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Samstag, 25. Oktober 2014

Die männlichen Geschlechtsorgane

Die männlichen Geschlechtsorgane
Die männlichen Geschlechtsorgane befinden sich sowohl außerhalb als auch innerhalb des Körpers

Die männlichen Geschlechtsorgane sind alle inneren und äußeren Organe eines Mannes, die bei der Fortpflanzung eine Rolle spielen. Zu ihnen zählen Organe mit denen Geschlechtsverkehr durchgeführt werden kann sowie Organe, die die Keimzellen bilden, aufbewahren und weiterleiten.

Die männlichen Geschlechtsorgane werden wie die weiblichen Geschlechtsorgane in äußere und innere Geschlechtsorgane unterteilt.

Die inneren männlichen Geschlechtsorgane

Zu den inneren Geschlechtsorganen eines Mannes zählen:

  • Hoden (Testikel)
  • Nebenhoden
  • Samenleiter
  • Bläschendrüse (Samenblase)
  • Cowper-Drüsen
  • Vorsteherdrüse (Prostata)
  • Harnsamenröhre (Urethra)

Hoden

Die beiden Hoden sind für die Fruchtbarkeit eines Mannes und für die Fortpflanzung sehr wichtige Organe. In ihnen werden die Samenzellen gebildet, die nach dem Samenerguss im Körper der Frau die weibliche Eizelle befruchten. Die Hoden befinden sich im Hodensack (Skrotum) und sind ungefähr so groß wie eine Walnuss. Sie haben ein Volumen von etwa 15 bis 25 Millilitern. Neben den Samenzellen wird in den Hoden auch das männliche Sexualhormon Testosteron gebildet. Es ist unter anderem verantwortlich für die Entwicklung der männlichen Geschlechtsmerkmale. Daher wird es auch Männlichkeitshormon genannt.

Nebenhoden

Die Nebenhoden liegen oben und an der Rückseite der Hoden an. Sie verfügen jeweils über einen etwa vier bis fünf Zentimeter langen Nebenhodengang. Die Samenzellen gelangen aus den Hoden in die Nebenhoden, wo sie im Nebenhodengang weiter heranreifen. Erst nach diesem etwa dreimonatigen Reifungsprozess können Samenzellen eine Eizelle befruchten. Die Samenzellen werden in den Nebenhoden bis zum Samenerguss gespeichert und dann in die Samenleiter ausgestoßen, in die die Nebenhodengänge übergehen. Im Körper werden die Samenzellen wieder abgebaut, wenn der Mann über einen längeren Zeitraum hinweg keinen Samenerguss hat.

Samenleiter

Die beiden Samenleiter sind einzeln etwa 50 bis 60 Zentimeter lang und führen als Fortsetzung des Nebenhodengangs durch den Leistenkanal, berühren den Ausführungsgang der Bläschendrüse und enden in der Harnsamenröhre. In den Samenleitern werden Samenzellen aus den Nebenhoden bis in die Harnblase transportiert.

Bläschendrüsen

Zwischen der Harnblase und dem Mastdarm liegen die beiden Bläschendrüsen (Samenbläschen). Diese männlichen Geschlechtsorgane produzieren ein Sekret, das Fruchtzucker enthält. Diese Flüssigkeit ist für die Spermien besonders wichtig, denn sie versorgt sie mit Energie, hält sie beweglich und lebensfähig. Das Ejakulat setzt sich zu etwa 50 bis 80 Prozent aus dem Sekret der Bläschendrüsen zusammen. Neben den Bläschendrüsen sind auch Harnblase und Prostata an der Produktion des Ejakulats beteiligt. Bei jeder Ejakulation geben die Bläschendrüsen etwa die Hälfte der Menge des Sekrets ab, das in ihnen enthalten ist.

Cowper-Drüsen

In der Muskulatur des Beckenbodens liegen die Cowper-Drüsen unterhalb der Vorsteherdrüse. Sie münden in die Harnröhre und sondern beim Geschlechtsverkehr eine basische Flüssigkeit ab, die das saure Milieu der Harnsamenröhre neutralisiert.

Vorsteherdrüse

Unter der Harnblase liegt die etwa kastaniengroße Vorsteherdrüse (Prostata), die den Anfangsteil der Harnröhre umgibt. Das Ejakulat wird zu etwa 15 bis 30 Prozent aus dem Sekret dieses männlichen Geschlechtsorgans gebildet. Seine Muskeln stoßen das Ejakulat bei einem Samenerguss über die Harnsamenröhre aus und sie ermöglichen es Männern außerdem, den Urin zu kontrollieren und halten.

Harnsamenröhre

Die Bezeichnung Harnsamenröhre weist darauf hin, dass durch dieses Geschlechtsorgan sowohl Urin als auch Samen aus dem Körper gelangen kann. Bei einer sexuellen Erregung wird die Verbindung der Harnsamenröhre zur Harnblase jedoch verschlossen, damit kein Urin austritt.

Die äußeren Geschlechtsorgane des Mannes

Zu den äußeren männlichen Geschlechtsorganen werden der Hodensack und das Glied (Penis) gezählt.

Hodensack

Beim Hodensack handelt es sich um eine sackähnliche Hauttasche. Sie enthält die beiden Nebenhoden und Hoden und liegt außerhalb des Körpers. Im Hodensack ist die Temperatur etwas niedriger als im restlichen Körper. Das ist besonders bedeutsam für die Spermienproduktion, die nur bei einer Temperatur unterhalb der Körpertemperatur normal funktionieren kann.

Glied

Das Glied besteht aus drei Teilen. An der Bauchwand setzt die Peniswurzel an. Sie geht in den Penisschaft, den mittleren Teil dieses Organs, über. Die Spitze des Glieds wird durch die kugelförmige Eichel gebildet, an der sich auch die Öffnung der Harnsamenröhre befindet. Die empfindliche Eichel wird durch die Vorhaut geschützt. Bei beschnittenen Männern ist sie ganz oder teilweise sichtbar. Im Inneren des Glieds befinden sich mehrere Schwellkörper. Dabei handelt es sich um Hohlräume, die sich bei sexueller Erregung mit Blut anfüllen. So kommt es zu einer Erektion.

Krankheiten der männlichen Geschlechtsorgane

Die männlichen Geschlechtsorgane können von unterschiedlichen Erkrankungen betroffen sein. Diese sind entweder angeboren oder entstehen im Laufe des Lebens. Einige werden durch sexuell übertragbare Krankheiten von einem Menschen zu einem anderen übertragen. Erkrankungen der männlichen Geschlechtsorgane sind beispielsweise:

Erkrankungen und Verletzungen von Hoden und Penis:

  • Leistenbruch
  • Vorhautverengung
  • Verengung der Harnsamenröhre
  • Tumoren (Beispielsweise Hodenkrebs)
  • Verdrehung des Hodens (Hodentorsion)
  • Eichelentzündung
  • Penisbruch

Erkrankungen der Prostata:

  • Vergrößerung der Prostata
  • Prostatakrebs
  • Entzündung der Prostata

Sexuell übertragbare Krankheiten:

Autor: Jessica Schmid
Letzte Aktualisierung: 04. April 2013
Quellen: Beers, M.H. (Hrsg.).: MSD Manual. Handbuch Gesundheit. Wilhelm Goldmann, München 2005 Keck, Ch. Et al. (Hrsg.): Endokrinologie, Reproduktionsmedizin, Andrologie, Stuttgart, Thieme 2002 Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln: www.bzga.de (Stand: Mai 2009) Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin 2007

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