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Freitag, 24. März 2017
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Zyklusmonitoring

zyklusmonitoring
Erfüllt sich der Kinderwunsch nicht, kann ein Zyklusmonitoring sinnvoll sein, um zu schauen, ob die Eizellreifung in Ordnung ist
(c) iStockphoto/JackF

Bei unerfülltem Kinderwunsch kann der Frauenarzt ein Zyklusmonitoring durchführen. Dabei findet eine Kontrolle eines Zyklus der Frau statt, um zu schauen, ob es Probleme gibt, die dem Kinderwunsch im Wege stehen.

Eine Überwachung des Spontanzyklus der Frau hat außerdem den Vorteil, den idealen Zeitpunkt für eine Befruchtung, also für Geschlechtsverkehr nach Plan, bestimmen zu können. Zum Zyklusmonitoring gehören Hormonbestimmungen und Ultraschalluntersuchungen zur Überwachung der Follikelreifung vor dem Eisprung. Es werden die Hormone FSH, LH, Estradiol und Progesteron im Blut bestimmt. Häufig werden zusätzlich noch die Parameter Testosteron, DHEA , Prolaktin, Androstendion, Cortisol und das Schilddrüsenhormon TSH gemessen. Viele Frauenärzte führen ein Zyklusmonitoring durch, wenn eine Frau seit einiger Zeit erfolglos versucht, schwanger zu werden. Auch in Kinderwunschzentren wird Zyklusmonitoring durchgeführt.

Wie oft zum Arzt? Ablauf des Zyklusmonitorings

Üblicherweise soll ein Paar ein Jahr versuchen, schwanger zu werden, bis von ärztlicher Seite geschaut wird, ob es Probleme gibt, die dem Kinderwunsch im Wege stehen.  Um bei unerfülltem Kinderwunsch aussagekräftige Werte zur Diagnostik zu bekommen, sind idealerweise drei Termine im Zyklus auszumachen:

1. Termin: 3.-5. Zyklustag zur Blutabnahme zur Bestimmung der Hormonwerte

2. Termin: 10.-12. Zyklustag zur Ultraschalluntersuchung und Bestimmung der Blutwerte

3. Termin: 5-8 Tage nach dem Eisprung zur Blutabnahme

Diese Termine können natürlich je nach Zykluslänge variieren. Je besser die Frau ihren Zyklus bereits kennt oder sogar schon Temperaturkurven geführt hat, desto passender können die Termine gelegt werden.

Ausgehend von einem 28 Tage dauernden Zyklus erfolgt dann die Ultraschallkontrolle und Blutabnahme am 10. Zyklustag. Dabei wird die Größe des heranwachsenden Follikels und die Höhe der Gebärmutterschleimhaut beurteilt und im Blut werden Estradiol und LH bestimmt. Zeigt sich bei dieser Untersuchung noch kein sprungbereiter Follikel, wird die Untersuchung zwei Tage später, am 12. Zyklustag, wiederholt.

Steigt im Blut die LH-Konzentration stark an, ist der Eisprung in etwa 30 Stunden zu erwarten. Mit diesem Anstieg des LHs arbeiten auch Ovulationstests und weisen ihn nach. Dann ist der optimale Zeitpunkt für Geschlechtsverkehr.

Steht der Eisprung nachweislich kurz bevor, kann vom Frauenarzt auch der Zervixschleim und der Muttermund hinsichtlich Öffnung begutachtet werden.

Follikel: Alles Wissenswerte zum Zyklusmonitoring

Ein sprungreifer Follikel misst meist um die 20 mm. Optimal wäre der Nachweis eines 18-22 mm großen Follikels in der Zyklusmitte mit entsprechenden Estradiol- und LH-Werten. Die Ergebnisse der Ultraschalluntersuchung und der Hormone im Blut sollten idealerweise zusammenpassen. Ist dies nicht der Fall, kann das ein Hinweis auf eine Störung im Zyklus sein, deren Ursache herausgefunden werden sollte. Zeigt sich beim Zyklusmonitoring wiederholt kein Follikel (Anovulation), so ist dies eine Indikation zur hormonellen Stimulation, beispielsweise mit Clomifen. Grundsätzlich sollten aber immer die Ursachen hierfür geklärt und wenn möglich behandelt werden. Werden viele kleine Follikel, aber kein "führender", sprungreifer Follikel beim Zyklusmonitoring gesichtet, kann dies ein erster Hinweis auf PCO sein, dem mit weiteren Untersuchungen nachgegangen werden muss.

Zyklusmonitoring: Werte

Die Hormone, die den Zyklus der Frau im gebärfähigen Alter mitsteuern, schwanken im Zyklusverlauf physiologisch. Normwerte schwanken von Labor zu Labor und die eigenen Ergebnisse sollten immer mit den individuellen Normwerten verglichen werden, aber bewegen sich durchschnittlich in folgendem Rahmen:

FSH

  • Follikelphase (1. Zyklushälfte): 2 - 10 IU/ml
  • Ovulationsphase (kurz vor bis ES): 8-20 IU/ml
  • Lutealphase (2. Zyklushälfte): 2-8 IU/ml

LH

  • Follikelphase (1. Zyklushälfte): 2-6 U/l
  • Ovulationsphase (kurz vor bis ES): 6-20 U/l
  • Lutealphase (2. Zyklushälfte): 3-8 U/l

Estradiol/Östradiol

  • Follikelphase (1. Zyklushälfte): 20-190 pg/ml
  • Ovulationsphase (kurz vor bis ES): 150-530 pg/ml
  • Lutealphase, Mitte (Mitte der 2. Zyklushälfte): 55-210 pg/ml

Progesteron

  • Follikelphase (1. Zyklushälfte): < 1 µg/l = ng/ml
  • Ovulation (Eisprung): 1-2 ng/ml
  • Lutealphase, frühe (frühe 2. Zyklushälfte, bis ES+4): > 5 µg/l
  • Lutealphase, mittlere (mittlere 2. Zyklushälfte, ES+5 bis ES+8): > 12 µg/l

Beim Vergleich von Werten muss außerdem immer auf die angegebene Einheit geachtet werden.

Umrechnungsfaktoren:

  • pg/ml x 3,67 = pmol/l
  • pmol/l x 0,272 = pg/ml (ng/l)
  • pg/ml x 0,00367 = nmol/l

Kosten für das Zyklusmonitoring

Die Kosten für ein Zyklusmonitoring werden im Rahmen des unerfüllten Kinderwunschs üblicherweise von den Kassen übernommen. Eine Ausnahme kann sein, wenn ein Zyklusmonitoring im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung als Selbstzahlerleistung durchgeführt wird.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 03. Februar 2017
Quellen: Online-Imformation von Dr. med. Olav Hagemann: http://www.laborlexikon.de/Referenzen.htm (Abruf: Oktober 2016); Online-Informationen vom Endokrinologikum: http://www.endokrinologikum.com/labor/analytik/hormone/hormone-parameter/ho-parameter/estradiol.html (Abruf: Oktober 2016); Keck, C. et al.: Endokrinologie, Reproduktionsmedizin, Andrologie. Thieme, Stuttgart 2002

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