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Mittwoch, 03. September 2014

Die weiblichen Geschlechtsorgane

Die weiblichen Geschlechtsorgane
Die weiblichen Geschlechtsorgane ermöglichen die Fortpflanzung

Die Geschlechtsorgane (Genitale) einer Frau sind alle Organe, die für die Fortpflanzung von Bedeutung sind. Zu ihnen zählen Organe, mit denen Geschlechtsverkehr durchgeführt werden kann, Organe die die Keimzellen bilden und weiterleiten und auch Organe, in denen das Ungeborene heranwächst und geboren wird.

Die weiblichen Geschlechtsorgane sind während des Zyklus regelmäßig hormonellen Veränderungen unterworfen. Besonders beansprucht werden sie während der Schwangerschaft und der Geburt eines Kindes, wenn beispielsweise die Gebärmutter auf ein Vielfaches ihrer ursprünglichen Größe anwächst.

Die weiblichen Geschlechtsorgane werden in die äußeren und die inneren Geschlechtsorgane unterteilt.

Die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane

Die äußeren Geschlechtsorgane befinden sich im Beckenbereich und werden in ihrer Gesamtheit als Vulva (Cunnus) bezeichnet. Hierzu zählen unter anderem:

  • Schamhügel (Mons pubis)
  • Große und kleine Schamlippen (Labia majora und Labia minora)
  • Scheidenvorhof und Scheideneingang
  • Kitzler (Klitoris)
  • Jungfernhäutchen (Hymen)

Der Schamhügel ist eine Erhebung oberhalb der äußeren Schamlippen, der nach der Pubertät von Schamhaaren bedeckt wird. Die großen Schamlippen sind auf der Außenseite ebenfalls behaart. Sie umschließen die Schamspalte und bedecken meist auch die kleinen Schamlippen. Schamlippen sind doppelt angelegte Hautfalten, die vom Schamhügel oberhalb der Schamspalte sowie vom Damm zusammenlaufen. Der Raum zwischen den kleinen Schamlippen wird als Scheidenvorhof bezeichnet. Am oberen Ende der kleinen Schamlippen befindet sich der Kitzler - ein empfindliches, erektiles Organ.

Im Scheideneingang bildet das Jungfernhäutchen die Begrenzung zwischen Vulva und Scheide und somit zwischen den inneren und äußeren Geschlechtsorganen der Frau. Das Jungfernhäutchen hat innen eine Öffnung von etwa ein bis zwei Zentimetern im Durchmesser. Nach dem ersten Geschlechtsverkehr reißt es jedoch ein und es verbleiben narbige Reste.

Die inneren weiblichen Geschlechtsorgane

Zu den inneren Geschlechtsorganen zählen:

  • Scheide (Vagina)
  • Gebärmutter (Uterus)
  • Eileiter (Tuben)
  • Eierstöcke (Ovarien)

Die Scheide

Die Scheide ist ein elastisches Hohlorgan von etwa acht bis zwölf Zentimetern Länge und zwei bis drei Zentimetern Breite. Am unteren Ende mündet die Scheide in den Scheidenvorhof. Der Scheideneingang wird im Kindesalter vom Jungfernhäutchen verschlossen. In den oberen Bereich der Scheide ragt ein Teil des Gebärmutterhalses hinein. Die Scheide besteht aus Muskeln und Bindegewebe und erfüllt verschiedene Funktionen:

  • Schutzorgan für höher gelegene Organe (biologische Barriere)
  • Begattungsorgan
  • Geburtskanal

Innerhalb der Scheide besteht ein saures Milieu, das Krankheitserreger davon abhält, von außen zu weiter oben im Körper gelegenen Organen vorzudringen. Daneben kann sich die flexible Scheide während der Geburt auch an die Größe des kindlichen Kopfs anpassen.

Die Gebärmutter

Im kleinen Becken zwischen Mastdarm und Harnblase befindet sich die Gebärmutter. Sie ist ein birnenförmiges Organ, etwa sieben bis neun Zentimeter lang und wiegt etwa 80 bis 120 Gramm. Wenn während einer Schwangerschaft ein Kind in der Gebärmutter heranwächst, kann sich ihr Gewicht verzehnfachen. Daneben wächst die Gebärmutter dann auch auf ein Vielfaches ihrer ursprünglichen Größe an, um sich der Größe und dem Bewegungsdrang des heranwachsenden Kindes anzupassen. Im unteren Drittel der Gebärmutter befindet sich der Gebärmutterhals, der sich zur Scheide hin öffnet. Die oberen zwei Drittel werden von Gebärmutterkörper gebildet. Von ihm gehen rechts und links die beiden Eileiter ab.

Die Gebärmutter besteht aus drei Schichten. Von außen ist sie nahezu komplett mit Bauchfell überzogen. Die mittlere Schicht ist dick und besteht aus kräftigen Muskeln. Die innere Schicht wird von der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) gebildet, die sich in jedem Zyklus neu auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet. Kommt es nicht zu einer Befruchtung, so wird die Schleimschicht während der Menstruation ausgeschieden. Kommt es jedoch zu einer Schwangerschaft, dann ist ein Teil der Gebärmutterschleimhaut an der Bildung der Plazenta beteiligt.

Die Schleimhaut des Gebärmutterhalses Zervixschleim) verschließt die Gebärmutterhöhle. Im Laufe eines Zyklus wandelt sich die Konsistenz dieses Schleims aufgrund hormoneller Veränderungen. Kurz vor dem Eisprung ist der Schleim dünnflüssig, klar und lässt sich in Fäden ziehen. Nur dann können männliche Spermien durch ihn hindurch in die Gebärmutter gelangen und eine Eizelle befruchten.

Die Eileiter

Eine Frau besitzt zwei Eileiter die vom oberen Ende der Gebärmutter in jeweils eine Körperhälfte abgehen. Die Eileiter sind schlauchförmig und etwa zehn bis 14 Zentimeter lang. In ihnen findet die Befruchtung und somit die Verschmelzung männlicher und weiblicher Keimzellen statt. Die Eileiter enden jeweils in einem Eierstock und dienen dem Transport der Eizellen nach dem Eisprung. Durch die Eileiter bewegen sich die Eizellen bis in die Gebärmutter weiter.

Die Eierstöcke

Am äußeren Ende der beiden Eileiter befindet sich jeweils ein pflaumengroßer Eierstock. In den Eierstöcken reift einmal pro Zyklus eine befruchtungsfähige Eizelle heran. Eizellen sind bereits von Geburt an vorhanden. Daher werden sie in den Eierstöcken nicht neu gebildet, sondern verweilen dort bis zum Eisprung. Die Eierstöcke zählen zum endokrinen System. Das bedeutet, dass dort Sexualhormone gebildet werden, die der Körper zur Vorbereitung auf eine Schwangerschaft benötigt.

Krankheiten der weiblichen Geschlechtsorgane

Die weiblichen Geschlechtsorgane können von verschiedenen Krankheiten betroffen sein. Einige können angeboren sein, andere entwickeln sich im Laufe des Lebens oder werden beim Geschlechtsverkehr übertragen. Mögliche Erkrankungen sind beispielsweise:

Autor: Jessica Schmid
Letzte Aktualisierung: 14. Mai 2014

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