot von Lifeline
Sonntag, 26. März 2017
Menu

Testosteron

Testosteron
Testosteron ist wichtig für die Bildung von Spermien
iStock/Eraxion

Testosteron ist ein Sexualhormon (Androgen), das in erster Linie für die Ausbildung männlicher Geschlechtsorgane und -merkmale sowie die Reifung von Samenzellen verantwortlich ist.

Bei Männern wird Testosteron zum größten Teil in den Hoden gebildet, ein kleiner Teil des Hormons entsteht aber auch in der Nebennierenrinde. Auch bei Frauen wird Testosteron in geringen Mengen von der Nebenniere und von den Eierstöcken ausgeschüttet, die wichtigsten Sexualhormone der Frau sind jedoch die Östrogene. Die Ausschüttung von Testosteron wird bei Männern unter anderem durch das luteinisierende Hormon (LH) reguliert. Neben seiner Funktion als Sexualhormon spielt Testosteron auch eine Rolle im Muskel- und Fettstoffwechsel.

Funktionen von Testosteron

Testosteron sorgt bei Männern für die Entwicklung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale, lässt die Samenzellen reifen, stimuliert die Talgdrüsen der Haut, fördert Haarausfall, regt die Absonderung von Pheromonen an, reguliert die Libido und wirkt muskelaufbauend (anabol).

Bei Frauen wirkt Testosteron in erster Linie als Steuerelement für andere Stoffwechselvorgänge und wird zu anderen Sexualhormonen weiterverarbeitet.

Normwerte von Testosteron

Bei Männern gelten  Blutwerte von 3,5-8,6 Mikrogramm pro Liter als normal, bei Frauen liegt die durchschnittliche Konzentration mit etwa 0,6 Mikrogramm pro Liter deutlich niedriger.

Abweichungen von den Testosteron-Normwerten

Abweichungen von den Normwerten sind in der Regel durch genetische Defekte im Hormonhaushalt bedingt (androgenitales Syndrom) oder werden durch Erkrankungen verursacht.

Bei Männern kann ein erhöhter Testosteronspiegel auf Hoden- und Nierentumoren zurückzuführen sein. Bei Frauen können erhöhte Testosteronwerte unter anderem auf Vorliegen des PCO-Syndroms sowie auf Eierstock- oder Nierentumoren hinweisen. Frauen mit einem erhöhten Testosteronspiegel leiden häufig unter einer starken Körperbehaarung (Hirsutismus), bei sehr stark erhöhten Werten kann es zum Ausfallen des Kopfhaars kommen.

Ein zu niedriger Testosteron-Spiegel tritt bei Männern mit einer Unterfunktion der Keimdrüsen (Hypogonadismus) auf und kann sich durch unterentwickelte Geschlechtsorgane und/oder Unfruchtbarkeit äußern. Bei Frauen können hormonelle Verhütungsmittel zu einem Absinken des Testosteronspiegels führen. Vom Geschlecht unabhängig sinken die Blutwerte für Testosteron zum Beispiel in Folge von starker Unterernährung oder Magersucht sowie durch den Missbrauch bestimmter Drogen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 20. Januar 2017
Quellen: F.A. Brockhaus Gesundheit (Hrsg.): Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus Gesundheit, Leipzig 2006; Keck, C. et al.: Endokrinologie Reproduktionsmedizin Andrologie. Thieme, 2002; Online-Informationen der medweb24 GmbH: http://www.laborlexikon.de (Stand: Oktober 2009)

Neuste Artikel in dieser Rubrik
Zyklus & Fortpflanzung

Die männlichen Geschlechtsorgane sind alle inneren und äußeren Organe eines Mannes, die bei der Fortpflanzung eine Rolle spielen. Zu ihnen zählen Organe mit denen Geschlechtsverkehr durchgeführt werden kann... Mehr...

Zyklus & Fortpflanzung

Häufigste Ursache für vaginale Blutungen ist die Menstruation - eine regelmäßig wiederkehrende Blutung bei der geschlechtsreifen Frau. Außerhalb der Menstruation ist die häufigste Ursache für vaginale Blutungen... Mehr...

Kinderwunsch

Im Verlauf des weiblichen Zyklus finden sowohl im Speichel als auch im Zervixschleim chemische Veränderungen statt, die Aufschluss über die Fruchtbarkeit der Frau geben. Darauf beruhen sowohl der Speichel- als... Mehr...

Weitere interessante Themen
  • Gonadotropin

    Das Hormon Gonadoliberin (GnRH = Gonadotropin releasing hormone), auch Freisetzungshormon genannt, wird im Hypothalamus gebildet und setzt eine Kettenreaktion in Gang, die zu... Mehr...

  • TRH-Stimulationstest

    Der TRH-Stimulationstest wird in der gynäkologischen Endokrinologie zum Nachweis latenter Schilddrüsenfunktionsstörungen bei Kinderwunschpatientinnen im Rahmen der Abklärung der... Mehr...

  • Prolaktin

    Prolaktin, das luteotrope Hormon (LTH), wird im Vorderlappen der Hypophyse gebildet. Mehr...

Zum Seitenanfang