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Samstag, 21. Januar 2017
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Mittelschmerz

Mittelschmerz
Manche Frauen leiden kurzzeitig unter starkem Mittelschmerz
Getty Images/iStockphoto

Der Mittelschmerz sind Schmerzen oder Stechen im Unterbauch, welche kurz vor dem Eisprung (Ovulation), also während der fruchtbaren Tage, oder auch während und nach dem Eisprung auftreten können. Nur etwa 20 Prozent aller Frauen berichten von einem Mittelschmerz im Zyklus.

Der Mittelschmerz wird von Frauen sehr unterschiedlich beschrieben und kann als Zeichen für Fruchtbarkeit gewertet werden.

Symptom des Mittelschmerzes

Manche Frauen beschreiben ein unspezifisches Ziehen im Unterbauch, welches einen oder mehrere Tage anhält. Bei anderen ist er eindeutig links oder rechts zu spüren und tritt nur einige Minuten oder Stunden auf. Zu den Symptomen gehört ein Unterbauchschmerz, der sich auf unterschiedliche Weise äußern kann:

  • nur auf einer Seite
  • Dauer: nur wenige Minuten bis hin zu mehreren Stunden, er kann 24 bis 48 Stunden andauern
  • stechender, scharfer Schmerz, der krampfartig auftritt und anders als bekannte Schmerzen ist, in seltenen Fällen kann er extrem stark für kurze Zeit sein
  • kann monatlich die Seite wechseln

Wann tritt der Mittelschmerz auf?

Der Mittelschmerz tritt nicht unbedingt in direktem Zusammenhang mit dem Eisprung auf. Er kann vor, aber auch nach dem Eisprung auftreten, in der Regel in der Mitte des weiblichen Zyklus und kann so genutzt werden, um einen Anhaltspunkt für die fruchtbare Zeit zu haben, vor allem bei Kinderwunsch. Oft nehmen Frauen den Mittelschmerz in dieser Phase auch erstmals wahr, da die Zeichen des Körpers bei Kinderwunsch stärker gedeutet werden. Am aussagekräftigsten ist der Mittelschmerz in Kombination mit Temperaturmessung und Zervixschleim (NFP). Diese Punkte können alle in einen Zykluskalender eingetragen werden. Nicht alle Frauen haben einen Mittelschmerz, was aber nicht bedeutet, dass sie keinen Eisprung haben!

Was sind die Ursachen für den Mittelschmerz?

Wodurch der Mittelschmerz ausgelöst wird, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Infrage kommt die Spannung der Kapsel des wachsenden Follikels oder auch eine schmerzhafte Reizung des Bauchfells durch den Follikel oder Blut und Flüssigkeit durch das geplatzte Eibläschen.

Abgrenzung des Mittelschmerz von ernsthaften Erkrankungen

Der Mittelschmerz ist ein natürliches Phänomen und bedarf keiner Behandlung. Eine Untersuchung ist unauffällig und zeigt keine Probleme an Eierstöcken oder Unterleib. Bei Unsicherheit, ob es sich um den Mittelschmerz oder andere Schmerzen handelt, sollte gynäkologisch abgeklärt werden. Außerdem sollte der Gynäkologe aufgesucht werden, wenn

  • der Mittelschmerz sich verändert,
  • der Mittelschmerz länger als üblich anhält,
  • zusätzlich zum Mittelschmerz eine vaginale, frische Blutung auftritt.

Laut einer Studie spürt nur etwa jede 5. Frau einen Mittelschmerz. Deshalb fragen wir unsere Nutzerinnen: Spüren Sie einen Mittelschmerz?

Umfrage
Spüren Sie einen Mittelschmerz?

 

Autor:
Letzte Aktualisierung: 28. Juni 2016
Quellen: Malteser Arbeitsgruppe NFP: Natürlich und sicher – Das Praxisbuch. Trias Verlag, Stuttgart 2011; Won HR, Abbott J. Optimal management of chronic cyclical pelvic pain: an evidence-based and pragmatic approach. Int J Womens Health. 2010; 2: 263–277.

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