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Montag, 23. Januar 2017
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Samenspende

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Bei der Auswahl von Samenspendern wird auf Ähnlichkeit von Haar- und Augenfarbe zum Vater geachtet
(c) iStockphoto

Eine Samenspende kann eine Alternative für Paare sein, die auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können, weil die Qualität des Spermas nicht zur Befruchtung ausreicht. Dies geschieht im Rahmen einer künstlichen Befruchtung bei der Samenübertragung (donogene Insemination). Hierfür wird der Samen eines Spenders verwendet. In Samenbanken werden diese Proben tiefgefroren (kryokonserviert) und bei Bedarf zur Verfügung gestellt.

Anforderungen an Samenspender

Potentielle Spender müssen für die Samenbanken verschiedene Qualitätskriterien erfüllen, um regelmäßig Samenspenden abgeben zu dürfen. Vor der Aufnahme finden deshalb ein Aufklärungsgespräch und verschiedene Untersuchungen statt.

Samenspender müssen gesund sein. Das bedeutet, dass sie keine Dauermedikation erhalten und keine Erbkrankheiten aufweisen dürfen. Bei ihnen selbst und bei Familienmitgliedern dürfen keine chronischen Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus, Epilepsie oder Rheuma vorliegen. Die potentiellen Spender müssen volljährig und sollten nicht älter als 40 Jahre sein. Daneben muss auch die Qualität des Spermas hohen Anforderungen gerecht werden.

Untersuchungen der Samenspende

Bevor Männer als Samenspender aufgenommen werden, geben sie eine Samenprobe ab. Diese wird auf bestimmten Kriterien überprüft. Nach einer Blutentnahme wird der Samenspender auf folgende Infektionskrankheiten getestet:

Besteht der Verdacht einer Infektion, werden weitere Untersuchungen, beispielsweise auf Herpes simplex oder HPV, durchgeführt.

Jede Samenprobe wird zunächst tiefgefroren und erst freigegeben, wenn ein Gesundheitscheck sechs Monate später keine Hinweise auf Erkrankungen ergeben hat. Damit soll verhindert werden, dass durch die Samenspende Infektionskrankheiten bei der Insemination übertragen werden. Denn eine Erkrankung kann in einigen Fällen erst nach mehreren Monaten Wartezeit nachgewiesen werden.

Rechtliche Aspekte der Samenspende

Der Samenspender erhält von der Samenbank weder Informationen über die Paare, denen er zu einem Kind verhilft noch über die Kinder, die durch seine Samenspende gezeugt werden. Gegenüber den Eltern und den Kindern kann er daher keine Ansprüche geltend machen.

In Deutschland ist die Samenspende nicht anonym. Ein mit Spendersamen gezeugtes Kind (nicht die Eltern) kann nach Erreichen der Volljährigkeit verlangen, Einsicht in die Aufzeichnungen über die Person des Samenspenders zu erhalten. In der Vergangenheit ist es jedoch oftmals so, dass Kliniken bzw. Ärzte die Unterlagen bis dahin bereits vernichtet haben und den Kindern ihr Recht auf Kenntnis ihrer Abstammung so verwehrt bleibt. Paare, die sich für eine Samenspende entscheiden, sollten deshalb im Idealfall zusammen mit der Klinik schriftlich festhalten, dass die Unterlagen lange genug aufbewahrt werden.

Einige rechtliche Aspekte sind in Deutschland in Bezug auf die Samenspende und ihre Folgen jedoch nicht eindeutig geklärt. So besteht beispielsweise Klärungsbedarf, inwiefern einem Samenspender und dem durch Insemination entstandenen Kind vermögens- oder unterhaltsrechtliche Pflichten und Ansprüche entstehen. Daneben fehlen Regelungen zur Samenübertragung mit Spendersamen (donogene Insemination) bei alleinstehenden Frauen oder Frauen, die in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung leben.

Umgang der Eltern mit der Situation und Aufklärung der Kinder

Paare mit Kinderwunsch, die eine Samenspende für sich in Erwägung ziehen, sollten auch darüber nachdenken, wie und wann sie ihr eventuell entstehendes Kind darüber aufklären möchten, wie es entstanden ist. Ebenso wie bei einer Adoption kommt bei jedem Menschen irgendwann die Frage auf, woher er stammt. Möglicherweise möchte das Kind dann wissen, wer der Spender war. Eine frühzeitige Aufklärung des Kindes kann den Umgang damit eventuell vereinfachen. Auch wenn Kinder, die auf diesem Wege gezeugt wurden, in der Regel absolute Wunschkinder sind, so zeigt sich doch, dass auch "Spenderkinder" häufig wissen möchten, wer ihr leiblicher Vater ist. Damit sollten sich Paare frühzeitig auseinandersetzen und für sich klären, wie sie damit umgehen möchten. Nach aktuellem Recht haben Samenspender kein Recht auf Anonymität, da jedes Kind ein Grundrecht auf Herkunft hat.

Weitere Informationen zum Thema gibt es beim Verein von durch Samenspende gezeugter Erwachsener: www.spenderkinder.de.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 30. März 2016
Quellen: Richtlinien des Arbeitskreises für donogene Insemination zur Qualitätssicherung der Behandlung mit Spendersamen in Deutschland. Fassung vom 08. Februar 2006; Online-Informationen des WDR: Ich bin ein Samenspenderkind. http://www.wdr.de/tv/frautv/sendungsbeitraege/2011/1006/thema_4.jsp (Stand: Juli 2012)

Beiträge im Forum "Kinderwunsch: Ich will schwanger werden - wer noch?"
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